Vortrag und Ausstellung über die Stasi

Dr. Hans-Jürgen Grasemann (v.l.), Reiner Fischer und Dr. Heinrich Peyers sehen sich einige Exponate der Ausstellung von Stasi Spionagewerkzeugen an. Foto: B. Stache

SPD erinnert an einen Teil deutscher Geschichte

Bissendorf (st). Im Namen der SPD Bissendorf-Wennebostel begrüßte Pressesprecher Reiner Fischer am Dienstagabend im Bürgerhaus Bissendorf zahlreiche Besucher, unter ihnen Ortsbürgermeisterin Christa Bogenschütz, zu einem Vortrag über das Thema „Operationsgebiet Bundesrepublik – Die Stasi im Westen“. In seiner Eröffnungsrede erinnerte Fischer an den 60. Jahrestag des DDR-Volksaufstandes vom 17. Juni 1953: „Ein Aufstand gegen ein undemokratisches Regime, der mit Hilfe von Soldaten und Panzern niedergeschlagen wurde.“ Er sei davon überzeugt, dass sich Geschichte nur dann nicht wiederhole, wenn man bereit ist daraus zu lernen, erklärte er. Mit dem Satz „Und damit wir daraus lernen, sollten wir Zusammenhänge kennen“, leitete er zur Vorstellung der beiden Hauptakteure des Abends über: Dr. Heinrich Peyers aus Dungelbeck bei Peine, der im Foyer des Bürgerhauses in vier Vitrinen zahlreiche Exponate aus der „DDR-Spionagekammer“ zur Ausstellung brachte und erklärte, darunter ein Fotoapparat im Schuhabsatz, in einem Kugelschreiber oder im BH einer Bardame. Als Gastredner konnte Dr. Hans-Jürgen Grasemann aus Braunschweig gewonnen werden, Oberstaatsanwalt a.D. und ehemaliger stellvertretender Leiter sowie Sprecher der Zentralen Erfassungsstelle Salzgitter (diese hatte die Aufgabe, in der DDR begangenes Unrecht zu sammeln und zu dokumentieren). Dr. Grasemann erwies sich in seinem Vortrag als profunder Kenner der Stasi, des früheren Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, sowie des DDR Verfassungsrechts. Er widmete sich mit Schwerpunkt den Stasi Aktivitäten im Westen und behandelte dabei auch die Themen Spionage, Übersiedler sowie Institutionen im Focus der Stasi, beispielsweise die NATO. Der Vortragende schilderte anschaulich und eloquent so manche Aktion der Beschattung und Ausspähung, „die Beobachtung und Zersetzung von Menschen, denen man schaden wollte“. Dr. Grasemann spricht auch über diese Themen an Schulen in den neuen Bundesländern. In einem Pressegespräch unmittelbar vor seinem Vortag hatte er erklärt: „Die juristische Aufgabe ist erledigt. Was bleibt, ist die zeitgeschichtliche, die historische Dimension, die Aufklärungsarbeit.“ Mit dem Zitat „Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf“, erinnerte der Oberstaatsanwalt a.D. an den Wert der Demokratie, den es immer wieder deutlich zu machen gelte, wenn man sich mit Diktaturen beschäftigt. Es folgte eine rege Diskussion mit den zirka 60 Gästen. Zum Dank überreichte Reiner Fischer die schon traditionelle Flasche Rotwein an Dr. Peyers und den Gastredner Dr. Grasemann. „Den Vortrag fand ich sehr lebendig und informativ. Ich war angenehm überrascht von dem großen Interesse so vieler Bürger, die daran teilgenommen haben“, erklärte Jochen Pardey, Vorsitzender des Vereins Bürger für Resse.