WWR-Ratsherr legt Mandat nieder

Bürgermeister Zychlinski (links) verabschiedete am Montagabend den Ratsherrn der Wählergemeinschaft Resse, Martin Schumacher, aus dem Rat. Foto: A. Wiese

Bürgermeister Helge Zychlinski hat Verständnis: „Beruf geht vor Ehrenamt“

Bissendorf (awi). Langsam werde es eng auf der Nachrückerliste der Wählergemeinschaft Resse, die sich nicht mehr sehr viele Wechsel erlauben könne, kommentierte Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski am Montagabend im Rat der Gemeinde das Ausscheiden von WWR-Ratsherr Martin Schumacher. Er habe jedoch Verständnis für die Entscheidung des Ressers, der einem Lehrauftrag an eine Universität folgt, erklärte Zychlinski: „Beruf geht vor Ehrenamt!“ Offiziell steht noch nicht fest, wer für Schumacher in den Rat nachrückt, WWR-Sprecher Andreas Ringat erklärte jedoch gegenüber dem ECHO, dass Melanie Engelke nachrücken werde, die auf der Liste hinter Ortsratsmitglied Kirsten Sierakowski folgt. Sierakowski werde jedoch darauf verzichten, die Nachfolge von Martin Schumacher anzutreten. Die Wählergemeinschaft Resse hat im Gemeinderat einen Sitz.
Zwei Anträge wurden am Montag im Rat beraten und einhellig verabschiedet. Die Gruppe FDP/Bündnis C hatte Anfang des Jahres den Antrag gestellt, die Partnerschaftsarbeit der Gemeinde neu zu konzeptionieren und offener zu gestalten, trug Andrea Giese vor. Unter Berücksichtigung der bestehenden Partnerschaften mit Roye in Frankreich und Gislaved in Schweden solle ergebnisoffen diskutiert, die Anwerbung von Fördermitteln ausgelotet und die Partnerschaften neu gestaltet werden – alles unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit. In seiner Funktion als Vorsitzender des zuständigen Fachausschusses lobte Walter Zychlinski die „zielorientierten und kooperativen Beratungen“ quer durch die Fraktionen. Man habe sich sehr schnell auf eine gemeinsame, interfraktionelle Linie einigen können. Die SPD stimmte dem Antrag der Gruppe FDP/Bündnis C daher ebenso zu wie die CDU, für die Felix Adamczuk den Stellenwert von kommunalen Partnerschaften für die Völkerverständigung in Zeiten von Herausforderungen wie Brexit, Migrationsströmen und Unruhe in der Welt betonte, in denen der europäische Gedanke in Frage gestellt sei. Ebenso einstimmig beschieden wurde der Antrag der Grünen auf offene Bücherschränke. Allerdings soll nicht die Gemeinde diese beschaffen, sondern die Politiker einigten sich darauf, dass private Initiativen im Vordergrund stehen müssten. Die Schränke könnten aus Spenden finanziert und möglicherweise sogar auf Privatgrundstücken aufgestellt werden. In einigen Orten wie Resse und Berkhof gebe es bereits gut funktionierende Bücherschränke, basierend auf Privatinitiativen, waren sich Walter Zychlinski für die SPD und Konstanze Giesecke für die CDU einig. In Ortschaften, wo es noch keine Bücherschränke gibt, sollen die Ortsräte zu ehrenamtlichem Engagement auffordern.