Winterquartier für Fledermäuse gebaut

Ursula Schwertmann, Umweltbeauftragte der Gemeinde Wedemark, mit einem präparierten Exemplar der schützenswerten Fledermausart. Dieses ‚Braune Langohr‘ wurde bereits tot gefunden und hat eine Flügelspannweite von 25 Zentimetern. Foto: N. Mandel

NABU wurde im Auftrag der Gemeinde Wedemark aktiv

Berkhof (nm). Damit die Fledermäuse ein frostfreies Quartier für ihren Winterschlaf haben, baut der NABU im Auftrag der Gemeinde Wedemark ein geeignetes Winterquartier. Die Helfer des NABUs sind ehrenamtlich dabei, mit vereinten Kräften werden die Porotonsteine zum Ausbau in Schubkarren. antransportiert.
Zwei Betriebsgebäude eines ehemaligen Sandabbaus in Berkhof sollen die Fledermäuse im Winter beherbergen. Die Gemeinde hatte das Gelände als Ausgleichsfläche für das Gewerbegebiet in Berkhof zum Zwecke des Artenschutzes aufgekauft. Die Maßnahme wird zu 90 Prozent aus dem Topf zur Förderung der Biodiversität von der Region Hannover bezahlt. „7.000 Euro kosten diese Bauten, im Meitzer Busch ist auch schon ein solches Überwinterungsquartier entstanden“, so Ursula Schwertmann, Umweltbeauftragte der Gemeinde Wedemark. In der Hand hält sie eine präparierte Fledermaus, ein Braunes Langohr. Diese Art ist insgesamt sehr selten. Ein Meitzer Bürger hatte das Tier bereits tot im Meitzer Busch gefunden und es zu Ursula Schwertmann gebracht. „Einfach so mitnehmen darf man so ein Tier nicht, auch nicht, wenn es schon tot ist“, so Schwertmann. Daher hat der Mann ganz richtig gehandelt und es bei der Umweltschutzbeauftragten abgegeben. Diese hat sich ihrerseits die Genehmigung zur Präparation bei der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover eingeholt. Im Innenraum des circa drei Mal fünf Meter großen gemauerten Häuschens werden die Porotonsteine gestapelt. Früher beherbergte das eine Häuschen einen Stromzähler und das andere – noch nicht ausgebaute –den Sicherungskasten. „In den Ritzen der Steine finden die Fledermäuse dann später ihr Winterquartier. Sie hängen sich dort kopfüber rein bis es wieder wärmer wird“, sagt Helmut Linne, der seit 27 Jahren als ehrenamtlicher Beauftragter für Naturschutz und Landespflege der Region Hannover Ansprechpartner in der Wedemark ist. Hier ist er der Bauleiter. „Die Fledermäuse suchen einen halbwegs frostfreien aber feuchten Unterschlupf im Winter“, sagt er. Auf der angrenzenden Sandfläche soll ein kleiner Teich entstehen. Mit dem Aushub wird das Häuschen dann abgedeckt, nur die Eingangstür soll frei bleiben. Damit auch Kriechtiere wie Zahneidechsen und Kröten im Winter dort Unterschlupf finden, wird unter der Tür noch ein Plastikrohr verlegt, durch das diese ebenfalls in den frostfreien Innenraum gelangen. Über der Eingangstür bleibt ein Spalt als Einflugmöglichkeit für die Fledermäuse offen. Die typische Sandmagerrasenfläche hinter dem Häuschen soll von Kiefernbewuchs freigehalten werden. „Viele Tiere und Pflanzen sind genau auf diese Vegetation angewiesen“, sagt Ursula Schwertmann. Da sich die Kiefern schnell ausbreiteten, müsse die Fläche ständig bearbeitet werden.