Wedemärker Schullandschaft im Fokus

Editha Lorberg (stehend) eröffnet die Informationsveranstaltung zum Thema Schullandschaft der Wedemark. Foto: B. Stache
 
Jessica Borgas (v. l.), Christiane Lüßmann, Karen Drews und Editha Lorberg informieren gemeinsam über den Stand der Schul- und Hortsituation in der Wedemark. Foto: B. Stache

Editha Lorberg hofft auf Rücknahme des Ratsbeschlusses zum „Aus“ der Hauptschule

Wennebostel (st). Gut besucht war die in großer Offenheit und fair geführte Informationsveranstaltung zum Thema Schullandschaft der Wedemark, zu der die Landtagsabgeordnete und CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende der Wedemark Editha Lorberg am Donnerstagabend nach Wennebostel in das Gasthaus Bludau eingeladen hatte. Gemeinsam mit den Schulpolitikerinnen der CDU-Ratsfraktion Jessica Borgas, Karen Drews und Christiane Lüßmann informierte Lorberg die anwesenden Eltern und Lehrer, darunter auch Hauptschulleiter Wilfried Osing von der Konrad-Adenauer-Schule Mellendorf über die momentane Situation der Hauptschule und Horte. „Der CDU-Gemeindeverband und die CDU-Ratsfraktion der Wedemark blicken mit großer Sorge auf die schulpolitischen Pläne von Bürgermeister Helge Zychlinski, der hiesigen SPD, der Grünen sowie des Vertreters der FDP und des der Linken im Rat der Gemeinde. Die derzeitige Mehrheit im Gemeinderat hat am 20. Oktober 2014 entgegen der Empfehlung des Bildungsausschusses und gegen das einhellige Votum der CDU-Fraktion beschlossen, bei der Niedersächsischen Landesschulbehörde die Genehmigung zum schrittweisen Auslaufen der Konrad-Adenauer-Schule ab dem Schuljahr 2015/16 zu beantragen. Das bedeutet das „Aus“ für unsere Hauptschule gerade in einer Zeit, in der die Schulen vor großen zusätzlichen pädagogischen Herausforderungen stehen“, heißt es in einer Verlautbarung der CDU. „So einen Ratsbeschluss kann man natürlich auch wieder rückgängig machen“, erklärte Lorberg zu Beginn des Abends und begründete ihre diesbezügliche Forderung. Dadurch solle Zeit gewonnen werden, um Alternativen hinreichend prüfen und diese dann mit allen Beteiligten ohne Zeitdruck in geordneten Verfahren erörtern zu können. „Mir ist ganz besonders wichtig zu sagen, dass wir keine Schule gegen die andere ausspielen wollen“, unterstrich Lorberg. Sie empfahl, erst einmal die von der Niedersächsischen Kultusministerin Frauke Heiligenstadt zum Anfang des neuen Schuljahres 2015/2016 angekündigte Schulgesetznovelle abzuwarten. Die umfangreiche Novellierung des Gesetzes soll unter anderem die Einführung eines modernen Abiturs nach 13 Schuljahren in Niedersachsen umfassen sowie die neuen verbesserten Rahmenbedingungen für Ganztagsschulen in Niedersachsen abbilden. „Es sollen also Beschlüsse sozusagen im vorauseilenden Gehorsam des neuen Schulgesetzes gefasst werden“, warf ein Diskussionsteilnehmer mit Blick auf die Abläufe in der Wedemark ein. „Wenn ich Elternvertreter wäre, dann wäre ich sehr schnell mit einer einstweiligen Verfügung beim Verwaltungsgericht Hannover.“ Auch Empfehlungen, sich als Eltern an die Landesschulbehörde zu richten, machten die Runde. Mit viel Applaus wurde der Beitrag eines Teilnehmers bedacht, der darauf hinwies, nicht an einer bestimmten Schulform festzuhalten, sondern das Wohl der Kinder bei der Schulausbildung im Auge zu behalten. Die einzusparenden Ressourcen sollten für Schüler, mehr Lehrer und kleinere Klassen verwandt werden, hieß es unisono. Große Zustimmung erntete auch die Mutter eines Mellendorfer Hauptschülers für ihr Plädoyer zu dieser Schulform. Sie hätte sich mehr Beteiligung an dem Verfahren gewünscht, das nun zur Auflösung der Hauptschule führen soll. Für Schulleiter Wilfried Osing steht fest, dass die Schließungspläne der Wedemärker Verwaltung ökonomische Gründe haben. „Wir sollten raus, weil man das Schulgebäude brauchte“, erinnert er sich an ständige Forderungen, Platz in seiner Hauptschule zu schaffen, unter anderem für die Gemeindebibliothek. „Die Wedemark hat ein Raumproblem. Wir müssen weg, weil man das Haus braucht. Die Schule ist nicht wichtig. Es geht nur um die Räumlichkeiten, bei denen man sich verkalkuliert hat.“ Auch die Pläne der Gemeindeverwaltung, die Horte in der Wedemark nach und nach zu schließen und künftig dafür die Ganztagsschule vorzuhalten, stoßen auf den massiven Widerstand der CDU, die viele Eltern hinter sich weiß. Dies wurde auch am Donnerstagabend in Wennebostel während der Diskussion mit Eltern deutlich. Editha Lorberg kündigte nach der zweieinhalbstündigen Informationsveranstaltung an, zu Beginn des kommenden Jahres erneut zum Gedankenaustausch mit Bürgerinnen und Bürgern einzuladen.