„Von guten Mächten treu und still umgeben"

Pastor Falk Wook (r.) dankte Hartmut von Blanckenburg in Namen der Gemeinde. Foto: E.A. Nebig

Zu Neujahr bestieg Dr. Hartmut von Blanckenburg die Laien-Kanzel

Godshorn (ne). In der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Zum Guten Hirten finden häufig besondere Gottesdienste und Andachten in der Kirche sowie in der alten Kapelle statt. Häufig werden dabei Laien mit eingebunden. Jetzt stand am Neujahrstag die 4. Laienkanzel im Rahmen eines Abendgottesdienstes auf dem Programm. Erstmalig beteiligte sich die benachbarte Emmaus-Kirchengemeinde daran, die ihre Gemeindeglieder nach Godshorn einlud.
Den Abendgottesdienst hielt nach einer Begrüßung durch den Vorsitzenden des Godshorner Kirchenvorstandes, Marko Balkenhol, Gemeindepfarrer Falk Wook. Er verwies auf die Jahreslosung der EKD. Sie ist im Römerbrief 12,21 zu finden und lautet: „ Lass Dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem“. Diese Ermahnung des Apostel Paulus an die Römer-Gemein- de stand im Mittelpunkt des Gottesdienstes. Doch anstatt des Pastors bestieg ein Laie die Kanzel, der eine Ansprache zur Losung hielt. Diesmal war es der in der Elisabeth-Gemeinde engagierte Zahnarzt Dr. Hartmut von Blanckenburg, der Mitinitiator der Langenhagener Querbeet-Gottesdienste ist. Als Zahnmediziner gehört er zu den Vorreitern auf dem Gebiet der metallfreien Versorgung von Zahninplantaten. Zu dieser Thematik war er schon in ganz Europa auf 150 Fachvortragsreisen unterwegs. Unlängst referierte er in St. Petersburg und Budapest. Er ist Angehöriger einer Familie, die seit Jahr- zehnten im örtlichen kirchlichen Leben engagiert ist. So zum Beispiel der verstorbene ehemaalige Gemeindepfarrer und Militärdekan von Blanckenburg in der Emmaus-Gemeinde, deren Kirche auch Garnisonkirche ist. Der Redner verband seine persönlichen Erfahrungen mit dem Losungs-Bibelzitat und mahnte zu Toleranz und Vergebung. Dr. Hartmut von Blanckenburg betonte dabei, dass die Beachtung der Jahreslosung helfen könne, mit Problemen, Spannungen, Enttäuschungen sowie der Hoffnung auf Gerechtigkeit besser fertig zu werden. Die Fähigkeit zu verzeihen sei in vielen Dingen des Zusammenlebens gefragt. Zum Schluss seiner Ausführungen erinnerte er an den 1945 von Nationalsozia- listen ermordeten Pastor Dietrich Bonhoeffer. Der schrieb zum Jahreswechsel 1944/45: „Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich dieser Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr“. Hinter der „Laienpredigt“ stecken die vor vier Jahren entwickelten Vorstellungen von Pastor Wook und die des Kirchenvorstandes, dass sich beim Neujahrsgottesdienst eine Person des öffentlichen Lebens einem vorgegebenen biblischen Text aus einer anderen Perspektive als der theologischen, beziehungsweise innerkirchlicher Sicht nähert. Dem Gottesdienst schloss sich ein Empfang im Gemeindehaus an. Dessen Verlauf nutzten etliche Teilnehmer/innen, um Gespräche mit dem Referenten zu führen.