Woldenga bittet Zychlinski um Stellungnahme

Bürgermeister Helge Zychlinski (links) nimmt das Acht-Punkte-Papier von Ortsbürgermeister Jörg Woldenga zum Thema SuedLink-Trassenführung entgegen. Foto: B. Stache

Resser Ortsbürgermeister stellt Fragen zu möglicher SuedLink-Trassenführung

Resse (st). Ein Acht-Punkte-Papier übergab der Resser Ortsbürgermeister Jörg Woldenga am Dienstagnachmittag Bürgermeister Helge Zychlinski am Rande der aha-Preisverleihung für die erfolgreiche Teilnahme am Kreuzworträtsel-Gewinnspiel anlässlich der diesjährigen großen Rausputzaktion. In dem öffentlichen Schreiben des Ortsbürgermeisters geht es um einen bekannt gewordenen, neuen Korridorvorschlag der Firma Tennet für die geplante SuedLink-Trasse, der zukünftigen Stromverbindung zwischen Nord- und Süddeutschland. Dieser – aus einer Reihe von zirka 100 Vorschlägen – sieht auch eine mögliche Trassenführung über den Brelinger Berg und durch die Ortschaft Resse vor. Woldenga bittet den Bürgermeister der Gemeinde Wedemark nun um eine sofortige Beurteilung der Situation und eine öffentliche Stellungnahme zu folgenden acht Punkten: 1. Beteiligt sich die Gemeinde Wedemark am Austausch mit den anderen Gemeinden in der Region? 2. Die Einflussnahme bei der Firma Tennet ist offensichtlich sehr gering, was gedenkt die Gemeinde Wedemark in dieser Hinsicht zu tun? 3. Warum ist eine frühzeitige Information und Beteiligung Anfang des Jahres nicht gemacht worden, es ist immer mit einer Einbeziehung der Gemeinde zu rechnen gewesen. 4. Gibt es in der Verwaltung Mitarbeiter oder ein Team, das sich mit der Problematik intensiv beschäftigt – was ist geplant? 5. Die von Tennet zur Verfügung gestellten Informationen, beziehungsweise der zu erwartende Antrag an die BNetzA (Bundesnetzagentur) umfasst 2.500 Seiten. Wie und wann werden diese aus Sicht der Gemeinde Wedemark gesichtet und beurteilt? 6. Gibt es schon Anträge und Änderungswünsche an die Firma Tennet oder die BNetzA? 7. Welche Aktionen sind geplant oder denkbar? 8. Es gibt bisher keine Informationen für die betroffenen Dörfer, weder öffentlich noch an die Ortsbürgermeister. „Wir sind vor Kurzem sehr überrascht worden von zwei Trassenvarianten, die uns bis heute von der Firma Tennet nicht vorgestellt wurden“, erklärte Bürgermeister Zychlinski unmittelbar nach Erhalt des Schreibens. „Was wir haben, ist das Wissen aus dem Internet. Seitdem haben wir mit der Entwicklung unserer Abwehrstrategien in dieser Frage begonnen. Wir sind gerade dabei, auch eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema zu planen.“ Die Gemeinde werde daran arbeiten, einen solchen Plan der Trassenführung über den Brelinger Berg und durch Resse zu verhindern. Zychlinski machte in diesem Zusammenhang auch deutlich, dass die neuen Tennet Planungen als ein Gesamtproblem der Wedemark zu sehen sind. „Wir sind nicht glücklich, wie Tennet im Moment da vorgeht. Sie haben ein Wollknäuel über die Region gelegt und damit überall ein Maximum an Verunsicherung verursacht“, erklärte der Erste Regionsrat Prof. Dr. Axel Priebs, der an der Preisverleihung teilgenommen hatte. Die Region sei auf vielen Ebenen unterwegs, um für mehr Klarheit zu sorgen. So habe es beispielsweise in der vergangenen Woche ein Gespräch mit Rainer Baake, dem zuständigen Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, gegeben. „Wir haben ihm deutlich gemacht, dass wir hier ein ordentliches und nachvollziehbares Verfahren erwarten. Das kann nur die Bundesnetzagentur garantieren, die das formale Verfahren durchführt“, so Priebs. Er erklärte weiterhin, dass er eine Leitungstrasse durch die Moorgeest als völlig ungeeignet ansieht. „Gerade in diesem Bereich, wo wir mit europäischen Mitteln ein wunderbares Landschaftsbild und ein Naturschutzdenkmal wiederherstellen wollen.“ Im Internet informiert Tennet über die Vorgehensweise bei der Bürgerbeteiligung zu neuen Trassenkorridoren. „Im Rahmen des Projektdialogs haben wir unseren ersten Trassenkorridorvorschlag vorgestellt und in den letzten Monaten mit der breiten Öffentlichkeit diskutiert“, heißt es dort. Aus Vorschlägen für alternative Trassenkorridorführungen habe die Firma zirka 100 neue Korridorvorschläge entwickelt. „Alle diese Vorschläge aus dem Projektdialog werden wir in das Vorverfahren auf Bundesfachplanung einbringen und der Bundesnetzagentur empfehlen, diese Korridore im Verfahren detailliert vor Ort zu untersuchen.“ Weitere Details und Trassenführungspläne finden sich unter www.suedlink.tennet.eu.