Wiechendorfer Chronik ist fast fertig

Annemarie Buschbaum aus Scherenbostel und Friedel Lüddecke aus Evensen sitzen zurzeit täglich an der Fertigstellung der Chronik. Foto: A. Wiese

Annemarie Buschbaum ist bei ihren Recherchen auf interessante Dinge gestoßen

Wiechendorf (awi). Sie ist sogar mit dem Flugzeug aufgestiegen, um sich ein Bild „von dem merkwürdigen Viereck“ zu machen, in dem die Höfe und Bäume im alten Ortskern von Wiechendorf angelegt sind: Wenn Annemarie Buschbaum sich einer Aufgabe widmet, tut sie das mit Herzblut, das hatte die engagierte Scherenbostelerin schon bei der Erstellung der Chronik ihres Heimatdorfes bewiesen.
Seit einem Jahr arbeitet sie jetzt an einer Bildchronik über „Höfe in Kurzfassung und Familiengschichten“ in Wiechendorf. Die Recherchen sind abgeschlossen, jetzt geht es nur noch um die Auswahl der Bilder und Anordnung der rund 270 Seiten, denn schon nach Ostern soll das Buch erscheinen. Unterstützt wird Annemarie Buschbaum in diesen „technischen Belangen“ von Friedel Lüddecke aus Evensen. Wenn Lüddecke auch gesundheitlich sehr eingeschränkt ist, ist dies doch seine Materie. Seit er vor 15 Jahren zusammen mit dem Heimatverein Helstorf die erste Chronik am Computer druckfertig gemacht hat, ist dieses Hobby das Steckenpferd des gebürtigen Bissendorfers, der seit seiner Heirat in Evensen wohnt und in der Wedemark noch immer fest verwurzelt ist. Die Bissendorfer Hofgeschichten oder die Mellendorfer Bildchronik sind nur einige der vielen Bücher, die an Lüddeckes Computer in Evensen in den letzten 15 Jahren druckfertig wurden. Dabei hat sich der Autodidakt ganz erstaunliche Fähigkeiten zur Bearbeitung alter Fotografien angeeignet. Davon hat ihm Annemarie Buschbaum hunderte gebracht. „Ich war selbst erstaunt, wie vertrauensvoll die Wiechendorfer mir ihre Familienschätze, alte Unterlagen und Fotos anvertraut haben und was da alles zum Vorschein kam“, berichtete Buschbaum. Viele wichtige Anmerkungen, Dorf- und Familiengeschichten habe sie dem „Merkbuch von Heinrich Mohlfeld“ entnommen, das etwa 45 Seiten umfasst – allerdings in deutscher Schrift, sie mussten also übersetzt werden. Heinrich Mohlfeld (1885 bis 1965) schreib sein Buch etwa 1960.
Der Verkauf allein wird die Erstellungskosten der Chronik nicht decken, die Gemeinde hat Annemarie Buschbaum Unterstützung zugesagt. Dennoch wirbt Buschbaum, die selbst als Herausgeberin auftritt und damit das finanzielle Risiko trägt, noch um Sponsoren für die 120 Exemplare starke erste Auflage.