Wünsche zukünftiger Bewohner berücksichtigt

Jochen Pardey (v.r.), Karl-Heinz Müller, Heinrich Wiebe und Ulrich Jacob während der Informationsveranstaltung „Barrierefreies und selbstbestimmtes Wohnen in Resse“. Foto: B. Stache
 
Jochen Pardey (v.r.), Karl-Heinz Müller, Heinrich Wiebe und Ulrich Jacob während der Informationsveranstaltung „Barrierefreies und selbstbestimmtes Wohnen in Resse“. Foto: B. Stache

Neues Konzept für barrierefreies Wohnen in Resse vorgestellt

Resse (st). Von der ursprünglichen Idee aus dem September 2011, ein Projekt für altersgerechtes und selbstbestimmtes Wohnen auf genossenschaftlicher Basis ausschließlich für die Generation 60-plus in Resse zu entwickeln, ist der Initiator „Bürger für Resse“ abgerückt. „Wir hatten viele Gespräche mit Resser Bürgern, die großes Interesse an barrierefreiem Wohnraum geäußert haben“, erklärte Karl-Heinz Müller vom Planungsbüro Müller-Osterthun GmbH und Beisitzer im Resser Bürgerverein am Donnerstagabend im Moorinformationszentrum (MOORiZ) anlässlich einer Informationsveranstaltung über das Wohnprojekt. So hätten unter anderem jüngere Menschen für ihre in Resse wohnenden Eltern, aber auch Auswärtige, signalisiert, altersgerechten Wohnraum im Ort nutzen zu wollen. Dabei wurde diskutiert, dass ältere Menschen in ihrem Haus auch gerne mit jüngeren zusammenleben wollen. Vom Genossenschaftsmodell sei man abgekommen, da die Mehrheit der Resser Bürger sich für einen Wohnungskauf ausgesprochen hätten. „Bei derzeitigen Zinsen von zwei Prozent kann ein Genossenschaftsmodell nicht mithalten“, so Müller: „Wir haben diese Anfragen und Aussagen analysiert und daraus ein entsprechendes Objektangebot entwickelt.“ In einem ersten Schritt werden seinen Angaben zufolge zwei mal acht Wohnungen neben dem Frisch Markt in Resse gebaut. Der erste Spatenstich soll noch in diesem Jahr erfolgen. An dem Infoabend hatten über 20 Teilnehmer, unter ihnen Ortsbürgermeister Jörg Woldenga (ebenfalls Beisitzer), teilgenommen. Der 1. Vorsitzende des Vereins Bürger für Resse, Jochen Pardey, sprach in seiner Begrüßung die bisherigen Erfolge seines Vereins an, um das Wohnen in Resse auch weiterhin attraktiv zu halten. Karl-Heinz Müller wies auf fehlenden barrierefreien Wohnraum im Ort hin: „Wir erleben, dass eine Reihe Resser Bürger, wenn sie alt werden, den Ort verlassen und beispielsweise nach Hannover, Bissendorf und Mellendorf ziehen.“ Mit Blick auf den demografischen Wandel, der besonders für die Jahre 2030 bis 2050 einen erheblichen Bevölkerungsschwund erwarten lässt, sagte Müller in Sorge um Resses Zukunft: „Diese Landflucht in die größeren Städte können wir uns in Zukunft nicht mehr erlauben. Wir werden ein barrierefreies, altengerechtes Wohnhaus bauen. Einziehen und kaufen kann jedermann, der das möchte.“ Bauunternehmer Heinrich Wiebe aus Wietze stellte den neuen Bauplan vor. Die Gebäude sollen jeweils über einen Aufzug vom Keller bis zur obersten Wohnung in der dritten Etage verfügen. Die Wohnungen mit einer Wohnfläche von etwa 60 und 98 Quadratmetern im Erdgeschoss haben einen kleinen Garten, für die erste Etage sind Balkone vorgesehen und die 110 Quadratmeter großen Dachgeschosswohnungen (mit Schrägen) verfügen über eine Dachterrasse. Zu jeder Wohnung gehört ein Kellerraum. Als Heizungsanlage dient eine Erdwärmepumpe. Die Wohnungen sind mit Fußbodenheizung ausgestattet. In seiner Präsentation stellte Müller zwei Finanzierungsbeispiele vor: demnach belaufen sich für eine Zweizimmerwohnung (59,48 Quadratmeter) monatlicher Zins und Tilgung auf 322 Euro, bei der 97,27 Quadratmeter großen Wohnung fallen in dem Berechnungsmodell 550 Euro an. Zum Abschluss bot sich den Zuhörern Gelegenheit, Fragen zu stellen. Dabei wurden die baulichen Voraussetzungen für barrierefreies Wohnen innerhalb der Wohnungen thematisiert, ebenso die Wirksamkeit der Fußbodenheizung sowie die Nebenkosten für einen Aufzug. Informationen und Pläne zum barrierefreien und selbstbestimmten Wohnen in Resse, dem „Resser Modell“, werden auf Anfrage vom Planungsbüro Müller-Osterthun GmbH, Telefon (0 51 31) 45 68 13, Interessenten zugeschickt, erklärte Karl-Heinz Müller.