Waldameisen – die Helfer des Waldes

Wolfgang Leibner (links) und Klaus Jautzus schauen sich im Mooriz das Formicarium an, in dem die Besucher der Ausstellung „Waldameisen – die bedrohten Helfer des Waldes” den Tieren bei der Arbeit zusehen können. Foto: B. Stache
 
Die Waldameisen wärmen sich im Formicarium unter der Lampe auf. Foto: B. Stache

Ausstellung und Vortrag im Moorinformationszentrum in Resse

Resse (st). Waldameisen bei ihrer Arbeit beobachten, das können Besucher der Ausstellung „Waldameisen – die bedrohten Helfer des Waldes” im Moorinformationszentrum (Mooriz) in Resse noch bis Sonntag, 22. April 2018. Das Mooriz ist jeweils Mittwoch bis Sonntag in der Zeit von 11 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt – auch zur Ameisenausstellung – ist frei. Wedemärker Schulen wurden angeschrieben und über das Naturprojekt informiert, für das auch Führungen angeboten werden, erklärte Ursula Schwertmann, Umweltbeauftragte der Gemeinde Wedemark, in einem Pressegespräch am Dienstagvormittag. Daran hatten auch Wolfgang Leibner, Vizepräsident der Deutschen Ameisenschutzwarte e.V. (DASW) und Vorsitzender der DASW-Regionalgruppe Hannover, und dessen Stellvertreter Klaus Jautzus teilgenommen. In der Ausstellung im Mooriz ist ein Formicarium aufgestellt. Es handelt sich um ein spezielles, gläsernes Terrarium zur Haltung und Beobachtung von Ameisen. Das Projekt wird von Klaus Jautzus betreut. Wolfgang Leibner nutzte das Pressegespräch, um den DASW-Verein vorzustellen. Er sprach unter anderem über die Ausbildung zum Ameisenheger, deren Tätigkeitsfelder – darunter das Umsetzen von Ameisenhaufen – und warb auch um aktive oder passive Mitgliedschaft im Verein. In Deutschland gibt es zirka 126 Ameisenarten, von denen 13 besonders geschützt sind und auf der Roten Liste stehen, zählte Wolfgang Leibner auf. In den vergangenen Jahren seien die Zahlen rückläufig, berichtete der Ameisenexperte. Die Tiere sind besonders durch intensive Forst- und Landwirtschaft gefährdet, da ihre Lebensräume sich häufig an sonnenbeschienenen Waldrändern befinden. Bei Sonnenschein wärmen sich die Ameisen draußen auf ihrem Ameisenhaufen auf und transportieren dann die aufgenommene Wärme ins Innere ihrer Nester. Wenn Ameisenhaufen umgesiedelt werden müssen, sei es wichtig, dabei mehrere Königinnen mitzunehmen. Vor dem Umsetzen erhalten die Tiere – quasi als Starthilfe – zusätzliches Futter in Form von Zucker, berichtete Wolfgang Leibner. Nach dem Umsiedeln eines Ameisenhaufens finden bis zu zwei Nachsuchen statt, um möglichst alle Ameisen zu finden, ergänzte Klaus Jautzus. Die Tiere haben einen Aktionsradius von bis zu 50 Metern und können fünf bis sechs Jahre alt werden, Königinnen sogar noch älter. In der Wedemark finden jährlich zirka sechs Umsiedlungen von Ameisenvölkern statt. In einem großen Ameisenhaufen können mehr als eine Million Ameisen-Arbeiterinnen leben. Sie sind sogenannte Mischköstler – sie saugen Blattläuse aus und ernähren sich zusätzlich von Insekten. Gleichzeitig verbreiten sie mehr als 150 Pflanzenarten im Wald, darunter Veilchen, Taubnessel und Buschwindröschen. Ameisen stellen aber auch eine Nahrungsquelle für andere Tierarten dar, beispielsweise für Spinnen, Amphibien, Spitzmäuse und Vögel. Wolfgang Leibner war über die Imkerei zu den Ameisen gekommen, berichtete er. Mittlerweile ist er auch für Hornissen zuständig. So hatte er schon einmal einen Vortrag über diese Tiere im Mooriz gehalten. Am Donnerstag, 12. April, widmet er sich dem Thema „Waldameisen – die bedrohten Helfer des Waldes”. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im Mooriz in Resse – der Eintritt ist frei.