Wünsche erahnen

Volker Bartels (r.) erklärt, was Sennheiser produziert. (v.l.n.r.) Christiane Killig, Heidrun Mitchell, Fredy Krause und Fritz Schöning sind beeindruckt. (Foto: G. Gosewisch)

SPD Ortsratsfraktionen möchten Standortbelange von Sennheiser erfahren

Wennebostel (gg). Die SPD-Fraktionsvorsitzenden Fritz Schöning und Fredy Krause in den Ortsräten Bissendorf und Wennebostel sind bemüht, die wirtschaftliche Entwicklung in den ansässigen Betrieben zu beobachten. Das ist die Voraussetzung, um zeitnah politische Rahmenbedingungen bereitzustellen, so ihre Initiative. Zu einem Informationsaustausch stellten sie sich bei der Geschäftsführung des Elektronikherstellers Sennheiser vor. Was folgte, war eine umfangreiche Firmenpräsentation durch Sennheiser Sprecher Volker Bartels. „Sennheiser ist weltweit gut aufgestellt.“, sagt er. Zwar steht die Umsatzentwicklung für das vergangene Jahr noch vor der Veröffentlichung, doch Einbrüche sind darin nicht zu finden. Sennheiser ist ein weltweit agierendes Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von rund 390 Millionen Euro in 2009. Den leichten Umsatzverlusten, bedingt durch die Weltwirtschaftskrise in Europa, stehen starke Umsatzgewinnen von über acht Prozent in den USA und in Asien gegenüber. Der Vertrieb von Kopfhörern und Mikrophonen stellt zusammen über die Hälfte des Umsatzes, um den sich 951 Mitarbeiter im Inland und 1180 Mitarbeiter im Ausland kümmern. Sennheiser betreibt in der Schweiz unternehmensinterne Zukunftsforschung in Kooperation mit Universitäten, um Trendprognosen abzusichern. „Arbeit unterwegs und female shift, also ein stärkeres Auftreten der Frauen in der Berufswelt, findet volkswirtschaftlich global statt.“, erwähnt Bartels am Rande. Firmenphilosophien gibt es bei Sennheiser einige. Dazu gehört, dass man mit Innovationen so schnell am Markt ist, dass Plagiate kaum folgen können. Die bekannteste Philosophie ist nach wie vor das Motto nur das Geld auszugeben, das man vorher auch verdient hat. Rundum beeindruckend, sowohl das betriebliche Management als auch die Leistungen in Forschung und Entwicklung. Produziert wird außer in Wennebostel auch in Tullamore, Irland und Albuquerque, New Mexico USA. Man sei stolz auf die Leistungen des Unternehmens, so der Hinweis von Bartels, der damit den Bogen zum regionalen Umfeld schlägt: „Hier in Wennebostel ist im letzten Jahr das neue Technologiezentrum gebaut worden. Hier stehen 15 Millionen Euro quasi auf der Wiese, das muss man sich vergegenwärtigen.“ Vollkommen reibungslos sei die Produktion im Neubau bereits angelaufen. Bartels sieht keine Probleme, die neue regionale Rahmenbedingungen erfordern. Auch Nachfragen von Fritz Schöning und Fredy Krause zur Ausbildungsplatzsituation oder der Beschäftigung von Facharbeiter oder Ingenieuren wurden positiv beantwortet. Ortsratrelevante Themen wie der Regenwasserkanal im Bereich Wennebosteler Kirchweg oder der Zustand der Straßen rund um das Firmengelände sind für Sennheiser nicht präsent. „Uns ist dazu kein Problem bekannt.“, so Bartels auch zu der Frage von Krause nach der Notwendigkeit der Ausweisung von Baugrundstücken für Wohnbebauung. Sennheiser selbst wird vorerst keine weiteren Neubauten beginnen, auch die Planungen für das Kundenzentrum an der Lindenstraße sind ausgesetzt.