Wandel als kreative Herausforderung annehmen

Die Künstler ließen die Späne fliegen. Foto: Th. Schirmer

Neujahrsempfang der Gemeinde Wedemark eröffnete das Wahljahr

Wedemark (sch). „Unsere Gemeinde im Wandel“ – unter diesem Motto hatten am Mittwoch Rat und Verwaltung zum diesjährigen Neujahrsempfang der Gemeinde in die Agora des Schulzentrums Mellendorf eingeladen. Bürgermeister Tjark Bartels konnte zahlreiche Vertreter aus Vereinen, Verbänden, Rat und Verwaltung sowie die Wedemärker Abgeordneten von Bundestag, Landtag und Regionsversammlung begrüßen. Rolf Baumert, Leiter des Teams Personal der Gemeindeverwaltung, moderierte die Veranstaltung und führte durch den Abend, der sich mit seinem Programm eng an dem Motto der Veranstaltung orientierte. Für die musikalische Begleitung hatte das Organisationsteam der Verwaltung ganz auf den Wedemärker Nachwuchs gesetzt. So wurde dem Jugendchor „Sunrise“ der St. Michaelis Kirche in Bissendorf sowie der Musikschule Wedemark mit dem Instrumentalensemble „Celtic Fever“ und einem Soloauftritt am Knopfakkordeon von Niki Willer die Bühne bereitet, sich vor einem großen wie illustren Publikum zu präsentieren. Im zentrum des Programms stand die Ansprache des Bürgermeisters. Unter dem Aspekt des Wandels als kreative Herausforderung resümierte Bartels über das abgelaufene Jahr und seine wichtigsten Themen für die Gemeinde Wedemark und gab einen Ausblick auf die besonderen Schwerpunkte, die im neuen Jahr auf die Kommune zukommen werden. Ein zentrales Thema im alten wie im neuen Jahr war und ist nach wie vor der Neubau des Schulzentrums. So war für Bartels der Ort des Empfangs auch ein Synonym für die Wandlungsbereitschaft der Gemeinde. Letztmalig fand die Veranstaltung in der Agora statt, im kommenden Jahr werde er die Gäste bereits im neugebauten Forum begrüßen dürfen. Der Bürgermeister dankte in diesem Zusammenhang allen an der Realisierung dieses Großprojektes beteiligten Personen und besonders den Anliegern für ihre Geduld bezüglich der Unannehmlichkeiten, die eine so intensive Bautätigkeit vor der eigenen Haustür mit sich bringt. Im Rückblick auf das Jahr 2010 sah er neben dem Schulneubau auch die DSL-Versorgung als wichtigen Impuls des Wandels - ein Thema, das ebenfalls weit ins neue Jahr fortwirken wird. Hier zeigte sich Bartels besonders stolz darauf, dass es gelungen sei, ohne öffentliche Zuschüsse eine Lösung zu entwickeln, die das vorhandene Netz an Glasfaserkabeln intelligent nutze und somit viel Geld sparen konnte, das nunmehr für andere Projekte sinnvoll genutzt werden könne. Als Negativbeispiel aus den großen Themen des vergangenen Jahres führte Bartels die Y-Trasse an, die glücklicherweise das Gebiet der Gemeinde eher peripher durchlaufen soll. Die Nachbarkommunen seien hier sehr viel härter betroffen, betonte der Bürgermeister, der mit der aus seiner Überzeugung schlecht abgestimmten und auf teilweise veralterten Zahlen aufgebauten Planung des Bundesverkehrsministeriums hart ins Gericht ging. Positiven Wandel sah er hingegen bei der Entwicklung der Gewerbeansiedlung in der Wedemark, die ein wichtiger Pfeiler für die finanzielle Handlungsfähigkeit der Gemeinde sei. Mit Blick auf das neue Jahr machte Bartels den Umzug der Verwaltung sowie die anstehenden Kommunalwahlen als wichtigste Ereignisse aus. Intensiv warb er unter den anwesenden Gästen für eine aktive Beteiligung an der Kommunalpolitik, denn nur eine breite Basis politisch engagierter Bürgerinnen und Bürger könne die Aufgaben der Zukunft meistern. Der demographische Wandel sei hier die größte Herausforderung, betonte der Bürgermeister. „Eine Kommune muss sich wandeln und beständig entwickeln können“, fasste er das Motto des Abends zusammen. Dass dies vor allem auch eine kreative Chance sein kann, wurde mit zwei besonderen Aktionen im Rahmen des Programms veranschaulicht. Unter den Gästen hatte das Organisationsteam um Rolf Baumert Segmente eines Bildmosaiks verteilt, die es im Laufe des Abends mit Acrylfarben auf eine bereitgestellte Leinwand zu übertragen galt. So entstand bis in die späten Abendstunden hinein ein gemeinschaftliches Kunstwerk, das für die gemeinschaftlich zu bewältigenden Aufgaben der Wandlung in der Gemeinde stehen soll. Noch anschaulicher machten die beiden Künstler Kai Meise und Fred Ahrens aus Bissendorf-Wietze den Reiz, Wandlung als kreative Herausforderung anzunehmen. Die beiden Bildhauer hatten im Atrium aktuelle Arbeiten begonnen, deren Entstehungsprozess direkt miterlebt werden konnte. Besonders spektakulär rückte Ahrens seiner Holzskulptur „zu Leibe“. Mit der Motorsäge ließ der die Späne fliegen – ein Bild, das den Gästen als Symbol für die mögliche Dynamik der Wandlungsprozesse in der Gemeinde auf den Weg nach Hause mitgegeben wurde.