Zugang zu Alkohol erschweren

Norbert Zwingmann vom REWE Zwingmann Mellendorf, Thorsten Pagel vom Frischemarkt Pagel Resse und Alexander Kind vom famila Mellendorf (Mitte v. l.) erklärten sich spontan bereit, in einer Arbeitsgruppe mitzuwirken, unterstützt werden sie unter anderem auc

Arbeitsgruppe wird sich mit Alterskontrolle beschäftigen

Wedemark (ig). Einen Vorschlag der Mitarbeiter der Region Hannover aus dem Team kontrolliertem Jugendschutz nahmen die knapp 30 anwesenden Vertreter des Handels auf einer Informationsveranstaltung des Präventionsrates gerne auf. „Wir würden gerne einen Vorstoß machen und gemeinsam überlegen, ob nicht eine generelle Alterskontrolle bei Kauf von Alkohol möglich wäre“, so Bettina von Domarus von der Region vor den Vertretern von Supermärkten, Tankstellen und eines Discounters. Hierdurch könne das Verständnis und das Verhalten der Jugendlichen beim Kauf von Alkohol sensibilisiert werden, und Jedermann könnte als Vorbild für die Jugendlichen dienen. Ein routinierter Nachweis des Alters von jedem Käufer könne auch zu einem Gegensteuern beim Verhalten im Umgang mit Alkohol bei den Jugendlichen beitragen. „Nach Sammelpunkten wird jeder an der Kasse gefragt, oft unterbleibt jedoch die Frage nach dem Ausweis“, so von Domarus. Bürgermeister Tjark Bartels nahm diesen Vorstoß gerne auf, „das ist eine gute Idee, wenn wir dies zum Schutz der Jugendlichen auf die Beine stellen könnten, wäre das klasse“. Die anwesenden Vertreter des Handels waren zuvor von den Regionsvertretern umfassenden über die momentane Situation in Bezug auf den Missbrauch von Alkohol durch Jugendliche hingewiesen worden. Andre Heckert vom Team präventivem Jugendschutz der Region hatte deutlich gemacht, dass viele Jugendliche meist wohl aus experimentellen Gründen zu Alkohol greifen würden. „Und hier ist es gerade der Griff zu Spirituosen, die erst ab 18 Jahren öffentlich zugänglich sein sollten, welcher die Jugendlichen ins Krankenhaus bringt.“ Wenn zu früh getrunken werde, und dies meist nur in Form von Destillaten, bestehen große Risiken, so Heckert. So würde sich das Unfallrisiko erhöhen „und betrunkene Jugendliche werden öfter Opfer von Gewalt und Sexualdelikten.“ Von einem Rückgang der Einlieferungszahlen von betrunkenen Jugendlichen in Krankenhäuser können man momentan nicht sprechen, so Heckert, der dies anhand von Zahlen deutlich machte. „Viele Jugendliche unterschätzen schlichtweg die Wirkung von Destillaten, denn Bier oder ähnliches wird meist nicht in diesen großen Mengen getrunken“, so Heckert. Eine wirksame Prävention sollte nach Meinung des Regionsmitarbeiters spätestens in der siebten oder achten Klasse erfolgen. „Das Jugendschutzgesetz in seiner bestehenden Art und Weise reicht aus“, betonte Heckert, die „18er-Regel“ müsse jedoch konsequent umgesetzt werden.
Doch gerade die Testkäufe in Supermärkten hätten vor mehr als einem Jahr für Aufsehen gesorgt, so Melanie Wottke vom Team kontrollierendem Jugendschutz, denn oftmals sei nicht kontrolliert worden. Aber durch die in Gang gesetzte Diskussion habe bereits ein Umdenken stattgefunden, und auch die folgenden Testkäufe hätten gezeigt, dass es sich für die Jugendlichen erschwert habe, an Alkohol in Geschäften zu gelangen. In der Wedemark konnte eine Verbesserung bei den Verstößen von ursprünglich 64 % auf 19 % festgestellt werden.
Eine vorgeschlagene generelle Kontrolle des Alters bedürfe einer umfassenden Vorarbeit, gab Norbert Zwingmann vom REWE-Markt zu bedenken, „denn ansonsten würde dies gerade bei Kontrollen von älteren Kunden zu Diskussionen führen.“ Eine Aufklärung über den Sinn und Zweck müsste der Aktion vorangehen, machte Zwingmann deutlich, „und dies durch Plakate oder aber auch Banner im Kassenbereich, denn nur so kann es zur Selbstverständlichkeit werden, seinen Ausweis zu zeigen.“ Auch müssten die rechtlichen Grundlagen für die Kontrolle des Alters geklärt sein. Bürgermeister Bartels lobte die Verbesserung bei den Testkäufen, möchte aber diesen Wert weiter verbessern und griff aus diesem Grund den Vorstoß der Regionsmitarbeiter gerne auf. Für eine umfassende Planung der Aktion schlug Bartels die Bildung einer Arbeitsgruppe vor, spontan erklärten sich Norbert Zwingmann (REWE-Zwingmann Mellendorf), Thorsten Pagel (Frischemarkt-Pagel Resse) und Alexander Kind (famila Mellendorf) zu einer Mitarbeit bereit. Die Vertreter des Handels werden sich gemeinsam mit Mitarbeitern der Region und Gemeinde dem Thema widmen.