„Was ist mir wirklich wichtig?“

Ausstellung der Künstler Maria Eilers und Guido Kratz

Mellendorf. Seit letzten Mittwoch ist im Rathaus in Mellendorf die Ausstellung „Was ist mir wirklich wichtig? Worauf möchte ich auf keinen Fall verzichten?“ der Künstler Maria Eilers und Guido Kratz im Rahmen der Ausstellungsreihe „Augenhöhe – Die Bürgergalerie“ zu sehen. Diese Fragen stellten die Künstler einer bunten Gruppe von Hannoveranerinnen und Hannoveranern im August 2009. Der eine wünscht sich Weisheit. Die andere träumt von einem Leben in Gemeinschaft und der nächste möchte unbedingt bei seiner Familie sein. Sehnsüchte von etwa zwanzig Menschen reihen sich aneinander.
„Keiner lebt alleine, niemand kann Lebensziele ohne den anderen erreichen, Veränderungen im Alleingang bewerkstelligen“, so eine der zentralen Aussagen der Künstler Guido Kratz und Maria Eilers. „Im Leben begegnet man anderen Menschen, Ideen entwickeln sich und bekommen eine neue Richtung. Eigene Wünsche vermischen sich mit den Lebensentwürfen von Weggefährten. So entstehen neue Konstellationen.“
Die angesprochenen Menschen antworteten mit ihren Gedanken und schrieben sie auf. Nun war die „Arbeit“ der Kunst-Interessierten getan. Im nächsten Schritt setzte Guido Kratz die geäußerten Lebensentwürfe und Sehnsüchte der diversen Gruppen in digital erstellte Bilder um. Maria Eilers schrieb aus den gleichen gesammelten Wünschen und Utopien atmosphärische Schnappschüsse, sogenannte szenische Kürzestgeschichten. Es folgte der vielleicht spannendste und aufwändigste Prozess für die Künstler: Text und Bild wurden im Laufe eines Einigungsprozesses zu einem TextBild zusammengefügt. Farbe muss Textfragmenten Raum lassen, Text muss für Farbflächen weichen.
Am Ende sind etliche „TextBilder“ entstanden, die augenzwinkernd oder ernsthaft sichtbar machen, was für Menschen wirklich wichtig ist, was ihnen Sinn, Halt oder Perspektive gibt. Kunst hat geholfen, sich individuell und gemeinsam über Wesentliches klarer zu werden. Die erste Ausstellung dieser TextBilder fand 2009 statt, weitere Ausstellungen in den nächsten Jahren folgten. Der Prozess geht aber weiter. An jedem Ausstellungsort heißt es erneut: „Was ist mir wirklich wichtig? Worauf möchte ich auf keinen Fall verzichten?“ Die Besucher der Ausstellungen hinterlassen ihre Antworten den Künstlern. Guido Kratz und Maria Eilers sammeln die Antworten und es entsteht ein neues, regionales TextBild, das zur jeweiligen Finissage erstmalig gezeigt wird.
So werden die Wünsche und Lebensentwürfe der Menschen des gastgebenden Ortes Teil der nächsten TextBilder. Kunst hilft wirklich. Unter diesem Titel wandert der aus bereits über dreißig TextBildern bestehende Zyklus der hannoverschen Künstler Guido Kratz und Maria Eilers durch die Wedemark. Die Ausstellung ist noch bis zur Finnisage am 1. Oktober im Rathaus der Wedemark, Fritz-Sennheiser-Platz 1, kostenlos zu sehen.