Wirtschaftsförderin fängt am 2. Mai an

Kim Voigt hat Accessment-Center-Verfahren mit Bravour gemeistert

Wedemark (awi). Die Frauenquote in der Führungsriege der Gemeindeverwaltung wächst beständig: Wedemarks neue Wirtschaftsförderin heißt Kim Voigt, ist 30 Jahre alt, gebürtige Südafrikanerin, aber in Hannover aufgewachsen. Sie hat nicht nur als Beste das Accessmentcenter-Verfahren bestanden, das die Gemeinde erstmals bei einer Stellenausschreibung angewandt und dafür 6.000 Euro bezahlt hat. Kim Voigt hat nach der Auswahlkommission auch in den Fraktionen und im Verwaltungsausschuss überzeugt. Am 1. Mai fängt sie offiziell bei der Gemeinde an und weil das ein Feiertag ist, wird der 2. Mai ihr erster Arbeitstag sein. Zunächst bezieht sie das Büro im ersten Stock, in dem auch ihr Amtsvorgänger Carsten Niemann gearbeitet hat, gleich neben dem Büro von Erster Gemeinderätin und Bürgermeister, dem sie mit ihrer ersten Stabsstelle direkt unterstellt ist.
"Es ist eine Entscheidung, über die ich mich sehr freuen", eröffnete Bürgermeister Helge Zychlinski die Vorstellung seiner neuen Mitarbeiterin für die Presse. Zwei Tage lang hatten sich fünf Frauen und fünf Männer, ausgewählt aus insgesamt 70 Bewerbungen, im Accessmentcenter-Verfahren der Bewertung der Auswahlkommission gestellt, der neben dem Gemeindevorstand mit Helge Zychlinski, Susanne Schönemeier und Joachim Rose die Gleichstellungsbeauftragte Silke Steffen-Beck, Sylvia Ziebart für den Personalrat und vom NS Michael Jesse, Dieter Pleinen und Thomas Kuchen angehörten. In die Riege der zehn ausgewählten Bewerber war Kim Voigt kurioserweise nachgerückt, weil eine Bewerbung zurückgezogen worden war. Als Folge davon hatte sie nicht eine Woche Zeit für eine Analyse des Standortprofils der Gemeinde Wedemark, sondern nur drei Tage, um daraus einen „Handlungsrahmen für die Zukunft" zu entwickeln und am ersten Tag im Planspiel Bürgermeister und Fraktionsvorsitzenden vorzustellen. "Schon die erste Präsentation von Frau Voigt war großartig und hat das breite Spektrum ihrer Fähigkeiten gezeigt. Sie konnte darstellen, was die Wedemärker Wirtschaft ausmacht", erklärte Bürgermeister Helge Zychlinski. Voigts Qualitäten hätten sich dann bei allen weiteren Stationen bestätigt. So mussten die Bewerber noch eine Fachaufgabe in der Gruppe lösen und diese Lösung dem Auswahlgremium präsentieren und schließlich ein diagnostisches Interview mit dem dem Berater des NSI Consult führen. Zum Abschluss galt es noch eine schriftliche Fachaufgabe zu lösen. Am Ende hatte Kim Voigt die meisten Punkte und den besten Gesamteindruck hinterlassen. „Sie deckt das komplette Paket unserer Erwartungen ab, die wir in der Ausschreibung formuliert hatten", fasste es Bürgermeister Helge Zychlinski zusammen.
Kim Voigt wirkt ebenfalls sehr zufrieden. Sie hatte die Ausschreibung auf der Homepage der Gemeinde gefunden, als sie im Internet auf der Suche nach einer auf sie zugeschnittenen Stellenausschreibung war. Die in Johannesburg gebürtige Südafrikanerin kam im Alter von drei Jahren nach Hannover und ging hier zur Schule. Nach dem Abitur schrieb sie sich für Wirtschaftswissenschaften der Universität Hannover ein, entschied sich aber schon nach einem Semester zum Wechsel in den Studiengang Geografie, Schwerpunkt Wirtschaft, kombiniert mit Betriebswirtschaftslehre. Mit ihrem Master stieg sie vertiefend in die Betriebswirtschaftslehre, Unternehmensführung und Marketing ein und absolvierte diverse Praktika in diesem Bereich. Ihre erste Stelle trat sie bei der Gemeinde Algermissen an und war dort für Gemeindeentwicklung zuständig. "Diese Stelle war jedoch nicht so ausgestaltet wie ich mir das gedacht hatte", sagt sie selbstbewusst und so wechselte sie bereits nach einem halben Jahr zur N-Bank nach Hannover und arbeitete dort im Bereich Innovation und Überprüfung der Mittelverwendung. Da diese eine von vornherin befristete Stelle war, stand nach zwei Jahren erneut ein Wechsel an und so ist Kim Voigt zurzeit als Fachreferentin beim VDAB, dem Unternehmerverband für Altenpflegeeinrichtungen betätigt, was vom Kern her nicht dem entspreche, was sie mit ihrem Studium der Wirtschaftsgeografie beabsichtigt habe, sagte sie im Pressegepräch offen. Auf der Suche nach neuen Herausforderungen stieß sie dann auf die Ausschreibung der Gemeinde Wedemark, stellte sich zum ersten Mal in ihrer Karriere dem Accessmentcenterverfahren und konnte dort alle ihre Facetten zeigen. Sie freut sich auf ihren ersten Arbeitstag am 2. Mai und hätte auch nichts dagegen, mit ihrem Mann von Hannover-Döhren in dei Wedemark zu ziehen, wenn sich hier etwas Passendes finden sollte. Zunächst werde Voigt den Aufgabenbereich ihres Vorgängers Carsten Niemann abdecken, so Bürgermeister Helge Zychlinski. Ob und was sich verändere, werde man mit der Zeit sehen. Die Gewerbeentwicklung werde der Kernaufgabenbereich der neuen Wirtschaftsförderin sein. „Bei der Gewerbeentwicklung müssen wir Gas geben", so Zychlinski. Dass Voigt über Erfahrung im Erstellen von Baulücken- und Leerstandskatastern verfüge, könnte ihr dabei durchaus zugute kommen. Sie selbst sprach den Punkt Kaufkraftbindung in der Gemeinde an. Diese zu erhöhen, sei ein wichtiges Ziel. Kim Voigt sieht sich als Ansprechpartnerin für kleine und mittlere Unternehmen sowie alle anderen Gewerbetreibenden in der Gemeinde. Natürlich werde sie ihren eigenen Stil als Wirtschaftsförderin prägen und die Tätigkeiten sich mit der Zeit verändern. Dass es der 29-Jährigen in der Wedemark gefallen wird, steht übrigens schon deswegen außer Frage, weil sie ihre Freizeit gerne auf dem Pferd verbringt. Zurzeit hat sie eine Reitbeteiligung im Reitverein Hannover, vermisst dort allerdings ein gutes Ausreitgelände, das sie in der Wedemark großzügig vorfinden würde.