Volkstrauertag in der Wedemark

Der Schützenverein Scherenbostel legte am Volkstrauertag ebenfalls ein Gesteck am Ehrenmal in Wiechendorf nieder. Foto: A. Wiese

Ortsbürgermeister Gerd Dolle: „Es gibt auch heute Unverbesserliche.“

Wiechendorf (awi). In fast allen Ortsteilen der Gemeinde Wedemark hat es am Volkstrauertag
Gedenkfeier und Kranzniederlegungen für die Opfer von Krieg und Gewalt gegeben. Das ECHO besuchte stellvertretend die Veranstaltung in Wiechendorf. Diese zentrale Veranstaltung für die Dreidörfergemeinschaft Scherenbostel, Wiechendorf und Schla-
ge-Ickhorst wird traditionell vom Schützenverein Scherenbostel ausgerichtet. Pastor Thomas Hirschberg berichtete von Gesprächen mit Konfirmenden darüber, was VIPS (bedeutende Personen) seien und was sie ausmache. Ein Zeitzeuge des Dritten Reiches, der durch sein Buch, einen Film und Gespräche mit Schülern die Erinnerungen an die Geschehnisse des Dritten Reiches wach halte, sei eine solche wichtige Person. „Wer die Vergangenheit vergisst, ist gezwungen, sie noch einmal zu erleben“, mahnte Pastor Hirschberg. Der Zeitzeuge wolle die Menschen davor bewahren und auch Orte wie dieses Mahnmal seien Wichtig, damit man unschöne Dinge nicht aus der Sicht verliere.
Scherenbostels Ortsbürgermeister Gerd Dolle betonte, dass es „auch heute Unverbesserliche gibt, die das Gedankengut des Tausendjährigen Reiches weiterverbreiten und vor allem junge Menschen damit beeinflussen“ Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die Nazi-Aufmärsche zum Beispiel in Bad Nenndorf. „Unsere Aufgabe ist es, dieser Entwicklung entgegen zu treten und ihr Einhalt zu gebieten“, verklärte der Ortsbürgermeister vor Ortsratsmitgliedern, Schützen und Bürgern am Ehrenmal in Wiechendorf. Nachdem vor über 60 Jahren die Vertreter früher verfeindeter Nationen begonnen hätten, sich die Hände zur Versöhnung zu reichen, um diese Erbfeindschaft zu überwinden, sei es nun an der heutigen Generation, dieses freundschaftliche Miteinander zu bewahren und zu festigen. Inzwischen sei dieses freundschaftliche Miteinander erfreulicherweise in politischen und wirtschaftlichen Beziehungen fest verwurzelt, freute sich Dolle. Nach der Gedenkfeier gingen die Teilnehmer gemeinsam zum Kaffeetrinken auf den Hof Schnehage.