„Will keinem was überstülpen“

Wedemarks neue Gleichstellungsbeauftragte Mona Achterberg in ihrem Büro im ersten Obergeschoss auf der „Bürgermeisterebene“. Foto: A.Wiese

Gleichstellungsbeauftragte Mona Achterberg im Dienst

Wedemark (awi). Seit 1. Juli ist Mona Achterberg, vorher Ratsfrau der Grünen und stellvertretende Bürgermeisterin, hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Wedemark und damit Nachfolgerin von Regina Niehoff, die in den wohlverdienten Ruhestand gegangen ist. Der Job ist Mona Achterberg vertraut, denn sie war bis 30. Juni Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Isernhagen. Die Stelle dort ist bereits ausgeschrieben und soll nach den Sommerferien neu besetzt werden. Doch während Achterberg dort ausschließlich die halbe Stelle der Gleichstellungsbeauftragten ausfüllte, umfasst ihr Aufgabengebiet in der Wedemark eine volle Stelle mit 39 Stunden, denn eine halbe Stelle ist dem Bündnis für Familie zugeordnet. „Es ist schon mal super, mit dem Fahrrad ins Büro fahren zu können“, freut sich die Brelingerin. Solange das Wetter das zulasse, werde sie das tun. Für Außentermine könne sie schließlich auch einen Dienstwagen der Gemeinde nutzen. Auswärtige Termine sind zum Beispiel Besprechungen mit ihren Kolleginnen aus anderen Kommunen. Insbesondere die Bündnisse für Familie haben nämlich bereits ein kleines Netzwerk angelegt, in dem Wedemark, Burgdorf, Hemmingen und Sehnde eng zusammenarbeiteten. „Auch in den anderen Kommunen sind die Bündnisse für Familie meist bei den Gleichstellungsbeaufragten aufgehängt, aber dass es eine komplette halbe Stelle dafür gibt wie in der Wedemark, ist etwas Besonderes“, betont Achterberg. Das Bündnis für Familie habe hier einen besonders hohen Stellenwert und werde von ganz viel ehrenamtlichem Engagement getragen, das begleitet werden müsse.
Selbsthilfetag im September
So bringt sich Achterberg in die Vorbereitung des zweiten Selbsthilfetages am 14. September ein, der von den Gruppen organisiert werde und wieder auf dem Sparkassenvorplatz in Bissendorf stattfinden soll. „Der Selbsthilfetag hat sich in der Wahrnehmung noch nicht etabliert, darum wollen sich die Gruppen erneut im Außenbereich präsentieren. Im nächsten Jahr werden wir dann neu planen“, erklärte Achterberg gestern gegenüber der Presse. Eine vorsichtige Bestandsaufnahme, helfen, wo sie gebraucht wird, aber niemandem etwas überstülpen, das ist das Konzept der neuen Gleichstellungsbeauftragten. Natürlich habe sie auch viele Ideen, aber ob und wie sich diese verwirklichen ließen, das müsse man vorsichtig abwägen, meint sie. Viele gute Dinge gebe es bereits, wie das Unternehmerinnennetzwerk oder die Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs. Das Unternehmerinnennetzwerk habe bereits begonnen, sich mit anderen aus der Region zu vernetzen, was sie sehr begrüße. Podiumsdiskussionen oder die Einladung hochkarätiger Referenten könnten durchaus überregional organisiert werden, findet Mona Achterberg.
Weltfrauentag am 8. März
Für den nächsten Weltfrauentag am 8. März 2014 schwebt ihr neben dem Klassiker Frauenkabarett ein Begleitprogramm vor, zumal auch der Equal Payday terminlich nicht weit davon entfernt sei, nämlich am 21. März. „Das ist der Tag, an dem Frau das gleiche Durchschnittsgehalt erreicht hat, das Mann schon Silvester hatte“, erläutert Mona Achterberg. Hier sieht sie ebenso noch Handlungsbedarf wie beim Tag gegen Gewalt gegen Frauen, dem Unterhaltsrecht, dem Thema Frau und Gesundheit und der Initiative „Mehr Männer in Kindertagesstätten und unteren Lohngruppen“. Ein Gleichstellungsbericht muss erstellt und ein Gleichstellungsplan ausgearbeitet werden. „Beim Gleichstellungsplan gehe es nichtwie früher beim Frauenförderplan um die Frage, wo es zu wenig Frauen gebe, sondern darum, wo die Geschlechter wie verteilt seien“, erklärt Achterberg. Oder anders gesagt: Beim Frauenförderplan ging es um Stellen, beim Gleichstellungsplan geht es um Personen, wobei Teilzeitstellen entsprechend an- oder umgerechnet werden. Im Gleichstellungsbericht müssen dann entsprechende Maßnahmen benannt werden, wenn der Gleichstellungsplan konkreten Handlungsbedarf ergeben hat. Achterberg, Diplompädagogin in der Erwachsenenbildung, hat übrigens selbst früher die Außenstelle des Sprachheilkindergartens in Soltau geleitet.