„Wir werden keine verlorenen Zuschüsse zahlen“

Bürgermeister Tjark Bartels bezieht Stellung zu DSL-Problemen

Wedemark (hhs). Die Versorgung der Gemeinde Wedemark mit DSL ist in den Ortsteilen ganz unterschiedlich und hat insbesondere in jüngster Vergangenheit zu Unmut bei den Bürgerinnen und Bürgern geführt, die den schnellen Dienst wegen fehlender vorhandener technischer Voraussetzungen nicht in Anspruch nehmen können. Der Spaßfaktor bei der Nutzung der Möglichkeiten des Internets sinkt. Sind davon Gewerbetreibende betroffen, sind wirtschaftliche Nachteile die Folge. Immer wieder werden Forderungen laut, die Gemeinde Wedemark solle für bessere Rahmenbedingungen sorgen. Bürgermeister Tjark Bartels unterstrich in einem Gespräch mit dem ECHO noch einmal deutlich, welche Bemühungen die Gemeindeverwaltung aus eigener Kraft leisten kann und wo die Abhängikeiten von der Telecom liegen.
Bartels erläuterte eingangs, dass die DSL-Versorgung in den Ortsteilen der Flächengemeinde nach seiner Ansicht unterschiedlich zu bewerten sei: In Bissendorf/Wietze, Berkhof, Negenborn, Abbensen sowie den kleinen Ortschaften Duden-Rodenbostel und Ibsingen sei sie schlecht, in Elze nur zur Hälfte gut, führte er als Beispiel an. „Wesentliche Verbesserungen hat es in Wiechendorf und Scherenbostel sowie in Resse gegeben“. Die Problemlage sei überall ähnlich, weil die Telekom als Netzanbieter dort nicht über die notwendigen Glasfaserleitungen verfügt, die zur Weiterleitung der DSL-Signale notwendig sei. „Man geht davon aus, dass die Telekom flächendeckend versorgen muss. Die Telekom geht aber von den Anschlusszahlen der Ortschaften aus und legt eine darauf basierende wirtschaftliche Berechnung vor, in der ein Anschlusswert formuliert ist. Dann kommen sie auf die Gemeinde zu und fordern beispielsweise 500.000 Euro Zuschuss von uns“, beschreibt er das Vorgehen. Das Geld wäre weg, ein für alle Mal. Wir werden keine verlorenen Zuschüsse zahlen“, erteilt Bartels derartigen Forderungen eine Absage.
Dennoch: „Wir überlegen immer wieder, was wir tun können, um die Versorgung unserer Gemeinde mir DSL weiter zu optimieren“. Ein Ergebnis dieser Überlegungen scheint vielversprechend: „Die Gemeinde Wedemark ist durch die Gründung der Gemeindewerke Wedemark in den Kreis der Netzbetreiber aufgestiegen“, erklärt Bartels die Zusammenhänge. „Wir können jetzt Kabel verlegen, uns gehören Leerrohre und Steuerleitungen“, beschreibt er die bestehenden Netzstrukturen auf Gemeindeebene. „Und wir verlegen in den Neubaugebieten jetzt überall Glasfaserleitungen als Option für die Zukunft“. In einem Netzkataster sind alle diese Leitungen erfasst. „Wir werden diese Leitungen der Telekom oder eben einem anderen DSL-Anbieter zur Nutzung vermieten, sofern sie dazu geeignet sind. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Gemeinde auch innerhalb des bestehenden Netzes der Telekom bestehende Lücken schließen wird“.
Einen Erfolg dieser Bemühungen sieht Bartels schon: „Wir sind als Gemeinde immerhin in den Kreis derjenigen aufgestiegen, die einen persönlichen Ansprechpartner bei der Telekom haben“, schmunzelte er.
Als ganz besonders drängend schätzt er die Entwicklung des DSL-Problems in Bissendorf/Wietze ein: „Eine schnelle Möglichkeit für diesen Ortsteil gibt es nicht. Hier muss ein Glasfaserkabel neu verlegt werden. Eine akzeptable DSL-Versorgung der Bewohner mit einer Funklösung scheint unmöglich. Es ist nun einmal so, dass Bissendorf/Wietze unter einem hohen Baumbestand verborgen liegt“. Aber: „Wir durchdenken Alternativen, denn das wird sonst bei der Telekom noch Jahre dauern“.