Wie der Findling nach Bissendorf kam

Aus dem Jagdrevier des Bissendorfer Architekten Kurt Appel nördlich von Walsrode holten Mitglieder des Verschönerungsvereins den Findling 1983 nach Bissendorf, wo er zum Brunnen umgestaltet wurde. Foto: VNV

Von 1982 bis 1984 gestaltete der Verschönerungsverein den Amtsgarten um

Bissendorf (awi). 1982 entschied sich der Verschönerungsverein Bissendorf, der am nächsten Mittwoch sein 50-jähriges Bestehen feiert, sich des freien Platzes zwischen Amtskrug, Amtshaus und Heimatmuseum (der heutige Amtsgarten) anzunehmen. Zunächst karrten die Mitglieder alte Pflastersteine nach Bissenorf, die ein Spender aus Kaltenweide zur Verfügung gestellt hatte. Schnell entstand die Idee, in diesem Bereich einen Brunnen anzulegen und für Sitzgelegenheiten zu sorgen. 1983 beschloss der Verein die Finanzierung einer Brunnenanlage in einer Größenordnung von 15.000 Mark. Nach einem Spendenaufruf an alle Bissendorfer gingen rund 7.999 Mark auf das Spendenkonto ein. Die Sparkasse steuerte aus ihrem Prämienspartopf die Summe von 2.000 Mark bei. Die Volksbank sagte 500 Mark zu und die Realisierung des ehrgeizigen Projekts rückte in greifbare Nähe. Architekt Christian Heimberger, ebenfalls Mitglied im Verschönerungsverein, präsentierte ein Modell der Hofanlage, das anschaulich zeigte, dass der Platz mit Brunnen, Bänken und Tischen unter der alten Linde künftig zu einem gemütlichen Treffpunkt werden könne. Im Februar 1983 hielt ein rund fünf Tonnen schwerer Findling Einzug, den der Bissendorfer Architekt Kurt Appel in seinem Jagdrevier nördlich von Walsrode entdeckt hatte und dem Verschönerungsverein zur Verfügung stellte und der in die Planung eines Brunnens zwischen dem historischen Baukomplex des Amtshauses, des Kavaliershauses und des Amtskruges einbezogen werden sollte. Im Mai 1984 findet sich dann ein Artikel im Wedemark ECHO, in dem davon berichtet wird, dass der Oldenburger Künstler Udo Reimann den Findling bearbeitete und im Laufe der Zeit zu einem Brunnen gestalten werde. Der in Schlesien gebürtige Reimann hatte bereits langjährige Erfahrungen im Umgang mit Stein als Material gesammelt. Zu seinen bevorzugten Themenkreisen gehörten Wasser und das Vegetative, heißt es in dem Artikel vom 30. Mai 1984. Reimann erklärte seinerzeit, er wollte bei der Gestaltung des Findlings als Brunnen dem Stein möglichst viel Gelegenheit geben, sich selbst darzustellen, der dem Betrachter an den abgetragenen Partien sein Innenleben zeige. Im Sommer 1984 waren die Arbeiten abgeschlossen.