Volksbank lässt nicht mit sich reden

Ist enttäuscht von der mangelnden Kompromissbereitschaft der Volksbank: Elzes Ortsbürgermeister Jürgen Benk. Foto: A. Wiese

Benk und Zychlinski können Komplettrückzug der Volksbank aus Elze nicht verhindern

Elze (awi). Aufgrund von Protes-ten aus Teilen der Bevölkerung in Elze und der Vorsitzenden des Behindertenbeirates der Gemeinde Wedemark, Renate Löhr, gegen die Einstellung auch des SB-Services der Volksbank in Elze hat sich Elzes Ortsbürgermeister Jürgen Benk an den Sprecher des Vorstandes der Volksbank in Hannover, Jürgen Wache, gewandt.
In seinem Schreiben hat Benk erneut auf die Benachteiligung gerade für ältere und mobilitätseingeschränkte Bürger hingewiesen und Wache gebeten, Alternativen zu den in der Presse von der Volksbank vorgeschlagenen Geldbeschaffungsmöglichkeiten in Erwägung zu ziehen. Während Überweisungen per Post erledigt werden könnten, setze die Bargeldbeschaffung den persönlichen Einsatz voraus, also die Fahrt nach Mellendorf oder die Beschaffung über die Supermärkte in Elze. Es ist in der Tat so, dass in Elze sowohl bei „Netto Marken-Discount“ und bei „NP Discount“ Bargeld bis zu 200 Euro pro Tag gebührenfrei abgehoben werden kann, wenn mit der Giro Card für mindestens 20 Euro eingekauft wird. Die Bargeldabhebung setzt also immer einen Einkauf voraus, während Volksbankkunden bisher gebührenfrei und ohne Einkauf über ihr Geld bei der Volksbank in Elze verfügen konnten. In dem Schreiben an den Sprecher des Vorstandes der Volksbank Hannover, Jürgen Wache, hatte Benk vorgeschlagen, dass die Kunden der Volksbank, die zukünftig ihre Bargeldbedürfnisse bei der Sparkasse Elze erledigen, die dabei entstehenden Gebühren von der Volksbank erstattet bekommen sollen.
Eine weitere Alternative für Volksbank-Kunden wäre der Wechsel zur Kreissparkasse Elze, wo alle Bankgeschäfte direkt vor Ort abgewickelt werden können. Nach Auskunft der Sparkasse werden alle Formalitäten, die für den Wechsel von der Volksbank zur Sparkasse erforderlich sind, von der Sparkasse erledigt. Es genügt das Ausfüllen eines Formulars direkt in der Filiale der Kreissparkasse und der Rest wird von der Sparkasse erledigt. Auf Nachfrage erklärte Benk, dass das Büro von Jürgen Wache sowohl mit Bürgermeis-
ter Helge Zychlinski als auch mit ihm als Ortsbürgermeister Kontakt aufgenommen und um eine Telefonkonferenz gebeten habe. In dieser Telefonkonferenz am letzten Montag im Büro des Bürgermeisters habe Wache nochmals den Standpunkt der Volksbank vertreten, dass die Schließung aus wirtschaftlichen Gründen erforderlich sein. Er verwies auf die Möglichkeiten des Bargeldbezugs über den örtlichen Einzelhandel und die Möglichkeit, dass ältere Menschen per Telefon der Volksbank in Mellendorf ihre Überweisung diktieren könnten. Der Versuch, andere Standorte für den Geldautomaten zu finden, sei in Elze gescheitert. Auf Nachfrage sei Wache nicht bereit gewesen erneut einen Geldautomaten der Volksbank in Elze aufzustellen, auch wenn Zychlinski und Benk Standorte vermitteln könnten. Auch die Frage nach Erstattung der Gebühren bei Bargeldbezug bei der Sparkasse Elze habe Wache konsequent abgelehnt, so Benk, mit dem Hinweis, in anderen Bereichen würde das auch nicht erfolgen. „Mit der heutigen Meldung in der Presse, dass auch die Sparkassen ihr Filialnetz ausdünnen wollen, gewinnt das Thema erneut eine weitere Brisanz. Wer den Sparkassenstandort in Elze weiter erhalten will sollte ernsthaft darüber nachdenken, dass der Wechsel von der Volksbank Mellendorf zur Sparkasse Elze dazu beitragen kann, den Sparkassenstandort Elze festigen“, so Benk gegenüber dem Wedemark ECHO.