„Wie kriegt man dafür eine Fluglizenz?“

Hendrik Hoppenstedt strahlt. Auf dem Sitz des Fluggerätes von Michael Werner (rechts) fühlt er sich wohl. Foto: A. Wiese

CDU-Bundestagsabgeordneter besichtigt Fresh Breeze und ist Feuer und Flamme

Bissendorf (awi). Zu seinem Wahlkreis gehört auch die Flughafenstadt Langenhagen, wo deutlich größere Flieger verkehren, doch es sind die Ultraleichtfluggeräte von Michael Werner und seinem Geschäftspartner, die es dem CDU-Bundestagsabgeordneten Hendrik Hoppenstedt ganz offensichtlich angetan haben.
Das verraten die leuchtenden Augen und das verträumte Lächeln, als er – nur mal für ein Foto – auf dem Sitz des Fluggerätes Platz nimmt und ein wenig Mühe hat, seine langen Beine zu verstauen. Und auch die Fragen, die der Politiker seinem Gastgeber stellt, sprechen für sich: Was man für eine Lizenz benötige, um so ein Ultraleichtflugzeug zu fliegen, ob es schwierig sei, diese zu erwerben und in welchem Kostenrahmen sich dieses Hobby bewege. Möglich sei das, lautet die Antwort, doch auf der Wiese hinter seinem Haus in Großburgwedel dürfe er damit nicht starten, setzt Michael Werner seinem flugbegeisterten Gast auseinander. In Deutschland müssten sich die Käufer seiner Fluggeräte mit einer Menge Vorschriften auseinandersetzen. Das sei in anderen Ländern nicht ganz so ausgeprägt und vermutlich einer der Gründe, warum zwei Drittel der Produkte von Fresh Breeze mittlerweile für das Ausland produziert werden, darunter diverse Scheichs in Dubai, die ihren Spaß an den Hightechgeräten haben. Mit Inline-Skates vom amerikanischen Markt habe er angefangen, berichtet Fresh-Breeze-Gründer Michael Werner. Mit Surfbrettern und Gleitschirmen sei es weitergegangen. Irgendwann entwickelte er den ersten Rucksackmotor, weitere Fluggeräte folgten. Heute gehört Fresh Breeze zu den weltweit führenden Herstellern von Ultraleichtflugzeugen. Begonnen habe er in einem Hinterhof in Langenhagen, der Offenheit der Gemeinde Wedemark sei es zu verdanken gewesen, dass er seinen Firmensitz im Jahr 2000 hierher verlegt habe, so Werner. Nicht alle seien davon begeistert gewesen, er habe am Anfang mit Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt, zumal es sich bei Bissendorf um die Kontrollzone des Flughafens Langenhagen handele. Doch dann sei er wie es seine Art sei geradewegs ins Wirtschaftsministerium marschiert und habe dort daran erinnert, dass Gerhard Schröder sich dafür ausgesprochen habe, junge Firmen, die innovative Produkte auf den Markt bringen und Deutschland in der Welt bekannt machen wollten, zu fördern. Er habe so eine Firma, bekomme aber keine Unterstützung. Vor da an sei es vorwärts gegangen und er habe die Genehmigung bekommen, Testflüge von seinem Gelände im Bissendorfer Gewerbegebiet durchzuführen. Für höhere Flüge fahre er extra bis nach Fassberg, dort könne er, wenn kein Schießbetrieb sei, über dem Truppenübungsplatz bis auf 3.800 Meter Höhe aufsteigen, so Werner, was Hoppenstedt zu dem schaudernden Komentar „In so einer Nusschale?“ verleitet. „Das ist die letzte Freiheit in Deutschland“ ist Michael Werners ein wenig nachdenklich stimmende Antwort und nachdenklich, nämlich ob er dieses faszinierende Hobby nicht tatsächlich in Erwägung ziehen sollte, verlässt auch der CDU-Bundestagsabgeordnete nach eineinhalb Stunden das Firmengelände von Fresh Breeze im Bissendorfer Gewerbegebiet. Eigentlich hatte dies ein ganz normaler Firmenbesuch im Rahmen seiner Sommertour werden sollen, weil Hoppenstedt als Großburgwedeler mit diesem innovativen Wedemärker Unternehmen noch gar nicht zu tun gehabt hatte.