Windkraft bleibt Diskussionsthema

Brelingen (awi). Da das Regionale Raumordnungsprogramm nunmehr rechtskräftig ist – die Regionsversammlung und die übergeordnete Aufsichtsbehörde Leine Weser haben es wie erwartet abgenickt, ist nun die Gemeinde Wedemark am Zug, auf der Westseite der Kreisstraße zwischen Brelingen und Wiechendorf den Flächennutzungsplan zu ändern und dort den im RROP vorgesehenen Vorrangstandort für Windkraft auszuweisen. Selbst, wenn dieses Verfahren umgehend angeschoben wird und keine unerwarteten Schwierigkeiten beim öffentlichen Beteiligungsverfahren auftreten, werden mindestens eineinhalb Jahre ins Land gehen, bis der geänderte Flächennutzungsplan Rechtskraft erlangt hat. Eine lange Zeit für die Wedemärker, die sich schon vor geraumer Zeit zur Ackerstrom Wedemark Beteiligungs GmbH & Co. KG zusammengeschlossen haben. Ein offizielles Statement möchten die Beteiligten zurzeit während des laufenden Verfahrens der Flächennutzungsplanänderung nicht abgeben. In Erfahrung bringen konnte das ECHO lediglich, dass die drei Windräder mit maximal 120 Meter Nabenhöhe, die in dem genannten Bereich genehmigungsfähig sind, bereits vor einiger Zeit von der REON, die ebenfalls zur Beteiligung GmbH gehört, bestellt wurden. Diese ist damit jedoch kein Risiko eingegangen, denn die REON ist an mehreren Windparks beteiligt, kann die Windräder, die eine beträchtliche Lieferzeit haben, auch jederzeit woanders als in der Wedemark aufbauen. Während es von CDU und SPD seit der Kommunalwahl im Herbst letzten Jahres kein offizielles Statement mehr zum Windkraftstandort Brelingen gegeben hat, bekräftigt die FDP die Ablehnung dieses Standort wegen des fehlenden Abstands zur Wohnbebauung.
Grundsätzlich das Zehnfache der Nabenhöhe an Abstand zu den ersten Wohnhäusern fordere die FDP niedersachsenweit, betont ihr Spitzenkandidat Stefan Birkner. Damit hätte sich nicht nur der Standort Brelingen erledigt, sondern etliche weitere in Niedersachsen. Und zum Thema Energiewende haben die Freien Demokraten noch mehr Ideen. „Wir hatten als FDP/Bündnis C-Gruppe ja schon bei den Haushaltsberatungen gefordert die Grund- und Gewerbesteuer in der Wedemark um zehn Punkte zu senken, da der Bürger mit den definitiv steigenden Stromkosten schon genug belastet ist. Aber das hat die Ratsmehrheit ja abgelehnt“, berichtet Erik van der Vorm. Der Ausbau erneuerbarer Energien koste den Bürger richtig Geld. Die Ökosteuer steige ständig. Die FDP plädiere für die Abschaffung der Stromsteuer, betont Birkner. Es könne nicht sein, dass sich der Staat bei jeder Umlageerhöhung bediene. „Alle klagen über die Kosten, aber niemand tut was. Dabeiwäre das für den Bundesgesetzgeber kein Problem“, kritisierte Birkner bei seinem Besuch letzte Woche in der Wedemark. Seine Partei trete jedenfalls vor diesem Hintergrund in Niedersachsen erst einmal dafür ein, die Windenergie nicht weiter auszubauen, da das Problem nicht in der Erzeugung des Stroms, sondern wie die Diskussion SuedLink zeige, in der Verteilung liege. Was nütze ökologisch erzeugter Strom, wenn man diesen nicht los werde und der Verbraucher das auch noch mit 27 Milliarden Euro insgesamt subventionieren müsse. Ein faktischer Windkraftstopp sei daher gewollt.