Wieder Überfall auf REWE-Getränkemarkt

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen Ziel eines Überfalls: Der REWE-Getränkemarkt an der Scherenbos-teler Straße. Erneut konnte der Täter mit Beute in unbekannter Höhe entkommen. Foto: A. Wiese

Drei Einbrüche am Wochenende – was ist los in der sonst so ruhigen Wedemark?

Wedemark (awi). „Die Wedemark ist sicher“ lautete die Schlagzeile, mit der die Mellendorfer Polizei im letzten Jahr ihre Statistik vorstellte, immer wieder kursieren Gerüchte, in der Wedemark sei es so ruhig, dass die Polizeidienststelle möglicherweise nachts wieder geschlossen werden könnte. Da rütteln Vorkommnisse wie an diesem Wochenende auf: Zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen wurde der REWE-Getränkemarkt in Bissendorf überfallen. Wie auch am 29. Dezember entkam der unbekannte Täter mit der Beute. Die sofort eingeleitete Fahndung, die auch von einem Hubschrauber unterstützt wurde, verlief erfolglos. Zudem erbeuteten Einbrecher bei drei Coups am Wochenende in verschiedenen Ortsteilen der Wedemark unter anderem Schmuck und Bargeld. Montag vor einer Woche war ein Hausbesitzer aus Abbensen abends, als er nach Hause kam, auf mehrere Einbrecher in seinem Haus getroffen, die bereits einen Tresor zum Abtransport bereit gestellt hatten. Auch sie flüchteten unerkannt.
Der Überfall auf den Getränkemarkt in der Scherenbosteler Straße am Sonnabend gegen 21.15 Uhr weist auffällige Parallelen zum Überfall auf den gleichen Markt am 29. Dezember hin. Bisherigen Ermittlungen zufolge hatte der mit einer Sturmhaube maskierte Unbekannte den Markt betreten, einen 18-jährigen Angestellten und dessen 22 Jahre alten Kollegen mit einer Schusswaffe bedroht und Geld gefordert. Nachdem die Angestellten ihm Geld ausgehändigt hatten, flüchtete er mit der Beute zu Fuß in unbekannte Richtung. Obwohl die Polizei nur wenige Minuten später vor Ort war und mit 13 Streifenwagen und Unterstützung aus der Luft die Umgebung absuchte, konnte der Täter entkommen. Der Räuber ist etwa 25 bis 30 Jahre alt, zirka 1,70 bis 1,75 Meter groß und kräftig. Er sprach hochdeutsch und war mit einer schwarzen Jacke, einer schwarzen Jeans und schwarzen Schuhen bekleidet. Zeugen, die Hinweise zu der Tat oder dem Täter geben können, setzen sich bitte mit dem Kriminaldauerdienst Hannover unter der Telefonnummer (05 11) 1 09 55 55 in Verbindung. „Wir prüfen Zusammenhänge mit dem Überfall am 29. Dezember. Einen konkreten Tatverdacht gibt es zurzeit nicht. Es sind mehrere Vernehmungen erfolgt, die Ermittlungen dauern an. Dazu gehört auch die Auswertung der Videoüberwachung“, so Jenny Mitschke von der Pressestelle der Polizeidirektion Hannover auf Nachfrage. Es habe sich bei den betroffenen Angestellten nicht um die gleichen Personen gehandelt. Dennoch seien die Kollegen zurzeit nicht arbeitsfähig. In der Zentrale werde gerade über mögliche Konsequenzen diskutiert, so der stellvertretende Marktleiter Gausmann im Gespräch mit dem ECHO. Nach dem ersten Überfall sei bis vor wenigen Tagen ein Wachdienst in dem Getränkemarkt eingesetzt gewesen. Grundsätzlich hätten die Angestellten die Vorgabe, bei einem Überfall das Geld herauszugeben. Die Sicherheit des Personals habe absoluten Vorrang. „Das Geld ist versichert“, so Gausmann.
Doch nicht nur der erneute Überfall beunruhigt die Bevölkerung, auch mehrere Einbrüche sind für viele Anlass zur Besorgnis. Zwei Wohnhäuser in Wennebostel und in Isernhagen NB sind am Sonntag von Einbrechern heimgesucht worden. Zunächst wurde ein Einbruch in ein Reihenendhaus an der Straße Zur Quelle in Wennebostel gemeldet. Hier drangen der oder die Täter durch Aufhebeln der Terrassentür in das Haus ein und durchwühlten mehrere Räume. Entwendet wurden Bargeld, Schmuck, eine Kamera und eine Uhr. Die Schadenshöhe steht derzeit nicht fest. Bisher unbekannte Täter sind in der Zeit von Freitag 18.30 Uhr bis zum 18. Januar, um 0.30 Uhr, durch Aufhebeln der Terrassentür in ein Einfamilienhaus am Abbauernring in Brelingen eingedrungen. Erbeutet wurde Schmuck. Auch hier steht die Schadenshöhe derzeit nicht fest. Im Zeitraum von Freitag, circa 10 Uhr, bis zum 18. Januar, um 15.45 Uhr sind Einbrecher ebenfalls durch Aufhebeln der Terrassentür in ein Einfamilienhaus an der Magdeburger Straße in Resse gewaltsam eingedrungen. Entwendet wurden Bargeld, Münzen und Schmuck. Auch hier steht die Schadenshöhe derzeit nicht fest und die Ermittlungen dauern an. Von einer Häufung von Einbrüchen in der Wedemark will Kai-Uwe Bebensee, Leiter des Kriminalen Ermittlungsdienstes im Polizeikommissariat Mellendorf, aber nichts wissen. „Das mag zwar momentan so aussehen, aber im Prinzip passiert nur jetzt mehr, was vor Weihnachten weniger war als sonst“, gibt er zu bedenken. Zwar läge noch keine offizielle Statistik für 2014 vor, doch könne er jetzt schon sagen, dass die Einbruchszahlen für die Wedemark erneut rückläufig seien, und das gegen den regionsweiten Trend, betont Bebensee. Ob es sich bei den aktuellen Einbrüchen um örtliche Täter oder reisende Banden handele, die sich an einem Wochenende die Wedemark und Umgebung als Schwerpunkt auserkoren hätten, dazu könne man zurzeit noch gar nichts sagen. Örtliche Täter seien eher unwahrscheinlich, aber das müssten die Ermittlungen ergeben, so Bebensee. In der Nacht zu Dienstag entwendeten unbekannte Täter übrigens in Elze, Plumhofer Straße, einen Golf GTD. Das Fahrzeug war auf dem frei zugänglichen Grundstück eines Wohnhauses abgestellt. Die Polizei bittet um Hinweise unter der Telefonnummer (0 51 30) 97 70.