Wirtschaft zum Anfassen

Freuen sich auf gute Zusammenarbeit: Die Initiatorinnen des Berufserkundungskozepts, Jutta Holtmann (r.) und Karen Drews (3. v.r.), die Klassensprecher des achten Jahrgangs sowie die Vertreter der fünf Partnerunternehmen. (Foto: S. Birkner)

Ausgefeilte Berufserkundung am Gymnasium

Mellendorf (sb). Mit der Annäherung an komplizierte Sachverhalte und Modelle ist es bei Kindern und Jugendlichen ja immer so eine Sache. Fakten und Daten wirken trocken, ewiges Auswendiglernen ermüdend – aus diesem Grund haben sich am Mellendorfer Gymnasium die Elternvertreterin Jutta Holtmann und die Fördervereinsvorsitzende Karen Drews in Zusammenarbeit mit den Politiklehrern etwas Besonders einfallen lassen. Unter dem einfachen Titel eines „Berufserkundungskozepts“ genießen die Gymnasiasten im Fach Politik-Wirtschaft nun ab der achten Klasse eine systematische und praxisorientierte Annäherung an die Arbeitswelt. „Das Betriebspraktikum findet erst ihm zehnten Jahrgang statt. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das als erster Kontakt mit dem Berufsleben entschieden zu spät ist“, stellten Holtmann und Drews klar. Schüler seien schon in der siebten und achten Klasse daran interessiert, Einblicke in die Wirtschaft zu gewinnen. Aus diesem Grund wird zwischen dem Zukunftstag in der achten, dem Berufspraktikum in der zehnten und dem Berufsinformationstag in der zehnten bzw. elften Klasse nun eine Art Brücke eingeführt. Diese lebt von der Kooperation mit freiwillig und unentgeltlich agierenden Wedemärker Unternehmen: Für den derzeitigen achten Jahrgang konnten Holtmann und Drews fünf hier ansässige Wirtschaftsbetriebe gewinnen, die eine Art Patenfunktion innehaben. Noch in diesem Monat werden sie sich den Schülern in einer Doppelstunde vorstellen – jede der fünf achten Klassen hat ihr eigenes Partnerunternehmen – und die Gymnasiasten im neunten Jahrgang in ihren Betrieb einladen. „Wir haben den Firmen ein Konzept an die Hand gegeben, damit sie sich den Schülern präsentieren können und dann offen für Rückfragen sind“, erklärte Politiklehrerin Jana Sauerbrei. Außerdem hätten die Schüler im Vorfeld den Auftrag, zu recherchieren und sich über ihr Partnerunternehmen zu informieren. In der Zeit zwischen der Vorstellung des Unternehmens und der Betriebsbesichtigung solle im Unterricht immer wieder der Bezug zur Partnerfirma hergestellt werden. „Wirtschaft ist eine komplexe Sache und für 13- oder 14-Jährige wahrlich nicht leicht zu durchschauen“, erklärte Holtmann. „Wir möchten den Kindern mit unserem Programm helfen, praxisnah verstehen zu können, wie ein Unternehmen funktioniert.“ Besonders der regionale Bezug sei ein Faktor für die Transparenz der Wirtschaft, erklärte Holtmann, denn auch wenn es nicht um Millionen- oder Milliardensummen ginge, seien die Strukturen fast dieselben. Unterstufenkoordinator Hans-Joachim Rödiger verwies auf den Bezug des Konzepts zum Schulprogramm. Dieses sehe für die Schüler eine „Öffnung in die Gemeinde“ vor. „Dadurch, dass die Unternehmen alle aus der Wedemark stammen, wird dieses Ziel erreicht“, meinte Rödiger. Der Dank aller Mitwirkenden am Berufserkundungskonzept des GM gilt folgenden, unentgeltlich agierenden Partnerunternehmen: Holtmann Messe und Event, der Baumschule Schmidt, Hensel Europa-Innentüren, dem Forellenhof der Wedemark sowie Bethge und Leide Straßenbau.