Wieviele Wahlbereiche für die Wedemark?

So lang wäre bei einem Wahlbereich die Liste mit 41 Kandidaten für die Gemeinderatswahl, zeigen Rudi Ringe und Editha Lorberg: „Das ist unübersichtlich. Wir plädieren für zwei Wahlbereiche!“ Foto: A. Wiese

Änderung des Kommunalverfassungsgesetzes – Rat muss im Dezember entscheiden

Wedemark (awi). Die CDU-/FDP-geführte Landesregierung ist gerade im Endspurt der Verabschiedung des überarbeiteten Kommunalverfassungsgesetzes. Auswirkungen davon werden auch in der Wedemark spürbar werden, zum Beispiel in der Einteilung von Wahlbereichen bei der Kommunalwahl am 11. September 2011. Bisher war die Wedemark für die Gemeinderatswahl in drei Bereiche eingeteilt, zukünftig dürfen es nur noch ein oder zwei sein.
Die Entscheidung darüber liegt beim Rat. Doch die Wedemärker CDU hat das Thema bereits intensiv diskutiert und ist zu dem Schluss gekommen: „Zwei Wahlbereiche sollten es unbedingt sein. Dann können die großen Parteien bis zu 21 Kandidaten auf eine Liste setzen. Bei einem Wahlbereich wären es 41 Kandidaten auf der Liste – völlig unübersichtlich und außerdem unattraktiv für mögliche Kandidaten auf den hinteren Listenplätzen.“ Das erklärten am Montagabend Editha Lorberg und Rudi Ringe in einem Pressegespräch. Sie sprachen sich eindringlich dafür aus, die Wedemark in zwei Wahlbereiche einzuteilen und haben dafür auch bereits einen Vorschlag ausgearbeitet: Danach bestände der Wahlbereich I aus Bennemühlen, Berkhof, Elze, Gailhof, Hellendorf, Meitze, Oegenbostel und Mellendorf, der Wahlbereich II aus Abbensen, Bissendorf, Brelingen, Duden-Rodenbostel, Negenborn, Resse, Scherenbostel und Wennebostel. Rudi Ringe hat dabei rechnerisch vorgegebene Faktoren berücksichtigt. Er ist überzeugt: Je länger die Listen, desto schwieriger wird die Personenzahl für die Wähler, die kaum noch erkennen können, wo denn nun ein Vertreter ihres Ortes zu finden ist. Auch bei zwei Wahlbereichen wird die Platzverteilung der Kandidaten für die Parteien problematisch, weiß Rudi Ringe: „Wir hatten bisher gut bewährte eingeschliffene Systeme bei der Listenaufstellung, das können wir jetzt vergessen.“ Die CDU hat bereits einen Zeitplan für nächstes Jahr aufgestellt: Auftakt ist die Aufstellung der Vorschläge für die Regionsversammlung im Februar plus Delegiertenwahl. Von Mitte März bis Mitte April wählen die Ortsverbände die Ortsratslisten und am 5. Mai 2011 wird der Gemeindeverband über die Listen für die Gemeinderatswahl entscheiden. Lorberg und Ringe hoffen sehr, dass sich im Rat eine Mehrheit für zwei Wahlbereiche finden lassen wird. „Die kleinen Parteien werden natürlich für nur einen Wahlbereich plädieren, weil ihnen das Vorteile bringt, da sie oft ohnehin nicht genug Kandidaten haben“, erläuterte Editha Lorberg. Sie macht auch kein Hehl daraus, dass die Verringerung der Wahlbereiche nur ein bitteres Zugeständnis ihrer Partei an den kleinen Koalitionspartner FDP auf Landesebene ist. Inwieweit die FDP auf die Entscheidung des Rates hier vor Ort Einfluss nehmen werde, sei abzuwarten. Eine kurze Umfrage vor der Ratssitzung am Montagabend bei den Fraktionssprechern ergab, dass sich die anderen Parteien in der Wedemark noch nicht wirklich mit dem Thema auseinandergesetzt haben. „Mir eigentlich egal“, meinte FDP-Chef Erik van der Vorm. „Werden wir nächste Woche auf der Fraktionssitzung intensiv diskutieren“, kündigte Jürgen Benk für die SPD an. Lediglich Ingemar Becker von den Grünen reagierte spontan mit einem „Na, ein Wahlbereich natürlich!“ Patrick Cordes von der Wählergemeinschaft sprach sich ebenso spontan für zwei Wahlbereiche aus, beantwortete allerdings die Frage, ob die WGW bei der Kommunalwahl 2011 antreten werde, mit „kein Kommentar“.