„Wedemark soll Mittelzentrum werden“

FDP-Ratsherr Erik van der Vorm (von rechts) fordert, dass die Wedemark den Status Mittelzentrum bekommt. Sein Parteikollege im Landtags, Jan Oetjen aus Sottrum, sicherte ihm Unterstützung zu. Auch die Wedemärker FDP-Vorsitzende Andrea Giese steht hinter der Idee. Foto: A. Wiese

Ratsherr stellt Forderung – Landtagsabgeordneter verspricht Unterstützung

Wedemark (awi). Den Status eines Mittelzentrums wünscht sich FDP-Ratsherr Erik van der Vorm für die Wedemark: Neun Mittelzentren gibt es unter den 20 Städten und Gemeinden der Region. Die Wedemark könnte die zehnte sein. Dass sie keine 35.000 Einwohner habe, sondern nur knapp 30.000 sei kein Hinderungsgrund, bestätigte auch der FDP-Landtagsabgeordnete Jan Oetjen aus dem Kreis Rothenburg. Als Grundzentrum darf die Wedemark in ihren Orten Bäcker, Fleischer und Einzelhändler, die Dinge für den täglichen Bedarf anbieten, haben, jedoch keine „aperiodischen Sortimente“, wie es im Fachjargon heißt. Bedeutet im Klartext: Bestehende Geschäfte haben zwar Bestandsschutz, schließt jedoch der Klavierhändler in Brelingen oder das Schuhgeschäft in Bissendorf, darf dort keines neues Geschäft dieser Art wieder eröffnen. Und auch in den drei Kernorten Bissendorf, Elze und Mellendorf, auf die sich die Entwicklung nach Wunsch des Landes auf Grund des demografischen Wandels kon-
zentrieren soll, ist es der Kommune, wenn sie kein Mittelzentrum ist, nicht erlaubt, in ihrem Gewerbegebiet beispielsweise ein Möbelhaus zuzulassen. „Für eine Gemeinde wie die Wedemark bedeutet dies empfindliche Einschränkungen in ihrer Entwicklungsfähigkeit“, sind sich Oetjen und van der Vorm einig. „Für mich ist das überhaupt nicht nachvollziehbar“, betonte der Landtagsabgeordnete und sicherte der Wedemark im Falle eines Antrags ihrer Gemeindeverwaltung an das Land entsprechende Unterstützung zu. Auch die Wedemärker FDP-Vorsitzende Andrea Giese betonte, die Wedemark sei eine prosperierende Gemeinde, die Zuzug wolle und brauche. Die Einschränkungen, die der Kommune durch das Regionale Raumordnungsprogramm auferlegt würden, resultierten aus dem Landesraumordnungsprogramm. Folglich müsse in Verbindung damit rechtzeitig Protest eingelegt werden. Oetjen folgte am Donnerstag der Einladung der Wedemärker FDP mit Erik van der Vorm und Andrea Giese ins Bissendorfer Bürgerhaus, um der örtlichen Presse die derzeitige Diskussion ums Landesraumordnungsprogramm nahe zu bringen. Dazu habe die FDP im Landtag einen Antrag eingebracht, der den Rückzug und die grundlegende Überarbeitung des aktuellen Landesraumordnungsentwurfes fordert. Nach Auffassung der FDP wird der aktuelle Entwurf den Herausforderungen der zukünftigen Entwicklung im ländlichen Raum in keiner Weise gerecht, vorgenommene Änderungen zum Ursprungsentwurf seien rein kosmetischer Natur, um den Eingriff in die Entscheidungsfreiheit der Kommunen zu kaschieren. Vor allem die Pläne zur Ausweitung des Moorschutzes stießen bei den Menschen auf dem Land auf entschlossenen Widerstand, heißt es im Antrag der FDP. Dabei gehe es im Kern um rund 100.000 Hektar, die unter besonderen Schutz gestellt und damit wieder als Moore zurückentwickelt werden sollten. Betroffene Moorbauern fühlten sich entgegen den Beteuerungen des Landwirtschaftsministers in ihrer Existenz ernsthaft bedroht, weil ihnen das Moorschutzprogramm im wahrsten Sinn des Wortes den Boden unter den Füßen wegziehe. Darüber hinaus solle das neue Landes-Raumordnungsprogramm Vorgaben zur regionalen Siedlungsentwicklung und Daseinsvorsorge festschreiben. Dabei versuche die Landesregierung über die Landesraumordnung die Lebensverhältnisse der Bürger zu regeln. Vor allem raumordnerische Einteilungen in Grund-, Mittel- und Oberzentren sowie die Ermittlung von Erreichbarkeitsräumen und Verflechtungsbereich stießen vielerorts auf Unverständnis, erläuterte Jan Oetjen. „Die Wedemark könne im Verbund ihrer drei sich ergänzenden Hauptorte Mellendorf, Bissendorf und Elze durchaus als Mittelzentrum anerkannt werden, was für ihre Entwicklung viele Vorteile hätte“, findet Oetjen.