Windkraft dominiert Einwohnerfragestunde

Diese und andere Fotomontagen aus der Perspektive der Straße Fischerkamp in Brelingen legte der Wedemärker Manfred Kleinke am Montagabend im Rat vor, um zu demonstrieren, wie dominant sich der Anblick der Windkraftanlagen auswirken werde. Die Ansichten wurden am Freitag letzter Woche von Brelinger Bürgern fotografiert. Die Firma Fresh Breeze machte ebenfalls am letzten Freitag aus einem Tragschrauber aus 200 Metern Höhe Aufnahmen und flog dort, wo die Windräder geplant sind, an der Kreisstraße zwischen Wi

Bürgermeister weist alle Argumente der Bürger als falsch oder nicht belegt zurück

Wedemark (awi). Der einzige Punkt, unter dem Bürger in einer Ratssitzung zu Wort kommen ist die Einwohnerfragestunde zu Beginn. Laut niedersächsischer Gemeindeordnung ist sie auf eine halbe Stunde begrenzt – worauf Ratsvorsitzender Heiner Peterburs zu Beginn ausdrücklich hinwies – und die Bürger müssen Fragen an den Rat und die Verwaltung richten – worauf Pressesprecher Hinrich Burmeister als Herr über das Mikrofon immer wieder hinwies. Die Brelinger, denen es wichtig war, Gehör für ihre Ängste bezüglich der geplanten Windkraftanlagen zwischen Wiechendorf und Brelingen bei Politik und Verwaltung zu finden, bemühten sich nach Kräften, diese in Fragen zu verpacken. Gelungen ist dies nicht immer. Argumente wie Gesundheit und Vogelschutz, Schatten- und Eiswurf, wirtschaftliche Machbarkeit und sinkender Wert bei den Immobilien waren zwar nicht mehr neu, aber auch nicht wirklich entkräftet, wenn auch Bürgermeister Helge Zychlinski von falschen Behauptungen und nicht belegten Vermutungen sprach. Den Bürgern hat er ihre Befürchtungen damit nicht nehmen können, das wurde deutlich. Die Freude über das klare Bekenntnis von CDU-Sprecher Holger Bleich gegen die geplanten Windkraftanlagen bei Brelingen, wenn die CDU auch grundsätzlich für diese alternative Energieform sei, währte kurz. Zum einen begründete CDU-Ratsherr Martin Schönhoff sachlich, warum er und seine Kollegin Christiane Lüßmann aus Überzeugung nicht gegen die Windkraftanlagen bei Brelingen stimmen könnten, zum anderen reichten auch die Stimmen von Brelingens Ortsbürgermeisterin Christiana Böttcher (SPD) und dem WGW-Ratsherrn Patrick Cordes nicht, um die Stellungnahme der Gemeinde im Raumordnungsprogramm entsprechend zu beeinflussen. Hier werden die Vorrangflächen für Windkraft im RROP weiter befürwortet. „Die Fläche zur Nutzung von Windenergie nördlich von Wiechendorf beziehungsweise südlich von Brelingen ist der Gemeinde sogar zu klein. Die Gemeinde verlangt die Verdoppelung der Fläche. Ich möchte festhalten, dass der vorgeschlagene Standort für Windkraftanlagen völlig ungeeignet ist. Der Standort wird von mir abgelehnt wie dies auch der Ortsrat Brelingen beschlossen hat“, so Cordes. Dieter Schröder übergab für die Brelinger Windkraftgegner weitere Unterschriften an den Bürgermeister, insgesamt seien es jetzt 700. Kopfschütteln und Raunen im Zuschauerraum löste die Bemerkung von SPD-Ratsherr Jochen Pardey in Richtung Zuhörer aus, jeder blamiere sich so gut er könne. Man müsse von der gefährlichen Energie Atomkraft wegkommen und einen Beitrag für die Sicherheit dieser Grundlagen leisten. Die Bürger hätten beim Gemeindeentwicklungsplan ja mehr mitwirken und die Gelegenheit zur Mitwirkung nutzen können, wo sie geboten werde.