„Was Einzelne bewirken können“

Tobias Kramaric (r.) und Lennart Wiehr zeigen stolz das Umweltpapier, das am Schulzentrum ab sofort verwendet wird. Foto: A. Wiese

Schüler sorgen für Umweltpapier am Schulzentrum

Mellendorf (awi). Acht bis neun Mal im Jahr bestellt das Schulzentrum jeweils 100.000 Blatt Papier – bisher ganz „normales", doch ab sofort Umweltpapier. Und das ohne einen Pfennig dazu zu bezahlen. Im Gegenteil: Dank zäher Verhandlungen der beiden Initiatoren Tobias Kramaric und Lennart Wiehr aus dem zwölften Jahrgang des Gymnasiums können die Schulen sogar noch ein paar Cent sparen. Vor allem aber wird eins gespart, und das ist Energie: Für die Produktion von 100.000 Blatt wurden vorher 26 100 Liter Wasser verwendet, jetzt 10.250 Liter. Vorher lag der Energieverbrauch für diese Produktionsmenge bei 5361 kw, jetzt sind es 2097 kw. Dasselbe gilt für die CO 2-Emissionen: Für das alte Papier lagen sie bei 530 Kilogramm CO 2, jetzt sind esnur noch 443 Kilogramm, führten Kramaric und Wiehr am Donnerstag bei einem Pressetermin aus. "Wir sind dankbar und stolz auf unsere beiden Schüler", betonte Schulleiterin Swantje Klapper. Und auch ihre Kollegin Karen Rotter von der Realschule zeigte sich überzeugt: „Ich bin sehr gut und umfassend informiert und mit Argumenten versorgt worden. Natürlich machen wir auch mit." Den Anstoß hatte die Projektwoche des Gymnasiums im vergangenen Jahr gegeben. Da ging es nämlich darum, in kleinen Schritten zu einer umweltgerechten Schule zu kommen. Tobias und Lennart schrieben sich das recyclete Papier auf die Fahnen, holten Angebote ein, führten zähe Preisverhandlungen und konnten schließlich einen Einkaufspreis vorweisen, der sogar noch um einige Cent unter dem für das normale Papier liegt. Das jetzt bestellte Umweltpapier hat einen Weißegrad von 90 Prozent und ist auf den ersten Blick gar nicht von normalem Papier zu unterscheiden. Der Weißegrad spielt vor allem bei Farbkopien eine Rolle. Auch die Kopierer können mit dem ausgesuchten Papier gut arbeiten, haben Tests ergeben. Das war notwendig, denn Umweltpapier verursacht für den Kopierer eine höhere Staubbelastung, was wiederum dem Gerät schadet. Auch der Verkauf von Recyclingheften, -blöcken und Stiften, der in der Projektwoche ins Leben gerufen wurde, wird weiterhin angeboten: Jeweils montags, mittwochs und freitags in der ersten großen Pause in der Außenstelle des Schulzentrums. „Und so haben wir zum Abschluss unserer Schulzeit an dieser Schule bewiesen, dass Einzelne sehr wohl etwas bewirken können", so Tobias Kramaric abschließend.