„Wildunfälle unbedingt drastisch reduzieren“

Hegeringleiter Folke Hein zeigt Jagdpächter Hans-Hinrich Schmieta, Kommissariatschef Wolfgang Just, Manfred Voß von der Straßenmeisterei Großburgwedel und seiner Kollegin Annika Duthoo, wie die Reflektoren an den Leitpfählen befestigt werden. (Foto: A. Wiese)

Hegering, Polizei und Straßenmeistereien werden gemeinsam aktiv

Wedemark (awi). Im Bereich Hameln-Pyrmont hat unter Federführung der Polizei ein Versuch zur Minimierung von Wildunfällen in einem unfallträchigen Streckenabschnitt die Wildunfälle sehr stark reduziert. Aufgrund dieses positiven Ergebnisses bat die Polizei Mellendorf den Hegering Wedemark unter Einbeziehung der Straßenmeistereien Berenbostel und Großburgwedel, diese Wildwarnreflektoren ebenfalls einzusetzen. Zunächst wurden die Streckenabschnitte Mellendorf - Brelingen, Brelingen - Wiechendorf und Mellendorf - Wiechendorf hierfür ausgesucht. Seit 14 bis 16 Tagen sind diese Reflektoren angebracht. Während der unfallgefährdeten Zeit der Rehwildbrunft hat es dort noch keine Unfälle gegeben. Annika Duthoo, Leiterin der Straßenmeisterei Berenbostel, Manfred Voß - Leiter der Straßenmeisterei Großburgwedel, Wolfgang Just von der Polizei Mellendorf, Hans-Hinrich Schmieta als Vertreter der Jagdpächter und Hegeringvorsitzender Folke Hein haben die Wildwarnreflektoren gestern am Lönsseeparkplatz an der K 144 vorgestellt.
Diese Strecke gehöre um diese Jahreszeit, wo Brunftzeit der Rehe und Unruhe durch die Ernte zusammenträfen, zu den unfallträchtigsten, erklärte Jagdpächter Schmieta. „Außerdem ist das hier eine richtige Rennstrecke", ärgerte er sich. Die neuen Reflektoren, die an den Leitpfählen befestigt werden, sollen jetzt dazu beitragen, dass die Unfallzahlen zurück gehen. Rolf Wenda, Innendienstleiter des Mellendorfer Kommissariats, der die Aktion mit dem Hegering initiiert, die Straßenmeistereien eingebunden und die Jagdpächter für die Finanzierung der immerhin 450 Euro Materialkosten und die ausführenden Arbeiten gewonnen hatte, hatte von einer relativ gleichmäßigen Verteilung der Wildunfälle in der Wedemark gesprochen. Doch nur wenn auf bestimmten Pilotstrecken die Wirksamkeit der Reflektoren erprobt wird, kann man nach einer gewissen Zeitspanne die Zahlen vergleichen und Rückschlüsse ziehen, erläuterten Wolfgang Just und Folke Hein gestern vor Ort. Die Reflektoren gibt es in zwei verschiedenen Größen, sie sind quadratisch und werden von hinten an die Pfähle geklebt. Sie bestehen aus einer reflektierenden Folie, mit der auch Verkehrsschilder überzogen sind. „Von den CDs, die eine Zeitlang am Fahrbahnrand in die Bäume und Büsche gehängt wurden, um ebenfalls das Licht zu reflektieren, ist man wieder abgekommen", berichtete Jagdpächter Schmieta. Die Wirkung sei nicht zu garantieren, da die CDs zu beweglich seien und wenn sie abfielen, verschmutzten sie als Müll den Wald. Die Klebereflektoren sollen eine deutlich längere Haltbarkeit haben und auch die Reinigungsaktionen der Straßenmeistereien überleben.
Bei rund 160 Wildunfällen in der Wedemark im Jahr spricht die Polizei von einer „unverhältnismäßig hohen Zahl" und hat sich daher für die Aktion stark gemacht. Jagdpächter Schmieta verweist zudem auf eine hohe nicht gemeldete Dunkelziffer und gibt die Fallwildzahlen mit 150 Stück Reh- und fünf Stück Schwarzwild durchschnittlich im Jahr an. Dazu kämen etwa zehn Füchse, zehn Dachse und 30 Hasen. Folke Hein vom Hegering bedankte sich bei allen Involvierten für die „absolut unkomplizierte Zusammenarbeit".