Vom Vordenker zur tragenden Kraft

Zum 20. Geburtstag des Fördervereins für Tageskinder und -eltern spricht Gemeindebürgermeister Tjark Bartels der Vorsitzenden Irmtraud Bernstorf mit einer kleinen Aufmerksamkeit seinen aufrichtigen Dank aus. Foto: S. Birkner

Förderverein für Tageskinder und -eltern feierte seinen 20. Geburtstag

Bissendorf (sb). Weil die kommunale Kinderbetreuung dem Bedarf vor 20 Jahren allmählich nicht mehr gerecht wurde, gründete sich damals der Förderverein für Tageskinder und -eltern. Was 1992 als gut gemeintes Ergänzungsangebot gemeint war, hat sich im Laufe der Zeit zu einer festen Institution in der Wedemärker Betreuungslandschaft entwickelt. Am vergangenen Mittwoch feierte das Tagesmütterprojekt im Bissendorfer Bürgerhaus seinen 20. Geburtstag, zu dem es Lob von allen Seiten gab.
Gemeindebürgermeister Tjark Bartels unterstrich in seiner Ansprache die Bedeutung des vom Verein organisierten Betreuungsangebots. „Auf das Tagesmütterprojekt entfallen etwas mehr als zwei Prozent der geleisteten Arbeitsstunden im Betreuungsbereich, was zunächst nicht nach besonders viel klingt“, meinte er. Gemessen an 2,5 Millionen jährlichen Gesamtstunden in Krippe, Hort und Kindergarten erkläre sich die Bedeutung dieses Pensums aber schnell. Durch seine Arbeit ermögliche der Förderkreis vielen jungen Eltern die nötige Alltagsflexibilität und gewährleiste die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Vor 20 Jahren war es eine Randerscheinung, wenn junge Mütter durch fehlende Betreuungsmöglichkeiten ins soziale Aus gerieten“, sagte Bartels. Heute seien zwei arbeitstätige Elternteile gang und gäbe – weshalb das Projekt eine wichtige gesellschaftliche Funktion in der Wedemark erfülle. Der Bürgermeister lobte außerdem, dass die 16 Tagesmütter auf Wunsch sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden. „Auf diese Weise ist Ihr Verein ein echter kleiner Arbeitgeber, was die Sache sicher nicht unkomplizierter macht“, sagte er an Irmtraud Berns-
torf gerichtet. Bernstorf, der Förderkreisvorsitzenden, galten auf der Jubiläumsveranstaltung ohnehin viele Dankesworte. Heiner Pott, Staatssekretär im Niedersächsischen Sozialministerium, überbrachte die Grüße seiner Ressortchefin Aygül Özkan. Etwas überraschend präsentierte er sich nicht übermäßig förmlich, sondern zeigte sich „als Vater von fünf Kindern“ von seiner menschlichen Seite. Er dankte Bernstorf für ihr „beeindruckendes und außergewöhnliches Engagement“ und lauschte wie die anderen Besucher aufmerksam den Gesängen des Brelinger St. Michaelis-Kinderchors.