„Wichtig, dass Ihr Zuhause sicher ist“

Polizeioberkommissar Michael Nickel ist in der Polizeidirektion Hannover für technische Prävention zuständig: Er berät kostenlos und objektiv zum Schutz vor Einbruch und Diebstahl, privat oder gewerblich. Foto: A. Wiese

Informationsveranstaltung mit Michael Nickel von der PD Hannover in Hellendorf

Hellendorf (awi). Keine Woche, in der die Polizei in der Wedemark zurzeit nicht neue Einbrüche meldet. Jetzt in der dunklen Jahreszeit boomen vor allem die Tageswohnungseinbrüche. Wie man sich und vor allem sein Zuhause davor schützen kann, dazu bietet die Polizeidirektion Hannover umfassende Beratung an. Letzte Woche referierte Polizeioberkommissar Michael Ni-ckel von der Technischen Prävention bei einem Themenabend auf Einladung der CDU Hellendorf. „Es ist unheimlich wichtig, dass Sie ein Gefühl dafür bekommen, ob Ihr Zuhause sicher ist“, erklärte der Polizeioberkommissar seinen aufmerksamen Zuhörern. Sein Kurzvideo, in dem ein Kollege von ihm demonstriert, wie er binnen Sekunden mit einem Schraubenzieher ein normales Standardfenster aufhebelt, machte schon mal Eindruck. 80 Prozent aller Einbrecher gelangten durch Aufhebeln von Fenstern oder Terrassentüren ins Objekt, erklärte Nickel. In neun Prozent der Fälle durchbohrten sie die Rahmen und nur in einem Prozent würde das Glas eingeschlagen. Man müsse aber auch wissen: Über ein Drittel aller Einbrüche blieben im Versuch stecken. Mechanische sicherungstechnische Einrichtungen trügen dazu ganz wesentlich bei. Die Täter wollten schnell und unauffällig an Beute wie Bargeld und Schmuck kommen. Wenn sie auf Widerstand stießen, gäben sie schnell auf, berichtete Nickel aus seiner Erfahrung. Guten Einbruchschutz bieten geprüfte einbruchhemmende Türen, die oft auch im Nachhinein noch deutlich aufgerüstet werden können. Alle Nachrüstungen für Türblättern, -rahmen, -bänder und -schlösser sowie für Beschläge und Schließbleche müssen sinnvoll aufeinander abgestimmt sein. „Bauen Sie auf jeden Fall einen Weitwinkel-Türspion in ihre Haus- oder Wohnungstür ein“, riet Nickel, „damit Sie sehen, wer zu Ihnen will. Wenn Sie öffnen, dann nur mit vorgelegtem Sperrbügel!“ Die Polizei regt in ihrem Präventionsprogramm auch ausreichende Beleuchtung vor Türen und Zugangswegen, gegebenenfalls durch einen Bewegungsmelder an und empfiehlt eine Türsprechanlage, eventuell kombiniert mit einer Videokamera. Auch mit geprüften einbruchhemmenden Fenstern und Balkon- oder Terrassentüren kann man sich vor unliebsamem Besuch schützen. Wichtig sei, so Nickel, dass abschließbare Fenstergriffe nur in Verbindung mit einem einbruchhemmenden Festerbeschlag sinnvoll seien. Einen guten Aufhebelschutz bieten einbruchhemmende Fensterbeschläge oder Zusatzsicherungen. Häufig gekippte Fenstern können mit einem Gitter gesichert werden. „Rolläden haben in der aller Regel keine einbruchhemmende Wirkung und sollten zumindest gegen Hochschieben gesichert werden“, warnte der Experte. Auch für Kellerlichtschächte riet er zu speziellen Abhebesicherungen für Gitterroste.
Fachgerecht montierte Einbruchmeldeanlagen für die Außenhaut- und Raumüberwachung könnte mechanische Sicherungen zwar nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen. Sie erhöhen nämlich das Entdeckungsrisiko für den Einbrecher. Nickel riet aber dazu, sich vor dem Einbau einer Meldeanlage unbedingt Rat bei der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle zu holen. Polizei und speziell geschulte Fachbetriebe arbeiten eng zusammen. Der erste Schritt ist die polizeiliche Beratung im eigenen Zuhause. Im zweiten Schritt werden dann Fachbetriebe beauftragt, die man auf den Referenzlisten der Schutzgemeinschaften findet und die den fachgemäßen Einbauch geprüfter Sicherheitstechnik sorgen. Sind alle Ratschläge umgesetzt und auch ein Rauchmelder pro Etage installiert, gibt es die Präventionsplakette der Polizei. Und wenn der Einbrecher die am Haus sieht, hat er zum Einbrechen eigentlich schon gar keine Lust mehr.