„Wie?Jetzt!“ endet mit Festival

„Die Presse“ erhebt sich und beobachtet die Wahlen bei der Schüleraufführung „Einig sein, zusammenhalten, zusammenstehen!“ in der Bissendorfer Kirche. Foto: B. Stache
 
„Die Presse“ erhebt sich und beobachtet die Wahlen bei der Schüleraufführung „Einig sein, zusammenhalten, zusammenstehen!“ in der Bissendorfer Kirche. Foto: B. Stache

Vielfältiges Programm von Podiumsdiskussion bis Konzert- und Theateraufführung

Wedemark (st). Insgesamt sechs Veranstaltungen gab es am vergangenen Wochenende von Freitag bis Sonntag beim Festival zum Abschluss des Wedemärker Projekts „Wie?Jetzt!“. Nach einer Ausstellungseröffnung durch Bürgermeister Helge Zychlinski am Freitagnachmittag (siehe Einzelbericht im Echo), einem Podiumsgespräch zum Thema Schützenwesen in der Wedemark sowie einer Performance „Das Grundgesetz in Bewegung“, folgten am Sonnabend eine weitere Ausstellungseröffnung im Heimatmuseum in Bissendorf und eine kombinierte Konzert- Theaterveranstaltung. Den Abschluss des Festivals und des gesamten Projekts bildete am Sonntag ein Konzert mit Lesung in der Brelinger Kirche. Das Podiumsgespräch zum Thema Schützenwesen in der Wedemark wurde von der Theaterpädagogin Bettina Montazem im Bürgerhaus in Bissendorf moderiert. Als Podiumsgäste waren Kreisschützenmeisterin Christiana Böttcher, Wedemarks Kulturbeauftragte Angela von Mirbach und Professor Dr. Harald Welzer eingeladen. Bettina Montazem eröffnete den Abend mit einem ungewöhnlichen Statement: „Der eine Teil von Ihnen möchte etwas über Schützenfeste hören, der andere Teil ist begeistert von Harald Welzer und ich hab keine Ahnung, wie das jetzt irgendwie zusammengehen soll.“ Nach Aufforderung stellten sich die Podiumsteilnehmer den Zuhörern, darunter zahlreiche Mitglieder von Schützenvereinen, vor. Christiana Böttcher berichtete, dass sie sich schon in jungen Jahren einem Schützenverein angeschlossen hatte. „Ich habe in der Wedemark eine Kindheit erlebt, die man heute wahrscheinlich nur noch in Kinderbüchern entdecken kann“, erklärte Professor Welzer auf die Frage der Moderatorin nach seiner Jugend. „Wir sind als Jugendliche auf die Schützenfeste gegangen, weil das die entscheidenden Feste im Jahresverlauf gewesen sind.“ Er habe sehr positive Erinnerungen an die Schützenfeste und eine positive Einstellung dazu. Angela von Mirbach, in Hamburg aufgewachsen, erklärte, dass sie erst in der Wedemark die Tradition der Schützenvereine kennengelernt habe. In der späteren offenen Fragerunde meldeten sich vor allem die Schützenvereinsmitglieder zu Wort. Immerhin hatte das Thema gelautet: „Ein Schützenfest für alle – Schnapsidee oder Chance?“. Um Worte und Musik ging es am Sonnabend in der Bissendorfer Kirche. Unter dem Motto „Einig sein, zusammenhalten, zusammenstehen!“ führten unter Leitung und Regie von Musikschulleiter Dieter Stein 70 Schüler des Schulzentrums Campus W in Mellendorf und der Wedemärker Musikschule ein Theaterstück mit Konzert auf. Carmen Mucha, didaktische Leiterin der IGS Wedemark und Sebastian Auschra waren ebenfalls in das Projekt eingebunden. „Dieses Theaterstück wird musikalisch umrahmt mit Friedensliedern, gespielt von Schülerinnen und Schülern der Musikschule, in Kooperation mit dem Kinderchor der Musikschule und der Grundschule Mellendorf und einem Chor der zwölften Klassen des Gymnasiums und der Musikschule“, kündigte Dieter Stein an. „Die Schauspieler sind Schüler des Gymnasiums Mellendorf, die dieses Stück gemeinsam mit Herrn Auschra geschrieben haben.“ Mit Beginn des Theaterstücks wurden die Besucher in zwei Hälften geteilt und fanden sich schnell in ihren Rollen als Angehörige der Diktatur und der Demokratie zurecht. Es folgte eine Wahl, die von der Presse, gleichgeschaltet auf Seiten der Diktatur, frei in der Demokratie, kommentiert wurde – mit überraschendem Ausgang. Das Projekt „Wie?Jetzt!“ hatte sich mit den Begriffen Demokratie, Frieden und Freiheit auseinandergesetzt – den Schülern aus der Wedemark ist dies in hervorragender Weise mit ihrer Aufführung gelungen.