Y-Trasse: Bürgermeister haben Vorbehalte

Bürgermeisterrunde v. l.: Arpad Bogya, Isernhagen, Tjark Bartels, Wedemark, Dr. Hendrik Hoppenstedt, Burgwedel, Alfred Baxmann, Burgdorf, Jutta Voss, Lehrte. Foto: H. H. Schröder

Informationsveranstaltung zur Güterbahnumfahrung Anfang 2011

Wedemark (hhs). Gestern stellten die Bürgermeister der Kommunen Burgdorf, Burgwedel und Lehrte sowie der Gemeinden Isernhagen und Wedemark die Ergebnisse des Gespräches vor, das sie auf Initiative der Bundestagsabgeordneten Dr. Maria Flachsbarth, CDU, zum Thema Anschluss der Y-Trasse nach Lehrte mit dem Staatsekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, CDU, einem Vertreter der DB-Netz und einer Referatsleiterin aus dem Bundesverkehrsministerium führten. Beim Gespräch in Berlin anwesend waren auch die Bundestagsabgeordneten Caren Marks und Dr.
Matthias Miersch, beide SPD.
Burgwedels Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt fasste zunächst die Hauptpunkte zusammen: Der Staatsekretär habe ausgeführt, nach Meinung des Bundes sei die Trasse notwendig zur Regelung des Hafenhinterlandverkehrs und gleichzeitiger Steigerung des Güterverkehrs. Das Mi-nisterium beabsichtige, bestehende Strecken zu „ertüchtigen“, neue Strecken durch private Anbieter wie die Osthannoversche Eisenbahn bauen zu lassen und weiteres im so genannten Wachstumsprogramm DB-Netz zu regeln. Dass alles aber reiche nicht aus, woraus die Notwendigkeit der Y-Trasse sich ableite. Die Finanzierung geschehe durch Bund, Bahn und Länder. Für die ursprüngliche Y-Trasse bestehe das Raumordnungsprogramm, 2011 werde das Land Niedersachsen das Raumordnungsprogramm für die von der Abzweigung der Trasse nach Lehrte das Raumordnungsprogramm anschieben. In diesem Verfahren werden Korridore für diese Verbindungen dargestellt. Für das erste Quartal 2011 wurde eine öffentliche Informationsveranstaltung zugesagt. Zufrieden war keiner der Bürgermeister mit diesem Ergebnis. Burgdorfs Bürgermeister Al-fred Baxmann, SPD, sagte, der Informationsgehalt dieses Gesprächs gehe gegen Null. „Wir haben nichts Neues erfahren“. Würde die Güterbahnumfahrung Burgdorf durchfahren, käme das dem Supergau gleich. „Wir könnten unsere Stadtentwicklungsplanung in die Tonne treten“, erläuterte Baxmann die Folgen. „...und müssten deutliche Abstriche an der Lebensqualität hinnehmen“. Ausgesprochen unzufrieden mit dem Gespräch, und vor allem auch mit dem dabei praktizierten Umgang miteinander zeigte sich Tjark Bartels, Bürgermeister der Gemeinde Wedemark. Der Staatsekretär habe alle Bedenken der Bürgermeister mit der Bemerkung vom Tisch gefegt, dass diese Befindlichkeiten dem Projekt nicht entgegen stehen. „Wir werden es nicht zulassen, dass die Bahn einen Keil zwischen die Nordkommunen treibt. Das Vorgehen der Bahn muss belegt werden. Konkrete Antworten haben wir nicht bekommen und konkrete Zahlen gibt es für die Güterbahnumfahrung auch nicht. schon gar keine aktuellen. Alle Berechnungen der Kosten gehen von Zahlen aus den Neunzigern aus. „Es kann nicht sein, dass Bund und Bahn sich auf eine Trasse einigen, wenn dem keine verlässlichen Zahlen zugrunde liegen. Wir werden ohne Notwendigkeit überplant“. Unterdessen bezogen auch die Bundestagsabgeordneten zu dem Treffen Stellung. Dr. Maria Flachsbarth sprach von einem konstruktiven Gespräch. Auch wenn nicht alle Unstimmigkeiten ausgeräumt seien, freue sie sich darüber, dass man miteinander ins Gespräch gekommen sei. Caren Marks und Matthias Miersch schätzten das etwas anders ein. „Wir erwarten, dass alle Fakten offen und ehrlich auf den Tisch gelegt und auch Alternativen zur Y-Trasse sowie zur Güterverkehrsumfahrung ernsthaft geprüft werden“. Nur so könne eine Akzeptanz derartiger Planungen erreicht werden.