„Wenn man viel lacht, wird man 100“

Bürgermeister Helge Zychlinski gratulierte Anni Plumhoff am Sonntag einen Tag nach ihrem 100. Geburtstag ganz herzlich. Foto: A. Wiese

Anni Plumhoff überraschte ihre Geburtstagsgäste mit ihrer ungewöhnlichen Fitness

Elze/Brelingen (awi). „Jede Minute, die man lacht, verlängert das Leben um eine Stunde“ haben ihr ihre drei Enkeltöchter in die Geburtstagsanzeige geschrieben: Wieviel muss Anni Plumhoff in ihrem Leben gelacht haben, dass sie am Sonnabend bei dem Alter entsprechend bester Gesundheit ihren 100. Geburtstag feiern konnte? Viel, sagen ihre drei Enkelinnen Sandra Pflüger, Maren Schwiening und Melani Lutz und schmunzeln dabei ebenfalls. Ihre Oma Anni hat sie geprägt, hat sie doch nach dem frühen Tod der Mutter Mutterstelle an ihren Enkeltöchtern vertreten. „Wir versuchen es ihr zurückzugeben, soweit das geht“, sagen die drei, die ihre Oma fast täglich im Altenheim Hoffnung in Elze-Hohenheide besuchen. Dort lebt sie nämlich seit Januar diesen Jahres und meint schmunzelnd „Ich bin zufrieden“. Sie ist der Sonnenschein hier im Haus, sagt Iris Winter vom Altenheim Hoffnung, die für Anni Plumhoff und ihre Gäste den Kaffeetisch eingedeckt hat. Am Sonntag wurden nämlich im Heim die offiziellen Gratulanten erwartet, nachdem sie bereits am Sonnabend mit ihrer großen Familie und ehemaligen Nachbarn im Gasthaus Stucke gefeiert hatte. Am Sonntag kamen dann unter anderem Bürgermeister Helge Zychlinski, die Regionsvizepräsidentin Michaela Michalowski und Brelingens Ortsbürgermeisterin Christiana Böttcher mit den entsprechenden Urkunden und Präsentkörben. In Brelingen hat Anni Plumhoff nämlich fast ihr ganzes Leben verbracht. In Mellendorf wurde sie am 18. Oktober 1914 als jüngste von vier Schwestern geboren, besuchte die Volksschule und machte eine Hauswirtschaftslehre, wie das früher so üblich war. Im November 1945 heiratete sie ihren Mann Heinrich und zog zu dem Landwirt auf seinen Hof nach Brelingen. Das Paar hatte sich einige Zeit zuvor bei Festlichkeiten kennengelernt. Auf dem Bauernhof hat Anni Plumhoff hart gearbeitet. Es gab Kühe, Schweine und Pferde. Später übernahm ihr Sohn den Hof, der fünf Jahre nach der Hochzeit zur Welt gekommen war. 1989 starb ihr Mann, drei Jahre nach seiner Schwiegertochter. 1996 verlor Anni Plumhoff auch ihren Sohn. Von da an war sie für ihre drei Enkelinnen da, die ihr später fünf Urenkel schenkten und von denen zwei auch in Brelingen leben. Eigentlich wollte sie ihren Hof in Brelingen nie verlassen, doch nach einem Sturz, bei dem sie sich zum zweiten Mal einen Oberschenkelhalsbruch zuzog, musste sie dann doch ins Altenheim umsiedeln. In Elze-Hohenheide fühlt sie sich wohl und genießt die Unterhaltungsangebote. Ihr Leben lang hat Oma Anni die Musik geliebt. Noch heute singt und spielt sie gern, vor allem Mensch ärgere dich nicht. Auf den Rollstuhl ist sie zwar mittlerweile angewiesen, doch Brille oder Hörgerät sind Fremdworte für sie. Sie bekommt alles mit, unterhält sich gerne und liest auch Zeitung. „Und sie isst seit 26 Jahjren Fisch, besonders gern Forelle“, beeilt sich ihr Schwiegerenkel Hartmut Pflüger noch hinzuzufügen.