Walter Zychlinski geht von Bord

Schuldezernentin Anne Wolters (von links) mit Walter Zychlinski, Susanne Schönemeier und Helge Zychlinski vor Beginn der offiziellen Verabschiedung. Foto: B. Stache
 
Walter Zychlinski (links) begrüßt die Gäste zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand. Foto: B. Stache

Elzer Grundschulleiter wird feierlich in den Ruhestand verabschiedet

Elze (st). Im Februar 2012 übernahm Walter Zychlinski die Leitung der Grundschule Elze. Nach mehr als sechs Jahren geht der engagierte, 65-jährige Schulleiter nun zum 31. Juli in den wohlverdienten Ruhestand. Am Mittwochvormittag wurde Walter Zychlinski von Anne Wolters, Dezernentin der Landesschulbehörde aus Hannover, mit einer Rede und Urkunde feierlich verabschiedet. „Jetzt wird’s ernst“, eröffnete die Dezernentin ihre Ansprache, in der sie den Lebensweg des Schulleiters aufzeigte. Zu Beginn hatte sich Anne Wolters an das Lehrerkollegium der Grundschule gewandt. „Sie haben einen super Job gemacht“, lobte sie das Kollegium und nannte Walter Zychlinski einen engagierten Schulleiter und Visionär. Dessen Ehefrau Christine und die Söhne Benjamin, Helge und Tilman nahmen an der Verabschiedung teil. Als offizielle Gäste konnte Walter Zychlinski unter anderem die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier sowie weitere Repräsentanten aus Politik, Verwaltung und Schulwesen begrüßen. Susanne Schönemeier würdigte Walter Zychlinski als einen Lehrer und Schulleiter, der die Leistungen seiner Schüler immer in den Vordergrund stellte. „Sie waren ein gutes Vorbild für Ihre Schüler“, lobte sie. Ute Tenzer dankte Walter Zychlinski im Namen des Personalrats für die gemeinsame Zeit und seinen unermüdlichen Einsatz. Seine Begrüßungsworte hatte Walter Zychlinski mit dem Slogan umrahmt: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Er dankte allen seinen Wegbegleitern, vom Lehrerkollegium über die Schulleiter-Kollegen und die Landesschulbehörde bis zur Gemeindeverwaltung und dem Förderverein der Grundschule Elze. „Es gibt nichts Gutes, außer der Förderverein tut es“, formulierte Walter Zychlinski, der als Lehrer selbst viel Gutes geleistet hat. „Ich habe an der Pädagogischen Hochschule Hannover die Fächer Deutsch, Biologie und Sport für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen studiert“, erklärte Walter Zychlinski zu seiner Vita. 1979 trat er seine erste Lehrerstelle an der Realschule Wedemark an, sein Referendariat hatte er an der Realschule am Lindener Berg absolviert. In diesem Jahr wurde auch der heutige Bürgermeister der Gemeinde Wedemark geboren – sein Sohn Helge Zychlinski. „Nach relativ kurzer Zeit bin ich an der Realschule Wedemark Vorsitzender des Personalausschusses geworden und später Mitglied der erweiterten Schulleitung“, erinnert sich Walter Zychlinski. Er führte die Erstellung des Stundenplans mit dem Computer ein und war zusammen mit dem Konrektor für die Erstellung des Stunden- und Vertretungsplans zuständig. Zeitweilig war er an die Orientierungsstufe abgeordnet. „Hier habe ich in der Planungsgruppe mitgewirkt und das Fach Sport eingerichtet.“ Einen Namen machte sich Walter Zychlinski auch weit über die Wedemark hinaus, nachdem er sich in das Fach Arbeit-Wirtschaft-Technik eingearbeitet und im Jahr 2000 das Projekt „Lehrstellenmagazin“ ins Leben gerufen hatte. „In den Zeiten, in denen es zu wenig Lehrstellen gab, zielte das Projekt darauf ab, dass Schülerinnen und Schüler Ausbildungsplätze anwerben und diese in einer Broschüre und im Internet veröffentlichen“, erklärte er. Zu Spitzenzeiten waren 20 Schulen aus der Region Hannover an dem Projekt beteiligt. Walter Zychlinski wurde Vorsitzender des Lehrstellenmagazins. „Da der Vereinszweck in diesen Jahren nicht mehr gegeben war und die Protagonisten des Projektes allesamt nicht mehr in der Schule oder nicht mehr im Bereich Arbeit-Wirtschaft-Technik tätig waren, wurde das Projekt 2018 beendet. Der Verein wird derzeit aufgelöst, der Internetauftritt ist eingestellt.“ Noch während seiner Realschulzeit hatte Walter Zychlinski in der Initiativgruppe zur Einführung der IGS Wedemark mitgearbeitet, später auch in der Planungsgruppe. Nach der Einführung der IGS wechselte er an diese Schule und war dort kommissarischer stellvertretender Schulleiter und für die Organisation zuständig. „Zusätzlich habe ich noch die naturwissenschaftliche Klasse betreut und 2009 das Projekt Robotik ins Leben gerufen. Nach Entwicklung des didaktischen Konzeptes an der IGS Wedemark bin ich zum 1. Februar 2012 als Schulleiter an die Grundschule Elze gewechselt.“ Seither hat Walter Zychlinski vor allem auch große bauliche und organisatorische Veränderungen an der Grundschule miterlebt, wie die umfangreiche Schulhofgestaltung, den Ausbau des Dachgeschosses, Beginn der Inklusion sowie die Entwicklung zur Ganztagsschule. „Das alles durfte ich als Schulleiter begleiten.“ Das langjährige SPD-Mitglied ist auch politisch aktiv. Seit 2006 sitzt er im Ortsrat Elze/Meitze, 2012 wurde er Ratsherr im Wedemärker Gemeinderat und 2017 Regionsabgeordneter. Zu seiner Zukunft nach der Pensionierung erklärte Walter Zychlinski, der seine Verabschiedung in der Sonne auf dem Schulhof der Grundschule Elze sichtlich genoss: „Jetzt fange ich an, an mich und meine Familie zu denken. Dann mache ich alles, was ihr gut tut. Und nach der Sommerpause wird es politisch wieder richtig losgehen.“ Für Christine Zychlinski bedeutet die Zurruhesetzung ihres Mannes einen Einschnitt. „Ich freue mich sehr darauf, dass wir mehr Zeit miteinander verbringen können. Die letzten Jahre waren schon sehr anstrengend mit der Schulleitung und seinem politischen Engagement. Mit der politischen Arbeit wird er weiterhin beschäftigt sein.“