Viel Aufregung um Teenager

Als Lehrerinnen der sechsten Klasse der IGS Mellendorf sind Carmen Weiß (g.r.) und Cornelia Graus (g.l.) bei der Aufführung des Theaterstücks gefordert, den Ablauf in ruhige Bahnen zu bringen. Fotonachweis: G. Gosewisch

Theaterklasse der IGS Wedemark zeigt Selbstinszenierung

Mellendorf (gg). Die Aufführung des Theaterstücks `Jungen sind anders – Mädchen auch…` war für die sechste Klasse der IGS Wedemark eine Art Selbstinszenierung. Es ging um die für Teenager typische Abgrenzung zwischen Mädchen und Jungen. Aus den Gegensätzen, die das Teenager-Verhalten von Jungen und Mädchen prägen, sollten Gemeinsamkeiten entwickelt und aufgezeigt werden. Die am Anfang scheinbar vollkommen undenkbare Wendung gelang. Die Beurteilung von Eigenschaften stand auf dem Prüfstand, die Änderung von Sichtweisen war spannend. Aus einem abwertenden `Zickig` kann ein respektvolles `Mitfühlend` werden. Verspottetes kindliches Verhalten kann als sportliche Qualität bewundert werden. Das Stück kam sehr gut an, überzeugte mit Witz und spitzfindigen Texten.
„Das Thema hat sich im Unterricht aufgedrängt.“, erklärt Klassenlehrerin Carmen Weiß und weiter, „Die Idee zum Stück haben die Schüler selber entwickelt. Es ist eine Sammlung von Szenen.“ Die Lehrerin für Deutsch, Gesellschaftskunde und Religion ist ausgebildete Theaterpädagogin. Zusammen mit Cornelia Graus, ebenfalls Theaterpädagogin und Lehrerin für Sport und Hauswirtschaft, nimmt sie die Herausforderung an, zusätzlich zum Regelunterricht eine Schwerpunktausrichtung zu realisieren. Die gibt es an der IGS seit vorletztem Jahr für die Klassenstufe fünf und wird sich bis zum Jahrgang zehn durchziehen. Neben der Theater-Klasse, gibt es beispielsweise auch eine mit Schwerpunkt Musik, Forschung oder Europa. Carmen Weiß und Cornelia Graus sind sicher, die Klasse über das Profil positiv fördern zu können, trotzdem es ein Pilotprojekt sei und keine Erfahrungswerte vorliegen. Viele positive Entwicklungen habe es schon gegeben. Das Bewusstsein über das eigene Tun und Handeln etwa sei unter den Schülern spürbar gewachsen und auch an Selbstbewusstsein mangele es nicht. Das war bei der Aufführung deutlich zu bemerken. Statt Lampenfieber zu entwickeln, brannten alle darauf, sich auf den Theaterbrettern zu zeigen. Dass die Grundschule Mellendorf kooperativ die Aula mit der Bühne auch regelmäßig einmal in der Woche für Proben zur Verfügung stellt, sei für die Theaterklasse ein großes Glück, erklärt Carmen Weiß. Unterstützung drum herum mit Buffet und Kartenverkauf gab es durch die Unterstützung der Eltern mit den Elternvertretern Anja Weiss und Heike Teske. Mit den Einnahmen sollen weitere externe Fördermaßnahmen bezahlt werden. „Wir schätzen den fachlichen Austausch mit Experten aus dem Schauspielhaus Hannover. Das wollen wir beibehalten“, so Weiß. Weitere Aufführungen sollen folgen, dann auch in Kooperation mit dem Theater Löwenherz und der IGS Langenhagen im Sommer.