„Wünschen uns Mietwohnungsbau“

Diskutierten am Montagabend mit Regionsdezernent Axel Priebs (zweiter von links) den aktuellen Entwurf für das Regionale Raumordnungsprogramm: die SPD-Politiker Jochen Pardey (von links), Rebecca Schamber und Reiner Fischer. Foto: A. Wiese

SPD hatte zur Infoveranstaltung mit Regionsdezernent Axel Priebs eingeladen

Bissendorf (awi). Wie kann sich die Gemeinde Wedemark in den
nächsten Jahren entwickeln? Wo können neue Gewerbe- oder Wohngebiete entstehen? Wo haben Natur- und Landschaftsschutz Vorrang? Wesentliche Vorgaben zur Beantwortung dieser Fragen setzt die Region Hannover alle zehn Jahre mit dem Regionalen Raumordnungsprogramm. Ein neuer Planentwurf wurde kürzlich aufgestellt und wird in den nächsten Monaten in den politischen Gremien beraten. Die SPD hatte für letzten Montag den Regionsdezernenten Axel Priebs gewonnen, den Bürgern die Planung in einer öffentlichen Informationsveranstaltung vorzustellen.
Etwa 30 Interessierte folgten der Einladung. Als Dezernent für Umwelt, Planung und Bauen der Region Hannover ist Priebs voll im Thema. Im Vorfeld der Infoveranstaltung stellte er sich gemeinsam mit Rebecca Schamber, Jochen Pardey und Reiner Fischer von der SPD den Fragen der Pressevertreter und stellte deutlich heraus: „Wir wünschen uns aus regionaler Sicht Angebote für alle Gruppen, vor allem auch Mietwohnungsbau. Grundsätzlich solle sich die Entwicklung in den Regionskommunen auf die S-Bahn-Achse konzentrieren, so der Dezernent. In der Wedemark sollten daher verstärkt Mellendorf und Bissendorf als die beiden Grundzentren in der Entwicklung vorangetrieben werden. Aber auch Elze-Bennemühlen mit seinem Nahversorgungsschwerpunkt werde berücksichtigt. Von einem Mittelzentrum Wedemark, wie es die FDP vehement fordert, will Priebs aber nichts wissen. „Ein Mittelzentrum hat mehr Rechte, großflächigenEinzelhandel anzusiedeln, aber das ist gar nicht Thema des regionalen Raumordnungsplanes, sondern des Landesraumordnungsprogrammes“, stellt der Dezernent richtig. Er sieht die Wedemark auf einem guten Weg, indem sie sich dem Thema Wohnen und Zuzug mehr geöffnet habe und auf Familienfreundlichkeit und den Ausbau der Infrastruktur setze. Das neue Schulzentrum sei beispielsweise ein Kriterium für einen attraktiven Wohnstandort. Auch die gewerbliche Entwicklung könne sich sehen lassen, tue vor allem den Steuereinnahmen gut. „Doch unbegrenztes Wachstum wird es nicht geben“, warnte Axel Priebs. Man könne nachverdichten´und Freiflächen überbauen, doch er sprach sich dagegen aus, mit der Bebauung immer mehr in den Außenbereich zu gehen und Dörfer „zusammenwachsen“ zu lassen. „Es spricht vieles dafür, zwischen den Ortschaften Grünzäsuren zu lassen, insbesondere wenn sie nicht historisch zusammengehören“, spielte Priebs auf einen Punkt an, der auch aus den Ortsräten heraus immer wieder betont wird. Entgegenkommen von Seiten der Region signalisierte der Umweltdezernent der Region in puncto Windkraft. Da ist die Gemeinde Wedemark mit den Vorrangflächen, die ihr die Region in der bisherigen Planung zubilligt, nicht zufrieden. „Wir können uns aber gut vorstellen, das Vorranggebiet für Windkraft zwischen Brelingen und Wiechendorf so auszudehnen, dass zu den geplanten vier zwei weitere Standorte möglich sind“, so Priebs. Die Gemeinde habe bereits im Frühjahr ein faunistisches Gutachten in Auftrag gegeben. Sollte dieses keine Hinweise auf Brutstätten von Rotmilan und Bekassine ergeben, sei die Region aufgeschlossen, die Vorrangflächen hier auszuweiten. „Wir sind jetzt noch in einem Stadium, wo man was ändern kann“, betonte Priebs. Daher sei es wichtig, dass die Kommunen und natürlich auch die Bürger sich rechtzeitig zu Wort meldeten.