Zeitreise zu den Wikingern

Kinder und Künstler erobern mit großer Freude ihr selbst gebautes Wikingerschiff. Foto: B. Stache
 
Günter Schröder (von rechts) und Bernd Tschirch sehen Frank Fuhrmann zu, der den Kindern die Technik des Blockhausbauens näherbringt. Foto: B. Stache

Sommerferienprojekt der Kinder- und Jugendkunstschule im Fuhrberger Forst

Wedemark (st). Das Team der Kinder- und Jugendkunstschule Wedemark mit Jane Wyrwa, Anette Haller, Frank Fuhrmann und Andree Woosmann war selbst ganz begeistert vom Sommerferienprojekt 2018 – und der Funke sprang schnell über auf die 35 Jungen und Mädchen im Alter von sieben bis 14 Jahren. Im Fuhrberger Wald, an der alten Jagdhütte auf dem Gelände von enercity (Stadtwerke Hannover), lautete das diesjährige Motto der Ferienaktion „Die Wikinger kommen“. Im vergangenen Jahr wurden die jugendlichen Projektteilnehmer bei ihrer dreitägigen Aktion im Wald von Außerirdischen besucht, die ihnen eine Zeitmaschine geschenkt hatten. „Diese haben wir schon ausprobiert und für unser diesjähriges Sommerprojekt auf das 8. bis 11. Jahrhundert unserer Zeitrechnung eingestellt. Wir werden so bei einem Seeräubervolk in Nordeuropa landen. Bei den Wikingern!“, lautete die Ankündigung von Bernd Tschirch, Leiter der Kunstschule, für das aktuelle Sommerferienprojekt. Von Montag bis Mittwoch verbrachten die Jugendlichen den Tag über im Wald und lernten dort alles über die Wikinger. Wie sahen ihre Häuser aus, wie waren sie gekleidet und aus welchen Materialien bestand ihre Kleidung? Hatten sie Waffen, und wie sahen diese aus? Besaßen die Nordmannen und -frauen auch Schmuckgegenstände und aus welchen Materialien waren sie gefertigt? Wie konnten die kleinen Boote der Wikinger über den Atlantik fahren und andere Länder entdecken? Auf all diesen Fragen gaben die vier Künstler und „Ausbilder“ Wyrwa, Haller, Fuhrmann und Woosmann den Kindern Antworten und leiteten sie bei den handwerklichen Tätigkeiten an. So entstand ein Wikingerboot mit großem, rotem Segel. Unter Anleitung von Anette Haller wurde filigraner Schmuck gebastelt, aber auch Ledergürtel und kleine Wollschafe. Im selbst gebauten Brennofen konnten die Kinder Schalen aus Ton brennen und gemeinsam mit „Schmied“ Andree Woosmann Schmuck und Sperrspitzen über dem offenen Feuer schmieden. Jane Wyrwa leitete die Kinder beim Bearbeiten hölzerner Waldgeister an, die später als Stamm in Form einer Rune den Trinkwasser-Erlebnispfad im Fuhrberger Feld bereichern werden. Zum Ferienprogramm gehörte auch die Beschäftigung mit der Runenschrift der Wikinger. „Die Kinder kommen später wieder, um ihren Eltern die Waldgeister am Trinkwasser-Erlebnispfad zu zeigen“, weiß Bernd Tschirch über den Langzeiteffekt des erfolgreichen Ferienprojekts zu berichten. Seit 1995 bietet die Kinder- und Jugendkunstschule Wedemark das Projekt im Fuhrberger Forst an und beschäftigt sich mit den Themen Abenteuer, fremde Kulturen und Länder – immer in enger Verbindung mit der Natur und dem Wald. „Man kann hier eine Menge vermitteln“, erklärte enercity-Forstbetriebsleiter Günter Schröder, der das Projekt begleitet. „Wir haben immer ein offenes Ohr für die Kinder- und Jugendkunstschule Wedemark und arbeiten auch mit Schulen aus Hannover zusammen. Wir profitieren davon für unseren Trinkwasserlehrpfad.“ Seit dem Jahr 2000 unterhält enercity 14 Stationen im Fuhrberger Forst mit unterschiedlichen Skulpturen und Infotafeln zu den Themen Wald und Wasser. „Zum Ende unseres Sommerprojektes wird es eine kurze Präsentation geben sowie die Übergabe unseres selbst gestalteten Waldgeistes an die nordischen Götter“, kündigte Bernd Tschirch an.