VGH spendet fünften Rauchverschluss

Gemeindebrandmeister Dr. Maik Plischke (v. l.), Lothar Steinbarth (VGH), Ortsbrandmeister Michael Helfers und Stellvertreter Marcus Karp bei der Übergabe des mobilen Rauchverschlusses durch die VGH. Foto: B. Stache

Gemeindebrandmeister Dr. Plischke mahnt zum Tag des Rauchmelders

Brelingen (st). „Stell dir vor du drückst und alle drücken sich“, mit diesem starken Ausspruch führen die Niedersächsischen Feuerwehren derzeit eine Kampagne zur Nachwuchs- und Mitgliedergewinnung. „Stell dir vor deine Wohnung brennt und du verschläfst es – für ewig“, könnte ein makabrer Slogan heißen, der auf die Gefahren durch Rauchgase bei Bränden hinweist. Besonders nachts beim Schlafen sei es wichtig, „sich und seine Kinder vor der gefährlichen Rauchgasentwicklung zu schützen“, mahnte Gemeindebrandmeister Dr. Maik Plischke zum Tag des Rauchmelders am Freitag, 13. September. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die lebensrettende Funktion von Rauchmeldern. Diese sind gemäß Niedersächsischer Bauordnung vom 3. April 2012 für Neubauten seit dem 1. November 2012 Pflicht: „In Wohnungen müssen Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben“, heißt es dort unter Paragraf 44. Ab Ende 2015 gilt diese Pflicht auch für alle Wohnungen in Niedersachsen. Eine Vernetzung dieser Geräte sei vom Gesetzgeber nicht gefordert, erklärte Dr. Plischke. Auf der Internetseite „www.rauchmelder-lebensretter.de“ können sich Interessierte unter anderem über die Installation und Funktionsweise eines Rauchmelders sowie Kauftipps informieren. Am Dienstagabend erfolgte im Feuerwehrwehrhaus Brelingen die Übergabe eines mobilen Rauchverschlusses durch die VGH, die schon vier andere Ortsfeuerwehren der Wedemark mit einem sogenannten Rauch- oder Brandvorhang ausgestattet hatte. Lothar Steinbarth von der VGH Agentur in Brelingen überreichte das an einer Metallstange befestigte, nicht brennbare Tuch, das eine gesamte Türöffnung gegen heiße Brandgase verschließt. Harald Hesse, Teamleiter Gebäude- und Flächenunterhaltung der Gemeinde Wedemark, bedankte sich in Anwesenheit des Gemeindebrandmeisters sowie des Ortsbrandmeisters Michael Helfers für das Geschenk, das ein hervorragendes Mittel zur modernen Brandbekämpfung darstellt. Dieses wurde auch gleich gemeinsam mit dem stellvertretenden Ortsbrandmeister Marcus Karp getestet. Dr. Maik Plischke schilderte dabei eine Situation, die der Feuerwehr das Retten von Menschen erschwert. Es passiert immer wieder, dass Eltern bei Bränden vor lauter Stress nicht mehr in der Lage sind, den Rettern die Lage der Kinderzimmer im eigenen Haus zu benennen. Ein weiteres Problem: Kinder verstecken sich häufig bei Gefahr. In Kooperation der öffentlichen Versicherer in Niedersachsen und des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen e.V. wurde ein sogenannter Kinderfinder entwickelt: ein gelber, reflektierender Aufkleber, der an der Außenseite eines jeden Kinderzimmers anzubringen ist. Er erleichtert bei Brand und Rauch den Feuerwehrkräften, die Kinderzimmer zu finden. Den Kinderfinder gibt es in den VGH-Filialen, er kann helfen, Leben zu retten.