Wachablösung bei der CDU Wedemark

Der neue CDU-Gemeindeverbandsvorstand mit der scheidenden Vorsitzenden Editha Westmann (dritte von links): Schriftführerin Susanne Kopp (von links), stellvertretender Vorsitzender Gerhard Menke, neuer erster Vorsitzender Felix Adamczuk, stellvertretende Vorsitzende Heike Siedenberg und Kassenwart Rudi Ringe. Foto: A. Wiese
 
Die scheidende Vorsitzende Editha Westmann gratulierte ihrem Nachfolger Felix Adamczuk mit einem Blumenstrauß.
 
Der stellvertretende CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Gerhard Menke verabschiedete Editha Westmann mit einem Blumenstrauß.

Editha Westmann kandidiert nicht mehr für Vorsitz – Felix Adamczuk folgt nach

Wedemark (awi). Felix Adamczuk aus Hellendorf ist neuer Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes Wedemark. Er konnte am Dienstagabend im Gasthaus Bludau bis auf eine Enthaltung alle Stimmen der anwesenden Mitglieder auf sich vereinen. Die langjährige Vorsitzende Editha Westmann (vorher Lorberg) hatte frühzeitig signalisiert, dass sie die Zeit für einen Wachwechsel bei der CDU Wedemark für gekommen halte und Adamczuk selbst vorgeschlagen. Ihr Nachfolger müsse jemand sein, der politisches Gespür habe, sensibel auf verschiedene Charaktere eingehen könne, vermittelnd auftrete, die Sache mit Herzblut angehe und jünger sei. All das treffe auf Adamczuk zu. Die Mitglieder sahen das offensichtlich genauso. Es kam kein Gegenvorschlag und das Ergebnis war eindeutig. Als Stellvertreter werden dem neuen CDU-Vorsitzenden die bisherigen Amtsinhaber weiter zur Seite stehen: Gerhard Menke aus Gailhof und Henning Burtz (in Abwesenheit) aus Plumhof wurden in ihren Ämtern bestätigt. Außerdem wurde mit Heike Siedenberg aus Mellendorf eine dritte Stellvertreterin gewählt, um die Aufgaben im Gemeindeverbandsvorstand noch besser verteilen zu können.
Seine eigene Vorstellung hatte der 38-jährige Adamczuk kurz gehalten: Mit seiner langjährigen Lebenspartnerin, drei Pferden und zwei Katzen lebe er in Hellendorf. Der Sitz seiner Anwaltskanzlei sei in Hannover, so der Jurist. Ehrenamtlich reite er nicht nur aktiv, sondern sei auch Vorsitzender des Reitvereins Hubertus Langenhagen und im Vorstand des Pferdesportverbands der Region. In die CDU sei er mit seinem Umzug nach Hannover gewechselt, nachdemer während seines Studiums in Bayern bereits 1998 in die CSU eingetreten sei. Mittlerweile sei er Mitglied im Rat der Gemeinde und im Ortsrat Hellendorf und dort auch zweiter Ortsverbandsvorsitzender. Dass er in große Fußstapfen trete, sei ihm durchaus bewusst, so Adamczuk. Die CDU Wedemark habe mit drei Wahlen in zwei Jahren einen Kraftakt hinter sich. Vor Ort sei man hier nicht mit allem zufrieden, was in Berlin passiere. In Niedersachsen und auch in der Wedemark habe man gegen den Amtsbonus ankämpfen müssen und mit einer großen Koalition auf Gemeindeebene könne man auch nicht alle Stammwähler glücklich machen. Und doch sei genau das sein Ziel, so Adamczuk: die klassishe Klientel der CDU zufrieden zu stellen und auch die Nichtmitglieder zu erreichen. In den vorausliegenden zwei Jahren werde die CDU in der Wedemark ihre Angebote beibehalten und ausweiten, wendiger werden und deutlich Einigkeit demonstrieren, kündigte Adamczuk an. Sie werde zudem an ihrer Wahrnehmbarkeit arbeiten und sich „mehr Beinfreiheit“ erkämpfen. Auf diese Weise wolle der CDU-Gemeindeverband die Ratsfraktion sinnvoll flankierend unterstützen. Nicht zuletzt habe er sich vorgenommen, das Netzwerk Union zu stützen, so der neue Gemeindeverbandsvorsitzende. Dazu gehören Seniorenunion, Frauenunion, Junge Union, Mittelstandsvereinigung und Ortsverbände. Adamczuk fasste zusammen: „Unser Ziel ist Einigkeit zeigen, stärker werden, Alltagsstrukturen zu überarbeiten und aufzufrischen und sich so dem allgemeinen Trend entgegenzuwerfen.
Die Laudatio auf die scheidende Gemeindeverbandsvorsitzende hielt ihr langjähriger Stellvertreter Gerhard Menke, der diese mt den Worten „Schade und Danke“ überschrieb. Aus gut nachvollziehbaren Gründen habe sich Westmann entschieden, ihre kommunalpolitischen Ämter aufzugeben und auch nicht erneut für den Vorsitz im CDU-Gemeindeverband Wedemark zu kandidieren. Seit dem 24. Mai 2007, also über zehn Jahre, habe sie de Gemeindeverband mit viel Herzblut und großer Sachkompetenz geführt und damit die Tradition der erfolgreichen Vorsitzenden Jochen Haselbacher und Jörg Onnasch überzeugend fortgesetzt. Sein an diesem Abend krankheitsbedingt verhinderte Co-Stellvertreter Henning Burtz habe es so ausgedrückt: „Du warst eine tolle Chefin.“ Dem schließe er sich an, so Menke. Stets ansprechbar, freundlich und geduldig, offen und flexibel, gleichwohl zielbewusst und konsequent habe Editha Westmann ihren Parteivorsitz wahrgenommen. Pragmatisch im politischen Alltag, aber immer auch mit sicherem strategischen Blick für das darüber hinausgehende Große, Ganze und Langfristige und mit einem gut funktionierenden Wertekompass habe sie ihre Aufgaben wahrgenommen und nicht nur die Belange der CDU-Mitglieder engagiert und bestimmt vertreten, sondern vor allem die Belange der Wähler und aller Bürger der Wedemark. Nicht immer sei dies auf den ersten Blick populär gewesen, gab Menke zu bedenken. Doch das mache eben Führungsstärke aus. Man müsse zuweilen auch etwas Gegenwind aushalten können und für seine Überzeugungen mit guten Argumenten kämpfen. Sowohl im geschäftsführenden als auch im erweiterten Gemeindeverbandsvorstand habe man stets vertrauensvoll und verlässlich in einer gut ausbalancierten Mannschaft zusammengearbeitet. Politisch sei nicht immer alles gelungen. Es sei jedoch kein Zufall, dass die CDU Wedemark endlich wieder die stärkste Fraktion im Gemeinderat sei und eine ganze Anzahl von Ortsbürgermeistern stellen dürfe. Das habe die CDU in erster Linie natürlich den Wählern zu verdanken, aber auch der guten Arbeit der Mandatsträger in den Ortsräten und im Gemeinderat, und auch der bisherigen Gemeindeverbandsvorsitzenden und Landtagsabgeordneten. Ansehen und Wertschätzung – ob im Landtag, im Rat, in der Öffentlichkeit oder in den Medien – müsse man sich seriös erarbeiten, so Menke. Das sei ihrvoll gelungen. Editha Westmann habe das politische und das menschlich-emotionale Profil der CDU Wedemark wesentlich geprägt. „Du warst und bleibst quasi ein Markenzeichen. Die CDU Wedemark ist Dir zu großem Dank verpflichtet“, gab der Stellvertreter der scheidenden Gemeindeverbandsvorsitzenden mit auf den Weg. Das ihr angebotene Amt der Landesbeauftragten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler verlange neben dem Abgeordnetenmandat viel Zeit und Kraft, wenn man die Aufgaben vernünftig erfüllen wolle, so wie es ihre Art sei. Der wertschätzende Blick in den Rückspiegel sei wichtig, so Menke, aber letztlich muss der Blick nach vorne gerichtet sein. Westmann übergebe den gut aufgestellten, erfreulich geschlossen agierenden Gemeindeverband in einem wohlgeordneten, transparenten Verfahren in neue Hände. Die CDU Wedemark werde ihren Sachverstand und Rat auch in Zukunft gerne beanspruchen.
Zuvor hatte Westmann die ausscheidenden Beisitzer Konstanze Giesecke, Susanne Brakelmann und Horst Menenga verabschiedet. Neben den drei stellvertretenden Vorsitzende wurde auch Schriftführerin, Kassenwart und Beisitzer gewählt. Schriftführerin Susanne Kopp aus Bissendorf und Kassenwart Rudi Ringe aus Mellendorf wurden in ihren Ämter bestätigt. Als Beisitzer gehören dem Vorstand künftig Irmtraut Bernstorf, Jessica Borgas, Karen Drews, Christine Heins, Mike Kochan-Rönisch, Markus Schmieta, Johannes Rathje und Achim von Einem an.