Weihnachtsgeschichte auf Arabisch

Weihnachtsfeier beim Interkulturellen Treff: Es wurde gebastelt und die Weihnachtsgeschichte vorgetragen. Foto: IKT

Zwölfjährige aus Syrien übersetzt für die Flüchtlinge

Wedemark. „… und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.“ Die Weihnachtsgeschichte des Lukasevangeliums aus dem Stehgreif in gutes Arabisch zu übersetzen war für die zwölfjährige Lin, Kind syrischer Flüchtlinge, überhaupt kein Problem. Nur beim dem Wort „Hirten“ musste sie stocken. Das war noch nicht Teil ihres Wortschatzes, ist sie doch erst seit Kurzem in Deutschland. Ihre Mama Halal, Schülerin des IKT-Deutschkurses, half ihr schnell dabei. Und so meisterte Lin auch diese Klippe. Über den großen Beifall freute sie sich sehr. Der Interkulturelle Treff hatte zu einer kleinen Adventsfeier geladen, um seinen „Schülerinnen und Schülern“ und deren Familien deutsche Weihnachtsbräuche und die Weihnachtsgeschichte näherzubringen. Sie waren gern gekommen, die geflüchteten Menschen aus Syrien, aus dem Irak, aus Simbabwe, aus Afghanistan. Aber auch die Zugewanderten aus der Türkei, Griechenland und Panama. Alle waren fröhlich versammelt, in der Räumlichkeiten der katholischen Kirche in Mellendorf. Thomas Schenk, Gemeindereferent, begrüßte sie herzlich und wies auf die gute Tradition der katholischen Gemeinde bei der Unterstützung von Flüchtlingen hin. „Schon in den Neunzigern halfen unsere Gemeindemitglieder bei der Aufnahme und Betreuung der Flüchtlingen aus den Balkanländern. Nun führen wir das fort und freuen uns, dass sie hier in der Wedemark eine sichere Bleibe gefunden haben und in diesen Räumen die Möglichkeit haben Deutsch zu lernen.“ Schenk dankte auch den Dozentinnen und Dozenten des IKT für ihr Engagement: Anneliese Auling-Reuter, Ulrike Brock, Barbara Fritsch-Pöhler, Ernst Pobloth, Gaby Reichenbach-Koselke, Martin Schröder, Christa Strunz. Jennifer Chami, die vor zwei Jahren mit ihrer Familie aus Homs, Syrien, geflüchtet war, und so gut Deutsch gelernt hat (eine Zeitlang auch beim IKT), konnte Pobloths Vortrag über die Adventszeit mühelos ins Arabische übersetzen. Weihnachtslieder, vorgetragen vom „Chor“ der Dozenten und am Klavier begleitet von Bruno Hütler, rundeten diesen harmonischen Nachmittag ab. Natürlich gab es auch Weihnachtsgebäck und Kaffee und Tee – und Apfelsaft für die Kleinen. Die amüsierten sich in der Zwischenzeit an eigens für sie vorbereiteten Basteltischen und präsentierten am Ende ihren Eltern glitzernde Weihnachtssterne. Vielleicht schon für den ersten Weihnachtsbaum in der neuen deutschen Heimat?