Wirtschaftlich optimierte Abwasserbeseitigung

Fraktionsvorsitzender der FDP in der Region Hannover Dieter Lüddecke (l.) orientiert sich an der positiven Bewertung des Wedemärker Modells der Abwasseraufbereitung. Eric van der Vorm (Mitte), FDP Wedemark, und Kläranlagen-LeiterRudi Runge (r.) zeigen Erf

FDP Regionsvorsitzender Lüddecke informiert sich in Bissendorf

Bissendorf (gg). Die Abwicklung des Geschäftsbereichs Abwasserbeseitigung stellt die Verwaltung der Gemeinden vor große Aufgaben. Angesichts der problematischen Haushaltslagen ist eine wirtschaftliche Optimierung als dringender den je geboten und war Grund für die Anfrage von Dieter Lüddecke, Fraktionsvorsitzender der FDP in der Region Hannover, an den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der FDP-Wedemark Erik van der Vorm zur Situation. „Wir erleben die Art der Abwicklung in der Wedemark als Erfolgsmodell.“, bestätigt van der Vorm. Zusammen mit Rudi Ringe, Leiter der Kläranlage in Bissendorf, skizziert er die Anfänge der Privatisierung in der Wedemark Ende der 80er Jahre. Basis war ein neu eingebrachter Zusatz zum Niedersächsischen Abwassergesetz, der den Kommunen die Einbindung `Dritter` in den Aufgabenbereich Abwasserbeseitigung erlaubte. Seit dem ist für die Wedemark das Gemeindewerk KED Dienstleister und Betreiber von zwei Kläranlagen mit 96 Pumpstationen. Nur ein Teil des Kanalnetzes unterliegt der Verantwortung der KED. „Wir haben der Gemeinde das Netz nicht abgekauft, weil zu dem Zeitpunkt noch keine Bestandsaufnahme und keine wirtschaftliche Bewertung des Zustands vorlag.“, erklärt Ringe als Verantwortlicher und weiter, „Die KED leistet umfangreiche Investitionen. Zu Beginn waren das dreißig Millionen Mark. Aktuelle Investitionsbeispiele sind die vier neuen Pumpwerke in diesem Jahr, zwei weitere werden im nächsten Jahr folgen.“ Die Finanzierung solcher Investitionen trägt nicht die Gemeinde, das sei als entscheidendes positives Kriterium bei der Privatisierung zu werten, ergänzt van der Vorm. Investitionen, Sanierungsmaßnahmen und Betrieb der Kanalisation dagegen obliegt der Gemeinde und schlägt im Haushalt auch zu Buche. „Auch wenn die Abwassergebühren, die von den Bürgern zu tragen sind, hier nicht die niedrigsten sind, so profitieren wir doch alle von diesem System“, so seine Einschätzung. Wichtig ist ihm der Hinweis, dass die Preise für die Abwassergebühr zwischen den Gemeinden ohnehin nur bedingt vergleichbar seien. Zu groß sei der Einfluss von Bevölkerungsdichte, Netzdichte und Zinsaufwand, die als individuelle Gegebenheiten das Niveau festlegen. Die Qualität des geklärten Wassers entsprechend der gesetzlichen Auflagen zu gewährleisten, sei angesichts des hohen technischen Standards kein Problem, bestätigt Runge. Die bestehenden Verträge laufen zwar in etwa fünf Jahren aus, mit einer so genannten Rekommunalisierung rechne man aber nicht. „Notwendig wird dann sicherlich eine europaweite Ausschreibung für diesen Aufgabenbereich mit einem Volumen von etwa dreißig Millionen Euro“, so die Information von van der Vorm.