Vorschusslorbeeren für Schönemeier

Gratulation für die einstimmig frisch gewählte Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier (zweite von rechts) von Bürgermeister Helge Zychlinski (von rechts), Rebecca Schamber und Jürgen Benk von der SPD-Fraktion, Gemeindekämmerer Joachim Rose sowie Rudi Ringe und Susanne Brakelmann von der CDU-Fraktion. Foto: A. Wiese

Einstimmiges Votum und viel Lob im Vorfeld für neue Erste Gemeinderätin

Bissendorf (awi). Soviel Lob im Vorfeld war sogar der Gelobten ein bisschen unheimlich: Sie hoffe, den hohen Erwartungen an ihre Person entsprechen zu können sagte Susanne Schönemeier nach ihrer einstimmigen Wahl zur Ersten Gemeinderätin der Gemeinde Wedemark am Montagabend in der Ratssitzung im Bürgerhaus in Bissendorf. Zuvor waren nach einer kurzen Vorstellung der Hannoveranerin alle anwesenden Ratsmitglieder in offener Abstimmung dem Vorschlag von Bürgermeister Helge Zychlinski gefolgt.
Der hatte von seinem Vorschlagsrecht für diesen wichtigen Wahlbeamtenposten in der Gemeindeverwaltung Gebrauch gemacht, nachdem er Schönemeier aus 29 Bewerbungen, darunter 13 Frauen, ausgewählt hatte (das ECHO berichtete ausführlich). Die Fraktionen hatten bereits nach der Vorstellung der Bewerberin in ihren Reihen signalisiert, dass sie mit der Wahl des Bürgermeisters in vollem Umfang einverstanden waren. Und so war die Wahl am Montagabend eigentlich nur noch Formsache. Bürgermeister Helge Zychlinski bat die Ratsmitglieder, nur noch kurz seinen Ruf „Mein rechter, rechter Platz ist frei“ zu hören und Abhilfe zu schaffen. Susanne Schönemeier selbst skizzierte noch einmal kurz ihren Lebenslauf, in dem ihre Ausbildung in der Verwaltung, ihr Jurastudium und ihre vielseitigen Tätigkeiten auch in Verbänden und Vereinen die Pfunde sind, mit denen sie wuchern kann. Sie bekundete ihre Bereitschaft in die Wedemark zu ziehen und erklärte ihren Wunsch nach einem beruflichen Wechsel nach nur einem Jahr damit, als Bundesgeschäftsführerin der Multiple Sklerose Gesellschaft zu weit weg von der Basis zu sein. Ihr Ding sei die Arbeit nah am Bürger, verriet sie und die Chance sehe sie als Erste Gemeinderätin in der Wedemark. Als Expertin für Seniorengerechtes Bauen und Umbauen sowie Mietrecht und Pflegegesetze besetzt sie genau die richtigen Themen und sie wolle sich vor allem auch in der Flüchtlingsproblematik engagieren, sagte die 50-Jährige zu. Die Wedemark sei diesbezüglich bereits sehr gut aufgestellt. Sie wolle die Dinge weiter auf einen guten Weg bringen und die Bereiche Sprache und Bildung anpacken, auch indem sie eng mit der neuen Integrationsbeauftragten zusammenarbeite, die ebenso wie Schönemeier ihren Dienst am 1. August antreten wird. Auch bei den Schulen sei die Wedemark gut aufgestellt, dennoch gebe es beim Ausbau der Ganztagsschulen, der Hort- und Ferienbetreuung noch viel zu tun. „Wir können noch viel miteinander bewegen“, zeigte sich Schönemeier überzeugt.
Für die SPD-Fraktion zeigte sich Rebecca Schamber „hoch erfreut“ über die erfolgreiche Ausschreibung und die Resonanz von 29 Bewerbungen. Der Personalvorschlag des Bürgermeisters komme dem Wunsch der SPD entgegen, den Frauenanteil auf der Führungsebene zu erhöhen beziehungsweise zu erhalten. Insbesondere mit ihrem überragenden ehrenamtlichen Engagement habe die Wedemark viel zu bieten, propagierte Schamber, und habe auf diese Weise eine so kompetente Frau mit vielfältiger Berufserfahrung als Bewerberin gewinnen können. Sie habe beim Lesen der Bewerbung spontan an die berühmte „eierlegende Wollmilchsau“ denken müssen, entschuldigte sich Schamber zugleich bei Schönemeier für den Vergleich, wollte damit aber belegen, dass sie fast nicht habe glauben können, dass ein Bewerberprofil tatsächlich so perfekt auf das Anforderungsprofil der Gemeinde passen könnte. Susanne Schönemeier werde mit ihrer sympathischen Art schnell Zugang zu den Menschen in der Wedemark bekommen, so Schamber.
CDU-Fraktionschef Rudi Ringe gestand Bürgermeister Helge Zychslinsk zu, dass es „tatsächlich immer mal wieder vorkommt, dass der Bürgermeister brauchbare und gute Vorschläge macht“. Schönemeier mache einen kompetenten Eindruck und bringe alle Voraussetzungen mit, ihr Amt professionell und neutral auszuüben. Ausbildung und Lebenslauf seien eindrucksvoll. Ihr Auftreten habe die CDU-Fraktion überzeugt, das Versprechen ihren Wohnsitz in die Wedemark zu verlegen, sei gut angekommen. Ingemar Becker von den Grünen bestätigte, auch er und seine Parteifreunde seien auf der gemeinsamen Sitzung mit der SPD sogleich von Schönemeier überzeugt gewesen. Sie bringe Dinge ein, die für die Grünen Zukunftsthemen sein. „Wir im politischen Raum können von Ihnen lernen“, so Ingemar Becker.
Der Rat hörte unter anderem am Montagabend einen Bericht von Projektkoordinator Franz Rainer Enste zum Sachstand des Projektes „Geschichte der Wedemark 1930 bis 1950“, stimmte kontrovers über die Flächennutzungsplanänderung in Bissendorf-Wietze ab, wobei der Verwaltungsvorschlag mit einer knappen Mehrheit von zwei Stimmen durchging, nickte den Bebauungsplan Hinterm Dorfe in Scherenbostel ab, leitete eine Spende von mehr als 10.000 Euro an den Verein „Miteinander Wedemark“ für Flüchtlingsarbeit weiter und stimmte einer überplanmäßigen Auszahlung für den neuen Bauhof zu. Mehr zu diesen Tagesordnungspunkten lesen Sie am Sonnabend im ECHO