Volkstrauertag lässt die Opfer nicht vergessen

Am Volkstrauertag nahmen in Oegenbostel Abordnungen der Freiwilligen Feuerwehr und der Reservistenkameradschaft Wedemark teil. Die Reservisten stellten die Ehrenwache, der Kranz wurde von der Ortsfeuerwehr am Ehrenmal niedergelegt. Foto: B. Stache

Reservistenkameradschaft Wedemark beteiligt sich mit Ehrenwachen

Oegenbostel (st). Die Teilnahme der Reservistenkameradschaft (RK) Wedemark an Kranzniederlegungen zum Volkstrauertag hat schon Tradition. Zur Gedenkveranstaltung am Sonntag auf dem Friedhof in Oegenbostel war eine Abordnung von acht Reservisten der Bundeswehr gekommen – vom Heer, der Luftwaffe und der Marine. „Wir nehmen seit vielen Jahren an der Kranzniederlegung zum Volkstrauertag in Oegenbostel teil. Wir pflegen diese gute Tradition gerne“, erklärte RK-Vorsitzender Knuth Uhland, Oberfeldwebel der Reserve. Abordnungen der Reservistenkameradschaft Wedemark nahmen am Sonntag auch noch an den Kranzniederlegungen in Berkhof, Elze und Mellendorf teil. Die Freiwillige Feuerwehr Oegenbostel war unter Führung von Ortsbrandmeister Guido Plesse vertreten. Pastorin Debora Becker hatte das Thema Trauer in den Mittelpunkt ihrer Predigt gestellt, die sie in der Friedhofskapelle hielt. Dabei zitierte sie Innenminister Thomas de Maizière mit seinem Statement nach den Anschlägen in Paris: „Mein Herz ist schwer vor Trauer. Wer mag, kann beten. Ich tue es.“ Danach fuhr sie fort: „Und wir werden es auch tun. Heute am Volkstrauertag wollen wir der Opfer von Krieg und Gewalt gedenken. Besonders sind wir dabei heute in Gedanken bei unseren Nachbarn in Frankreich. Wir wollen für sie beten und mit ihnen um ihre Verstorbenen trauern.“ Durch die Anschläge in Paris sei aus abstrakt gewordener Volkstrauer reales und echtes Entsetzen geworden, Betroffenheit, ja Trauer. „Und die soll heute ihren Ort haben“, formulierte es Pastorin Debora Becker in ihrer Predigt. Beim Volkstrauertag-Gottesdienst in Brelingen wurden 129 Kerzen für die Opfer von Paris und eine große Kerze für alle, die noch mit dem Tod ringen, angezündet. Nach der Andacht in Oegenbostel legte die Freiwillige Feuerwehr einen Kranz am Ehrenmal nieder, an dem die Reservistenkameradschaft die Ehrenwache stellte. In ihrer Rede erinnerte Ortsbürgermeisterin Rosemarie Spindler auch an die aktuellen Ereignisse in Paris. „Das war ein würdiges Gedenken zum Volkstrauertag“, empfand Guido Plesse nach der Kranzniederlegung. Der Ortsbrandmeister ist Stabsfeldwebel der Luftwaffe und Angehöriger des Lufttransportgeschwaders (LTG) 62, das auf dem Fliegerhorst Wunstorf stationiert ist. „Das Gedenken am Volkstrauertag ist für mich wichtig. Damit zeigen wir Lebenden, dass die, die durch Krieg und Gewalt ihr Leben verloren haben, nicht vergessen sind“, erklärte der 31-jährige Mellendorfer Ralph Wille, Hauptgefreiter der Reserve. Mitglieder der RK hatten am Vortage gemeinsam mit Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr den Friedhof und das Ehrenmal von Laub befreit. Nach der Kranzniederlegung hatte die Freiwillige Feuerwehr Oegenbostel alle Teilnehmer zu einem Frühstück in den Schulungsraum im Feuerwehrgerätehaus eingeladen. „Auch das ist gute Tradition“, so Ortsbrandmeister Guido Plesse.