Weil lobt Entwicklung der Wedemark

Flankiert von den Ersten Gemeinderätin Konstanze Beckedorf (l.) und der ersten stellvertretenden Bürgermeisterin Rebecca Schamber trug sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil am Rande der SPD-Wahlkampfveranstaltung am Montagabend im Rathaus ins Goldene Buch der Gemeinde Wedemark ein. Foto: A. Wiese
 
Prominente Wahlkampfunterstützung für SPD-Bürgermeisterkandidat Helge Zychlinski (2. v. l.): Ministerpräsident Stephan Weil (l.), die stellvertretende Bürgermeisterin Rebecca Schamber, Regionspräsident Hauke Jagau und der jetzige Landrat von Hameln-Pyrmont und frühere Bürgermeister Tjark Bartels. Foto: A. Wiese

Ministerpräsident: „Immer wenn ich komme, gibt es etwas Neues zu sehen“

Mellendorf (awi). „Jedes Mal, wenn ich in der Wedemark gewesen bin, wurde mir was Neues gezeigt, erst die Schule, jetzt das Rathaus. Hier ist sehr sehr viel passiert“, stellte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil fest, als er sich am Montagabend am Rande seines Wahlkampfauftritts für SPD-Bürgermeisterkandidat Helge Zych-
linski im Rathaus ins Goldene Buch der Gemeinde eintrug. Empfangen wurde er dort von der amtierenden Hausherrin, der Ersten Gemeinderätin Konstanze Beckedorf, und der ersten stellvertretenden Bürgermeisterin Rebecca Schamber.
„Wenn ich von zwei so netten Damen flankiert werde, könnte man glatt zur Zweigleisigkeit zurückkehren“, flapste der gut gelaunte Ministerpräsident. Mit dieser Option sei er allerdings nicht unbedingt einverstanden, schmunzelte ein sichtlich ebenfalls gut aufgelegter SPD-Bürgermeisterkandidat Helge Zychlinski. Gemeinsam mit Regionspräsident Hauke Jagau beteiligte sich der Ministerpräsident nach seinem Eintrag ins Goldene Buch am Rätselraten um eine unleserliche Unterschrift, die ihnen die Erste Gemeinderätin mit der Bitte um einen Tipp präsentierte. Zwischen Sommer 2011 und Herbst 2012 hat sich ein prominenter Besucher im Goldenen Buch verewigt, den die Verwaltung jetzt im Nachhinein nicht mehr zuordnen kann. Wer eine Idee hat, wem im besagten Zeitraum diese Ehre zuteil wurde, darf sich gerne im Bürgermeisterbüro melden. Aber das war eine Anekdote am Rande des Ministerpräsidentenbesuchs. Der Stopp im Rathaus war nur eine kurze Etappe, denn Sinn und Zweck des Wedemark-Besuchs von Stephan Weil war wie gesagt der Auftritt im voll besetzten Saal des Gasthauses Stucke unter dem Motto „Starkes Land – starke Kommunen“. „Nicht kleckern, sondern klotzen“ hieß in der finalen Phase des Wahlkampfes bei den Sozialdemokraten die Devise: Keiner der drei Gastredner – Ministerpräsident Stephan Weil, Regionspräsident Hauke Jagau und der Landrat von Hameln-Pyrmont, Tjark Bartels – ließ einen Zweifel daran, dass für ihn ihr Parteigenosse Helge Zychlinski der optimale Bürgermeisterkandidat sei. Die Wedemark habe seit 2006 unheimlich aufgeholt, lobte Regionspräsident Hauke Jagau. Das Engagement der Wedemärker werde untermauert duch eine sehr moderne Politik, so Jagau, und nannte als ein Beispiel die Gründung der Gemeindewerke. Er gehe davon aus, dass Helge Zychlinski den Kurs in der Wedemark fortsetzen könne. Zychlinski sei ein „ausgewiesen kluger Mensch, der weiß, wie man mit Verwaltung umgeht und wie wichtig die Kooperation von Kommune und Region ist“. Ministerpräsident Stephan Weil mutmaßte die Erfolge der Wedemark „hängen ein ganz klein wenig mit Tjark Bartels zusammen“. Doch habe der ja nur umgesetzt, „was ein kluger Rat unter Helge Zychlinski beschlossen hat“. Zu ihrer Entwicklung und ihrem bisherigen Bürgermeister dürfe man der Wedemark nur gratulieren, so Weil: „Sie sehen, es tut nicht weh, einen sozialdemokratischen Bürgermeister zu haben. Das kann sich lohnen. In der Spur soll und kann Helge Zychlinski weitermachen.“ Tjark Bartels betonte, sein potentieller Nachfolger Helge Zychlinski verfüge über all die Eigenschaften, die man von einem guten Bürgermeister erwarte. Alles, was die SPD in den letzten Jahren unter ihm als Bürgermeister geschaffen habe, habe Zychlinski mit seinen Entscheidungen unterstützt und vorbereitet, zum Beispiel die Gründung der IGS. „Helge Zychlins-ki ist ein profunder Kenner des Schulgesetzes. Die Juristen aus der Leitungsebene im Rathaus haben sich immer bei Helge erkundigt, wenn sie dazu etwas wissen wollten“, berichtete Bartels. Zychlinski selbst verwahrte sich gegen die Vorwürfe, die CDU-Generalsekretär Ulf Thiele gegen die Haushaltspolitik der SPD erhoben hatte: „Wir lassen uns unseren Haushalt nicht schlecht reden. Wir werden das Jahr 2013 mit einem Plus von 1,9 Millionen Euro abschließen. Wir haben für 2014 einen ausgeglichenen Haushalt und wir haben kein ,Tafelsilber verscherbelt‘, wie es behauptet wird.“ Im Gegenteil, die SPD habe während ihrer Zeit der Ratsmehrheit die Vermögenswerte der Gemeinde Wedemark erheblich auf 168 Millionen Euro vermehrt, betonte Zychlinski. Er habe viel vor in der Wedemark: bezahlbaren Wohnraum für junge Familien und Senioren schaffen, die Wirtschaftsförderung ausbauen und vor allem die Bürgerbeteiligung in einen ganz neuen Focus rücken. „Wir werden Bürgerbeteiligung so praktizieren, dasss sie eine Chance hat, wahrgenommen zu werden und selbst eine Niederlage bei einem Bürgerbegehren ist ein Gewinn für die Demokratie.“ Und um der Demokratie willen sei es so wichtig, dass alle Wahlberechtigten zur Wahl gingen: „Der Nichtwähler, der sagt, er weiß nicht, was er wählen soll, ist nur zu faul, sich mit den Kandidaten auseinanderzusetzen. Woanders setzen die Menschen ihr Leben dafür ein, wählen zu dürfen“, appellierte der SPD-Bürgermeisterkandidat an alle, ihr Wahlrecht auch auszuüben.