Was kommt dabei heraus?

Die Projektmitglieder „Bürgertheater – Wie?Jetzt!“ freuen sich auf die Zusammenarbeit und Diskussionen über Demokratie, Frieden und Freiheit. Foto: B. Stache

„Bürgertheater – Wie?Jetzt!“ erörtert Kernthemen der Demokratie

Bissendorf (st). Was genau die Projektmitglieder beim Festival am 17. und 18. November 2017 präsentieren werden, steht noch in den Sternen. Eines aber hat sich Regisseurin Bettina Montazem schon jetzt fest vorgenommen: Sie möchte die Gemeinde Wedemark in Bewegung setzen. Gemeinsam mit Angela von Mirbach, Kulturbeauftragte der Wedemark, entwickelte die Kölner Regisseurin die Idee zum Projekt „Bürgertheater – Wie?Jetzt!“. Gesucht werden Antworten auf die Frage: „72 Jahre Frieden – wie konnte das passieren?“. Seit Januar treffen sich an jedem dritten Freitag im Monat von 18 bis 20 Uhr in der Bissendorfer Bibliothek zirka 17 Wedemärker, die alle über einen eigenen Wirkungskreis verfügen und so als Multiplikatoren dienen. Gemeinsam diskutieren sie die Begriffe „Demokratie, Frieden und Freiheit“. Das Projekt findet auf drei Ebenen statt, stellte Bettina Montazem bei einem Pressetermin am Freitagabend fest. „Die eine Ebene ist unser Zusammensein. Die andere: bis zum Festival werden wir unterschiedliche Veranstaltungen mit verschiedenen Formaten anbieten, die aus diesem Kreis erwachsen“, erklärte sie. So werde es unter anderem Konzerte, Gesprächsreihen und Befragungen in der Gemeinde geben. Die Regisseurin wird dabei von der freien Autorin Maria Eilers und dem Musiker Rainer Schumann (Schlagzeuger bei Fury in the Slaughterhouse) unterstützt. Das Revolutionäre an dem Projekt sei, dass sich eine Gruppe von Kulturschaffenden zusammentut, die sich in einem einig ist: Verantwortung zu übernehmen und sich auf Protest einzulassen angesichts des erstarkenden Rechtspopulismus auf der gesamten Welt und über die Grundwerte unseres Zusammenlebens nachzudenken, formulierte es Bettina Montazem. „Ich lasse mich darauf ein, die Unsicherheit zu ertragen, dass ich nicht weiß, was am Ende dabei herauskommt – und die einzige Sicherheit zu haben, dass Demokratie, Frieden und Freiheit Werte sind, für die ich heute einstehen möchte“, fügte sie hinzu. Die dritte Ebene stellt das Abschlussfestival dar, dessen Gestaltung noch erarbeitet wird. Das Wedemärker Bürgertheater-Projekt wird von der Universität Heilbronn, Fakultät Kulturwissenschaften, wissenschaftlich begleitet. Derzeit beteiligen sich unter anderem Vertreter Mellendorfer Schulen an dem Projekt: Sebastian Auschra vom Gymnasium sowie Kathrin Schepky und Carmen Mucha (beide IGS). Weitere Teilnehmer: Sabine Kleinau-Michaelis (St.-Martini-Kirchengemeinde Brelingen und Chorleiterin), Martina Popan (Gemeindebücherei), Mubarak Beshara (Fachbereich Migration Gemeinde Wedemark), Dieter Stein (Musikschule Wedemark), Christiane Freude (Unicef), Bernd Tschirch (Kinder- und Jugendkunstschule Wedemark), Designer Hans Horst und Meike Schumann aus Brelingen. Wer noch mitmachen möchte, kann sich zu den monatlichen Gesprächsrunden in der Bissendorfer Bibliothek einfinden.