Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft": Sieg geht an Dudensen

Während die Jury sich am Donnerstag die Präsentation im Mooriz anhörte, versammelten sich die Fahrradfahrer neben dem Gebäude. Foto: A. Wiese
 
In Elze empfingen Ortsbürgermeister Jürgen Benk und viele Mitstreiter die Kommission auch an der alten Schule in der Poststraße, wo die Vertreter der verschiedenen Vereine aufzeigten, wielange und wofür sie die ehemalige Dorfschule nutzen und mit der Ankündigung überraschten, einen Trägerverein gründen zu wollen. Foto: A. Wiese

Besonderer Erfolg und 500 Euro Preisgeld für Elze und Resse

Elze/Resse (awi). Zwölf Ortschaften in der Region Hannover bereiste die Bewertungskommission des Regionswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ von Mittwoch bis Freitag. Am Mittwoch präsentierte sich Elze als Wedemärker Teilnehmer, am Donnerstag Resse. Seit dem späten Freitagabend steht das Ergebnis fest: Alle drei Medaillenränge belegen Dörfer aus dem Neustädter Land: Dudensen gewinnt vor Hagen und Wulfelade.
Der Regionswettbewerb 2014 „Unser Dorf hat Zukunft“ ist entschieden: Die Bewertungskommission unter der Leitung des Ersten Regionsrats Prof. Dr. Axel Priebs hat nach einer dreitägigen Bereisung gleich drei Neustädter Ortschaften für besonders preiswürdig befunden. Nur eine Stelle hinter dem Komma trennt Sieger Dudensen vom Zweitplatzierten Hagen. Bronze geht an Wulfelade. Einen Sonderpreis erkannte die Jury Altenhagen I (Springe) zu. Auch die weiteren Teilnehmer gehen nicht leer aus. Elze, Otze, Dollbergen, Weetzen, Mesmerode, Resse, Nöpke und Borstel wird die „Teilnahme mit besonderem Erfolg“ bescheinigt, verbunden mit einem Preisgeld in Höhe von jeweils 500 Euro. Die offizielle Auszeichnung aller zwölf Ortschaften im Wettbewerb findet im Herbst statt. Ausschlaggebend für die Vergabe des ersten Platzes nach Dudensen war für die Jury, neben der exzellenten Präsentation durch ein engagiertes Team, vor allem die Tatsache, dass hier ein durchdachtes Leitbild für die Dorfentwicklung schrittweise umgesetzt wird. Auch in den Bewertungskategorien Ortsbild und Dorferneuerungsprogramm konnte Dudensen punkten.
Was die 13-köpfige Jury mit Dezernent Prof. Priebs, Mitgliedern der Regionsversammlung vertretenen Fraktionen, Vertretern der Landfrauenvereine, des Städte- und Gemeindebundes, des Heimatbundes Niedersachsen und der Regionsverwaltung in Resse zu sehen bekamen hob sich doch etwas von der Darstellung anderer Ortschaften ab: Mehr als hundert Resser demonstrierten neben dem Mooriz für einen Radweg zwischen Resse und Wiechendorf. „Diesen Radweg fordern die Bürger seit ich so klein war, wie jetzt die Kinder da“, berichtet ein Teilnehmer der Fahrraddemo. „Unser Dorf hat Zukunft“ – dazu gehört für die Resser auch, ihren Bedürfnissen lautstark – in diesem Fall mit Fahrradklingeln – Ausdruck zu verleihen. Der Wettbewerb richtet sich an Ortschaften bis zu 3.000 Einwohnern mit überwiegend dörflichem Charakter.
Ein besonderer Schwerpunkt des Regionsentscheids 2014 liegt auf dem Thema „Erhalt und Stärkung einer lebendigen Ortsmitte“. Bewertet werden Planungskonzepte zur Dorfentwicklung und zur Stabilisierung gewachsener Strukturen, das kulturelle Leben, die bauliche Gestaltung sowie der Umweltschutz. Resse führte hier die zahlreichen Gemeinschaftsaktivitäten im Dorf vom Ball über den lebendigen Adventskalender bis zum Meilenfest oder der Pla-kataktion gegen Hundehaufen ins Feld. Dass sie sich als Netzwerk verstehen verdeutlichte das Organisationsteam im Mooriz mit einer „Netzwerkaktion“, während draußen die Fahrradfahrer aufmarschierten.
Aber auch Bürgerverein, Genossenschaft, Supermarkt, Ärztehaus und Mooriz sowie der geplante Moorerlebnispfad sind ein Pfund, mit dem die Resser wuchern können. Die Elzer halten jedoch durchaus mit: Mit der von Eltern organisierten „Zwergenburg“, der gerade in einer tollen Spendenaktion in der Sanierung begriffenen Pfarrscheune, dem neuen und alten Dorfmittelpunkt alte Schule mit Schach- und Boulespiel sowie Fitnessgeräten und so schillernden Persönlichkeiten wie Ortshistoriker Otto Hemme undHeimatdichter Arnold Kirchner.
Die Zukunftsperspektiven in den Dörfern zu verbessern und die Lebensqualität in den ländlichen Räumen zu steigern ist Ziel von „Unser Dorf hat Zukunft“. Dazu gehören auch der Erhalt und die Entwicklung von Nahversorgungsmöglichkeiten, von dörflich angepassten Wirtschaftsstrukturen, Perspektiven für den Fremdenverkehr und die Versorgung durch erneuerbare Energien.
Der Wettbewerb will dazu anregen Stärken, Schwächen und Chancen zu analysieren und daraus ein ganzheitliches Konzept für die Entwicklung der Ortschaften zu erarbeiten. Dörfer, die die Jury auf Regions- beziehungsweise Kreis- und Landesebene überzeugen, haben die Chance, sich für den Bundesentscheid 2016 zu qualifizieren. Mit dem Wettbewerb ehrt das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz alle drei Jahre bürgerliches Engagement für eine lebenswerte Zukunft auf dem Land.
Während die Resser auf ihre Demo als besonderen Blickfang setzten, verteilten die Elzer leckere Dorfspezialitäten. Der erste Wettbewerb dieser Art fand 1961 auf Bundesebene statt und hatte zum Ziel, die Abwanderung der Dorfbevölkerung insbesondere aufgrund des Strukturwandels in der Landwirtschaft zu verhindern. Dorfverschönerung und die Grüngestaltung durch Blumenschmuck waren die Ansätze von damals. Im Laufe der Jahre kristallisierte sich immer mehr heraus, dass die Attraktivität und Beständigkeit eines Dorfes nicht nur durch gestalterische Elemente beeinflusst werden. Die Wettbewerbskriterien verlagerten sich in Richtung Dorferneuerung und integrierte Dorfentwicklung, sie wurden um die Punkte der Nachhaltigkeit und der künftigen Zielstellungen auf dieser Ebene (Dorf-Agenda) ergänzt. 1997 wurden die Wettbewerbskriterien und der Name des Wettbewerbs geändert. Aus „Unser Dorf soll schöner werden“ wurde „Unser Dorf hat Zukunft“. Der Elzer Heimatdichter Arnold Kirchner hat dazu natürlich ein Gedicht verfasst:

Sehr geehrte Damen und Herren !

Ihr Urteil soll uns Ehre bringen !
Da darf man mal ein Loblied singen
und sich, so tief es geht, verneigen
vor der Jury....... und ihr jetzt zeigen,
was wir im Dorf so alles bieten.

Sie können dann darüber brüten
und weitermelden der Region:
In Elze IST die Zukunft schon !


Vom Hauptbahnhof nur 9 Stationen,
dann ist man dort, wo Elzer wohnen.

Die Luft ringsum --- wie Samt und Seide !
Kein Wunder --- Hier beginnt die Heide !

Des Pfarrers Scheune: Gut bedacht !
(im Doppelsinn, was Freude macht ):

Geschützt, nicht nur durch’s Dach, von oben,
darf bald hier drin die Jugend toben.

Die alte Schule (wo so mancher schlief),
erhält ein Poesie-Archiv.
Vielleicht regt es den Geist ja an,
was so ein Reimer darf und kann.

Doch kommt auch Leben ins Gemäuer !
Der Jury sei das nicht zu teuer (!!!) :

"Concordia" übt hier im Chor,
was sonst als Bass und als Tenor
den Papa nur in Stimmung bringt,
wenn er's allein im Bade singt.

Das Rote Kreuz zapft Blut für alle;
Für Euch, für uns---- im Notfallsfalle !
Auch Erste Hilfe wird geübt
und was sonst Menschen Hilfe gibt.

Beim Boulen (mit „o-u“ geschrieben !!)
kann jeder sich im Zielen üben.

Das Garten-Schach zeigt Elzer Bauern,
wie Springer auf den König lauern;
und bei der Dame ist man platt,
sagt sie zum König: Du bist matt !

Der kann dann gleich am Sportgerät,
das auf dem Platz daneben steht,
uns zeigen, dass er Kraft noch hat.
Sein „Matt“ war dann wohl nur ein „Patt“ !!



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geplant war am Ende:
Mahnend blickt der Bürgermeister,
Jürgen Benk, Ihr kennt ihn, heißt er.
Er zeigt stur auf seine Uhr:
2 Minuten hatt' ich nur !

Also lass' ich Euch jetzt gehen !
Ihr bekommt noch viel zu sehen !!