Verwaltung mietet Haus für Krippe an

Brelinger von Verwaltung vor vollendete Tatsachen gestellt

Brelingen (ig). Die Gemeindeverwaltung hat den Ortsrat von Berlingen vor vollendete Tatsachen gestellt. In der Straße Abbauernring wurde ohne Wissen und Beteiligung des politischen Gremiums des Ortes ein Gebäude angemietet, welches für die Einrichtung einer Krippe genutzt werden soll. Zwar begrüßten die Ortsratsmitglieder einstimmig die Errichtung der Krippe, „aber es ist unglaublich, dass ich dies von Anwohnern erfahren muss, das ist wirklich traurig,“ kritisierte Ortsbürgermeisterin Christiana Böttcher den Vorgang durch die Verwaltung, der ohne die geringste Form der Information ablief. Gerade in Zeiten modernster Kommunikationsmittel sei ein solcher Vorgang nicht zu akzeptieren, betonte Böttcher. Die auf der Sitzung anwesende Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf hatte zuvor als Grund für die unterlassene Information und Absprache eine mangelnde Kommunikation zwischen Ortsrat und Verwaltung genannt. Beckedorf, welche die Unterzeichnung der Mietverträge bestätigte, stellte sich jedoch der an sie herangetragenen Kritik. Diese wurde auch von sehr aufgebrachten Bürgern vorgetragen, die ihren Unmut über die Situation mitunter laut und äußerst emotional vortrugen. So wurde der Verwaltung Absicht unterstellt, „wie es ansonsten nur in einer Bananenrepublik der Fall ist“, so ein aufgebrachter Anwohner. Beckedorf musste mehrmals zur Sachlichkeit aufrufen. „Denn es geht hier im Kern um die Einrichtung einer Krippengruppe, also um die Betreuung von Kindern.“ Man habe sich keinesfalls über die Meinung innerhalb des Ortes hinwegsetzen wollen, „ich weiß nicht, wie die genauen Ablaufe waren, aber sicherlich war es keine böse Absicht“, so Beckedorf, die jedoch einräumte, dass eine so starke Reaktion wohl anscheinend nicht erwartet worden war, wenn es um die Errichtung einer Krippe gehe. Beckdorf gestand jedoch ein, „dass etwas nun so gelaufen ist, wie es nicht hätte laufen sollen.“
Wie mit dem Ort und dem Ortsrat umgegangen sei, nannte Cord-Peter von der Worge (CDU) „in keinster Weise akzeptabel“. Vor einiger Zeit habe sich der Ortsrat für einen Kindergartenneubau mit Krippe ausgesprochen, betonte Marcus Thies (CDU), dies sei abgelehnt worden und eine Renovierung des alten Kindergartens sei favorisiert worden. „Und dies mit einem Provisorium Hort und nun folgt das Provisorium Krippe.“ Thies rief zum Dialog auf, „ich finde es jedoch mehr als bescheiden wie hier mit uns aus dem Ortsrat von Seiten der Verwaltung umgegangen wird.“