Verwaltungsvorstand zieht Bilanz

Bürgermeister Helge Zychlinski (Mitte) und seine Verwaltungsvorstandskollegen Susanne Schönemeier und Joachim Rose. Foto: A. Wiese

„Weggang von Konstanze Beckedorf war schmerzlich"

Wedemark. Das Jahr 2016 nähert sich seinem Ende. Zeit für die Mitglieder des Verwaltungsvorstandes der Gemeinde Wedemark, Bürgermeister Helge Zychlinski, Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier und Gemeindekämmerer Joachim Rose, Bilanz zu ziehen und einige Ereignisse und Ergebnisse des vergangenen Jahres besonders herauszustellen. Im vergangenen Januar machte sich die langjährige Erste Gemeinderätin der Wedemark, Konstanze Beckedorf, auf zu neuen Ufern und wurde vom Rat der Stadt Hannover zur Sozialdezernentin in der Landeshauptstadt gewählt. „Der Weggang von Konstanze Beckedorf war natürlich schmerzlich, wir haben aber in Susanne Schönemeier eine hervorragende Nachfolgerin gefunden!“, äußert sich Bürgermeister Helge Zychlinski zu der Personalie. Die fünfmonatige Vakanz sei jedoch eine sehr herausfordernde Zeit gewesen, fiel der Weggang von Frau Beckedorf in die Hochzeit der Flüchtlingswelle. Umso erfreulicher sei es, dass die Stelle mit Frau Schönemeier sehr schnell und kompetent nachbesetzt werden konnte. Sie wurde am 23.05.2016 vom Rat der Gemeinde Wedemark zur neuen Ersten Gemeinderätin gewählt. „Susanne Schönemeier leitet den Vorstandsbereich Bürgerdienste und verantwortet damit Schulen, Kinderbetreuung, Ordnungs- und Sozialamt sowie die Stabstelle Migration, Feuerwehr, Kultur und die Freiwilligenagentur. Sie konnte hier auch schon die ersten Erfolge verzeichnen.“
Mit der Gründung der Bau- und Entwicklungsgesellschaft will die Gemeinde Wedemark flexibler und verstärkt die Baulandentwicklung nach vorn treiben. Aber auch in diesem Jahr wurden einige Weichen gestellt, um den Schwerpunkt der Wohnbauentwicklung, das Schaffen von Wohnraum für Senioren und eingeschränkte Personen, voranzubringen. „Der erste Bauabschnitt im Baugebiet für Mehrgenerationenwohnen „Osterberg“ in Resse wurde fertiggestellt, ebenso ist gerade das Objekt für seniorengerechtes Wohnen in Elze abgeschlossen worden.“, freut sich Bürgermeister Helge Zychlinski und verweist auf ein anderes Highlight in diesem Bereich: „Mit dem Verkauf des alten Bauamtsgeländes an der Stargarder Straße an HS-Bau haben wir den Startschuss für ein Vorzeige-Wohnprojekt im Zentrum von Mellendorf gegeben.“ Mit 29.291 Einwohnerinnen und Einwohnern meldete das Landesamt für Statistik die höchsten Einwohnerzahlen in der Geschichte der Gemeinde Wedemark. „Dies zeigt die Attraktivität unseres Wohnstandortes“, verdeutlicht der Bürgermeister.
Bedeutende Veranstaltungen haben das Jahr 2016 geprägt. Sehr erfolgreich ist die von Bernd Depping und dem MC Wedemark organisierte Wirtschaftsmesse verlaufen, die erstmals auf dem Campus W stattfand und sicher zu einer Institution in der Gemeinde werde, ist sich der Bürgermeister sicher. „Das erstmals durchgeführte Sommerfest der Gemeinde Wedemark hat viele Gemeindeakteure miteinander vernetzt und wurde nicht zuletzt durch die Teilnahme des Niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil zu einem vollen Erfolg und neuen Aushängeschild für die Wedemark“, erinnert Zychlinski. Mit dem hochrangig besetzten Symposium unter dem Titel „Erinnern – Wozu (überhaupt)?“, im September, wurde parallel auch der erste Band der Schriftenreihe „Die Geschichte der Wedemark von 1930 bis 1950“ der Öffentlichkeit vorgestellt. „Mit Dr. Wolfgang Mauersberg, dem ehemaligen Chefredakteur und gelerntem Historiker, und Prof. Dr. Carl-Hans Hauptmeyer, dem emeritierten Regionalhistoriker konnten wir mit hoher Qualität überzeugen. Das Symposium war hervorragend besucht und das Interesse an der Regionalgeschichte während der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft in der Wedemark hat deutlich zugenommen.“, ist Helge Zychlinski überzeugt. Die musikalische Umrahmung durch Prof. Andor Iszák rundete diese viel beachtete Veranstaltung ab.
Die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier ist stolz, dass es zum Jahresende keine Sammelunterkunft für Flüchtlinge mehr in der Wedemark gibt: „Dass wir erst die Jugendhalle und dann in diesem Jahr auch die Mehrzweckhalle in Gemeinschaftsunterkünfte umbauen mussten, hat vielen Vereinen, Gruppen und auch Schulen wehgetan. Trotzdem haben alle mitgewirkt und besonders die Vereine sind solidarisch zusammengerückt. Ich danke ganz ausdrücklich den Vereinen und Gruppen, sowie der Grundschule Bissendorf und den Mellendorfer Jugendlichen dafür, dass sie mit uns an einem Strang gezogen haben und wir diese schwierige Lage gut meistern konnten.“, so Schönemeier. „Zum Ende des Jahres konnte mit der Jugendhalle nun die letzte große Unterkunft wieder geschlossen werden, nur die kleine Unterkunft in Scherenbostel wird auf absehbare Zeit weiter bestehen bleiben. Damit sind alle in der Wedemark angekommenen Schutzsuchenden in angemessenem Wohnraum untergebracht. Wir haben derzeit weit mehr als 100 Wohnungen angemietet, damit leben die Neubürgerinnen und Neubürger mitten unter den alteingesessenen Wedemärkerinnen und Wedemärkern. Das ist die beste Voraussetzung, dass eine Integration gelingt, auch wenn wir noch viel dafür tun müssen, damit die Menschen hier wirklich ankommen und Teil unserer Gesellschaft werden können.“, führt Schönemeier weiter aus.
Der Start der Ganztagsschule in der Grundschule Bissendorf und die ständige Evaluierung des Prozesses stellt die Erste Gemeinderätin auch als einen Schwerpunkt in diesem Jahr heraus. „Durch unsere Erfahrungen in Bissendorf konnten wir viel lernen und mit den Standorten Resse, Elze und Hellendorf, sind die nächsten Ganztagsschulen konzeptionell gut aufgestellt. Sie werden laut Beschluss des Rates im nächsten Schuljahr erfolgreich starten. Dabei können wir uns auf die Schulen, die Kooperationspartner und auch die Eltern verlassen. Die Prozesse zur Erstellung der Konzepte sind bei allen drei Schulen vorbildlich gelaufen. Ich möchte mich auch hier noch einmal bei allen Beteiligten bedanken!“ so Susanne Schönemeier und ergänzt: „Die Ganztagsschule wird das Modell der Schulkinderbetreuung in der Wedemark werden. Das ist der richtige Weg für uns, um noch familienfreundlicher zu werden und eine qualitativ hochwertige Beschulung und Betreuung zu gewährleisten.“
Auch den Prozess im Rahmen der Bewerbung für das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ stellt Susanne Schönemeier heraus: „Schon in der Entwicklung unseres Aktionsplanes haben wir viel gelernt und erfahren. Mit der Siegelverleihung am 9. Januar 2017 hier in der Wedemark wird dann der Startschuss für die Umsetzung der ambitionierten Pläne gegeben.“ Da bisher nur sechs weitere Städte und Gemeinden in der Bundesrepublik mit diesem Siegel ausgezeichnet wurden, sieht die Erste Gemeinderätin ein Alleinstellungsmerkmal für die Wedemark in der Region Hannover: „Es zeigt: Wir nehmen Kinder und Jugendliche ernst und wollen sie stärker in Entscheidungsprozesse einbinden. Das Ziel ist eine Beteiligung auf breiter Basis, um den Bedürfnissen und Wünschen unserer jungen Einwohnerinnen und Einwohnern gerecht zu werden.“
Die Rekommunalisierung der Abwasserbeseitigung war eines der Hauptthemen im Vorstandsbereich von Gemeindekämmerer Joachim Rose. „In der Nachbetrachtung ist die vollständig privatisierte Erledigung der Abwasserentsorgung durch ein privates, also profitorientiertes Unternehmen als Modell nicht geeignet. Viele der zu Jahresbeginn von der Gemeinde übernommenen Anlagen sind 30 Jahre alt und erneuerungsbedürftig. Entsprechend müssen wir investieren, um die Betriebssicherheit zu gewährleisten.“, so der Gemeindekämmerer und erläutert: „Dieses Jahr haben wir genutzt, um die dringendsten Maßnahmen an unserer Hauptkläranlage in Bissendorf und an einigen unserer rund 100 Pumpstationen umzusetzen. Für das nächste Jahr sind weitere Grundsanierungen an Pumpstationen geplant. Vor allem aber werden wir im nächsten Jahr zu entscheiden haben, wie es mit der über 30 Jahre alten Kläranlage Bissendorf weiter geht. Zurzeit wird an einem Konzept zu ihrer nachhaltigen und für die nächsten 30 Jahre zukunftsfähigen Ertüchtigung gearbeitet. Ich freue mich, dass wir bei der Abwasserbeseitigung personell sehr gut aufgestellt sind.“
Der Haushalt im Jahr 2016 hat sich erfreulicherweise besser entwickelt als geplant. Im Haushaltsplan 2016 war der Ausgleich des Defizits von 3 Mio. € im ordentlichen Bereich nur durch außerordentliche Erträge möglich. Noch herrscht das „Dezemberfieber“, denn kurz vor Jahresschluss werden immer die letzten Aufträge ausgeführt und die Rechnungen bezahlt. Aber schon jetzt ist absehbar, dass der voraussichtliche Jahresabschluss deutlich besser ausfallen wird.
„Die Gewerbesteuereinnahmen haben sich signifikant erhöht. Gleichzeitig konnten durch Haushaltsdisziplin bei den Aufwendungen Einsparungen realisiert werden, so dass es eine deutliche Verbesserung im ordentlichen Bereich und insgesamt einen Überschuss geben wird.“
„Im Zusammenhang mit der Gewerbesteuerentwicklung freut es mich, dass wir in der jüngsten Vergangenheit Erfolge bei der Ansiedlung und Erweiterung von Unternehmen in der Wedemark erzielen konnten.“. Als Beispiele für eine erfolgreiche Ansiedlungspolitik nannte Joachim Rose die Firma Rufin und das Rewe-Frischelager
Der Verwaltungsvorstand berichtete im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz zudem zu folgenden Themen des Jahres 2016:
Herausfordernde Debatten zu den Themen
Baumschutz
Windkraft und
Gewerbeentwicklung
Ansiedlungserfolge bei kleinen und mittleren Betrieben führen dazu, dass fast keine Gewerbeflächen mehr im Portfolio sind
EDEKA-Ansiedlung in Elze
Dienstantritt der neuen Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragten Silke Steffen-Beck
Kommunalwahl
Süd-link Erdverkabelung (Wedemark nicht betroffen) – Zusammenwirken von Gemeinde, Region, Landkreisen und Bürgerinitiativen
Neuregelung Altkleidercontainer
Feuerwehr:
Neue Persönliche Schutzausrichtung bestellt
Erstmals Heißausbildung in der Wedemark vor Ort angeboten
Gemeindefeuerwehrtag
Abstimmungen und schließlich Entgegennahme des FFW-Bedarfsplanes
Wedemark Spitzenreiter im Kitaausbau – qualitativ und quantitativ
Fortsetzung des Ausbaus – Kita Haus am Teich
Vertretungskonzept
74 Kulturveranstaltung in 2016 Rekord in Anzahl und mit wahren Highlights
Cafe Elternzeit eröffnet
Erstmalige Durchführung von Pimp your Town