Vorbildliche Nachwuchsarbeit

Hermann von Tiepermann (Dritter von links) ist seit 60 Jahren Mitglied der Feuerwehr Gailhof. Die offizielle Ehrung wird nachgeholt, weil die Urkunden noch nicht vorlagen, doch formlos gratulierten der stellvertretende Gemeindebrandmeister Christoph Boss (von links), Ortsbrandmeister Heinz Mohlfeld, die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier (von rechts), der stellvertretende Brandabschnittleiter Volker Kluth und der wiedergewählte Atemschutzgerätewart Daniel Wolff ihm schon bei der Hauptversammlung.
 
Atemschutzgerätewart Daniel Wolff (links) zeigt der Ersten Gemeinderätin Susanne Schönemeier die neue LED-Knicklampe, die für die Atemschutzgeräteträger angeschafft wurde, und die viel effektiver als der alte Handschweinwerfer in de Händen des stellvertretenden Gemeindebrandmeisters Christoph Boss ist. Dennoch haben die Gailhofer Atemschutzgeräteträger zusätzlich auf eigene Kosten auch noch Helmlampen besorgt.

Feuerwehr Gailhof hat fast soviele Jugendliche wie Aktive

Gailhof (awi). In kaum einer Wehr ist das Verhältnis so ausgeglichen: 16 aktiven Feuerwehrkameraden stehen in Gailhof 13 Mitglieder der Jugendabtelung und 14 Alterskameraden gegenüber. 61 fördernde Mitglieder sind das starke Rückgrat der kleinen Feuerwehr, die ohne die Jugend 1.103 Dienststunden im abgelaufenen Jahr leistete, 36 Stunden im Einsatz war und in 35 Diensten 602 Ausbildungsstunden leistete. Die elf Einsätze in 2016 gliedern sich laut dem Bericht von Ortsbrandmeister Heinz Mohlfeld in sieben Brand- und vier Hilfeleistungseinsätze auf. Sehr engagiert brachten sich die Gailhofer Kameraden in das Dorfleben ein, organisierten das zweite Weihnachtsbaumverbrennen und einen Laternenumzug mit rund 150 Teilnehmern, veranstalteten Bowling-Übungsabende und nahmen am Bowlingcup in Langenhagen teil, waren bei der Dorfreinigung im Einsatz, pflegten die Hydranten und gingen anschließend Boßeln und unternahmen als Kameradschaftsfahrt eine Segway-Tour durch Hannover. Die Beförderung von Calvin Hogh wurde auf die nächste Versammlung im Sommer verschoben und auch für Hermann von Tiepermann, der seit 60 Jahren Mitglied der Feuerwehr Gailhof ist, wird die Ehrenurkunde nachgereicht. Kameraden aus Gailhof besuchten Lehrgänge zum Atemschutzgeräteträger und zum Truppführer. Zwei Kameraden bestanden die Truppmann II-Ausbildung.
Als erste Wehr in der Wedemark verfügt die Gailhofer Feuerwehr seit 2016 über eine separate Damenumkleide, die Kosten für den Umbau in Höhe von 1.000 Euro habe die Gemeinde voll übernommen, freute sich Ortsbrandmeister Heinz Mohlfeld.
Den Bericht für die Jugendfeuerwehr hielt der stellvertretende Jugendfeuerwehrwart Andreas Franz, da Christine Göing erkrankt war. Sie wurde jedoch in Abwesenheit erneut zur Jugendfeuerwehrwartin gewählt. Der Jugendwehr gehören in Gailhof sieben Jungen und sechs Mädchen im Alter von acht bis 15 Jahren an. Ohne Sommerfahrt leisteten sie bei 44 Diensten 840 Stunden. Vier Kinder bestanden die Jugendflamme I, zwei weitere die Jugendflamme II. Bei den Gemeindewettbewerben wurden sie zwar nur neunte von zwölf Teilnehmern, errangen aber den Pokal für die jüngste Mannschaft. Das Üben für die Wettkämpfe mache mittlerweile noch mehr Spaß, da Ralf Boss neue Übungsgeräte gebastelt habe, bedankte sich Andreas Franz. Im Sommer fuhren die Gailhof zusammen mit der Jugendfeuerwehr Mellendorf nach Fehmarn. Atemschutzgerätewart Daniel Wolff, der ebenfalls wiedergewählt wurde, berichtete von acht Atemschutzgeräteträgern, die zusammen mit den Kollegen aus Wennebostel, Brelingen und Hellendorf übten und im letzten Jahr auch vier große Übungen bewältigt hätten. 172 Stunden fielen allein bei den Atemschutzgeräteträgern an. Für die Altersgruppe berichtete der frühere Brandmeister Georg Plumhoff von 14 Alterskameraden, die sich meist den Diensten der Aktiven anschlössen und diesen zudem Termine wie Geburtstag, Beerdigungen oder den Volkstrauertag abnähmen. Plumhoff dankte für die gute Zusammenarbeit und betonte, er sei besonders stolz, dass in Gailhof so viele Jugendliche in die Feuerwehr einträten und sich auch als Atemschutzgeräteträger ausbilden ließen. Für einen kleinen Ort wie Gailhof sei das eine tolle Leistung.
Die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier war zum ersten Mal in Gailhof, berichtete aber, dass sie mit der Feuerwehr, die ja zu ihrem Vorstandsbereich gehöre, in den letzten Monaten schon einiges erlebt habe. Sie dankte den Gailhofer Kameraden für die Zeit und das Interesse, dass sie in die Feuerwehr einbrächten und schloss da ausdrücklich auch die Familien der Kameraden mit ein, ohne deren Unterstützung der Einsatz nicht möglich wäre. Schönemeier bestaunte den Zulauf für die Gailhofer Feuerwehr, insbesondere auch in der Jugendabteilung und schloss mit den Worten: „Wie wichtig Sie sind, brauche ich Ihnen nicht zu sagen. Seien Sie sicher, dass wir Sie zu schätzen wissen!" Diese Einlassung nutzte Ortsbrandmeister Heinz Mohlfeld sogleich, um nachzufragen, ob die Gemeinde denn auch die Renovierung des großen von der Feuerwehr genutzten Raums im Dorfgemeinschaftsraum übernehmen würde. Grußworte sprachen auch der stellvertretende Brandabschnittsleiter Volker Kluth und der stellvertretende Gemeindebrandmeister Christoph Boss. Dieser wies unter anderem darauf hin, dass es Rettungskarten für technische Hilfeleistungen an verunfallten Autos jetzt digital direkt von der Leitstelle gebe, so dass Schere und Spreizer schnell und effektiv eingesetzt werden können. Da die Gailhofer Wehr seit 2016 auch im Ersteinsatz auf Autobahn ist, kam dieser Information besondere Bedeutung zu. Abschließend richtete Heinz Mohlfeld Grüße von der an diesem Abend durch einen anderen Termin verhinderten Ortsbürgermeisterin Jessica Borgas aus und freute sich über das "Flachgeschenk", dass er von ihr erhalten habe.