„Wir liegen genau richtig“

Pastorin Debora Knoblauch (Zweite von rechts) legte ihr Amt im Kirchenkreistagsvorstand nieder; Friedrich Engeling, Miriam Ristau (Zweite von links) und Susann Lichterfeld hoffen nun darauf, dass sie im September Verstärkung bekommen. Foto: A. Hesse

100-Tage-Bericht von Superintendent Grünjes

Wedemark/Langenhagen. Etwas mehr als 100 Tage ist Holger Grünjes, Superintendent des Kirchenkreises Burgwedel-Langenhagen, jetzt im Amt und er nutzte das Ende dieser klassischen politischen Schonfrist für einen Bericht im Kirchenkreistag, der in der vergangenen Woche in Bissendorf zu seiner ersten Sitzung in diesem Jahr zusammenkam. An den Anfang setzte der Superintendent dabei ein Zitat: „In diesem Kirchenkreis ist richtig was los“, gab er das Lob eines Jugendlichen weiter und schloss sich dieser Aussage auch gleich an. Die ersten Wochen und Monate seien geprägt gewesen vom Kennenlernen; so habe er bis auf eines mittlerweile alle Pfarrämter besucht, mit vielen Kirchenvorständen gesprochen und die verschiedenen Gremien im Kirchenkreis kennengelernt. Er sei beeindruckt davon, wie gut dieser Kirchenkreis aufgestellt ist; dazu trage nicht zuletzt der sehr gut funktionierende Kontakt zum Kirchenkreisamt in Burgwedel bei.
„Großes Entgegenkommen“
„Ich bin heute noch berührt und getragen von meiner Einführung“, beschrieb der Superintendent seine Empfindungen beim Start in die neue Aufgabe – und die Freude über die Lebendigkeit und Aufgeschlossenheit dieses Kirchenkreises halte ebenso an wie die Freude über die großartige Musik, die hier nicht nur zur Einführung eines Superintendenten gemacht wird. Natürlich seien die bisherigen Monate dennoch nicht immer leicht gewesen: „Dieses Amt erfordert viel, und noch bin ich oft der, der am wenigsten weiß und trotzdem etwas sagen muss. Ich bin sicher noch für eine ganze Weile ein Lernender.“ Er erlebe jedoch überall großes Entgegenkommen und freundliche Menschen, die Verständnis für die Schwierigkeiten des Neuanfangs hätten. Als keineswegs vollständige Auswahl zählte Holger Grünjes einige Arbeitsfelder im Kirchenkreis auf, die ihn in den ersten Monaten besonders beeindruckt hatten: kreative und engagierte Diakoninnen und Diakone, Kirchenmusik auf hohem Niveau, die große Kompetenz des Kirchenkreisvorstandes, die richtungweisenden Grundstandards, die engagierte Arbeit in der Koordinierungsgruppe des Kirchenkreises. Beeindruckt habe ihn auch die Arbeit der Lebensberatungsstelle in Langenhagen, die in diesem Frühjahr eine Dependance in Burgdorf eröffnen konnte: „Es ist etwas Besonderes, dass sich ein Kirchenkreis und eine Kommune gemeinsam auf den Weg gemacht haben.“
Kirche trifft Justiz
Er freue sich darüber, dass er selbst auch schon einige Dinge habe mit anschieben können, so Holger Grünjes weiter: die Partnerschaftsarbeit, die durch einen regen Briefwechsel mit dem Partnerkirchenkreis Odi in Südafrika wieder an Lebendigkeit gewonnen habe, die für den Herbst geplante Veranstaltung „Kirche trifft Justiz“, die von der Elisabeth-Kirchengemeinde initiierte Podiumsdiskussion zum Themenjahr „Reformation und Politik“. „Wir liegen mit unserer Arbeit genau richtig“, schloss der Superintendent seinen Bericht vor dem Kirchenkreistag. „Und wir haben etwas Großartiges im Rucksack: das Evangelium.“
Neben dem Bericht des Superintendenten standen einige weitere Punkte auf der Tagesordnung des Kirchenkreistages: Einstimmig beschlossen wurde die Erhöhung der Umlage für den Diakoniefonds des Kirchenkreises von zehn auf 15 Cent je Gemeindeglied und Jahr, um weiterhin in Not geratenen Menschen schnell und unbürokratisch helfen zu können. Alle Gemeinden im Kirchenkreis zahlen die Umlage aus ihren Diakoniemitteln; in den vergangenen Jahren konnte dadurch 496 Familien und Einzelpersonen mit Finanzmitteln in Höhe von mehr als 71.000 Euro geholfen werden.
Über eine neue Aufgabe freut sich Pastorin Debora Knoblauch aus der Kirchengemeinde Brelingen: Die Kirchenkreistagsmitglieder wählten sie als neues Mitglied in den Kirchenkreisvorstand, allerdings musste sie zuvor ihr Amt als stellvertretende Vorsitzende des Kirchenkreistages niederlegen – eine Entscheidung, die ihr offensichtlich nicht leicht fiel. Eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger für dieses Amt wird voraussichtlich in der nächsten Sitzung des Kirchenparlaments am 24. September gewählt.